Skepsis zur "linken Sammlungsbewegung":

Aufstehen! und Dann? …

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Gastautorin: Heike Pfennig

… Dann stehe ich da und nichts passiert. Wieder eine Bewegung in der endlos geredet wird, endlos irgendwelche Parolen in die Welt gehauen werden, sich Menschen gegenseitig attackieren und doch nur irgendwo rumstehen. Da lohnt sich das aufstehen nicht. Da bleibe ich lieber sitzen.

In jedem Bundesland, in viele Städten schießen Bündnisse gegen Rechts aus dem Boden, egal wie sie gerade heißen. Aber nirgends entstehen Bündnisse für soziale Gerechtigkeit. Bündnisse die parteiübergreifend wirklich Demokratie leben und sich den Menschen zu wenden. So lange das so bleibt, haben wir in Deutschland keinerlei Alternative. Nein, auch die Linke ist keine Alternative. Wenn „Aufstehen“ eine Aktion ist, die die Partei „Die Linke“ stärken soll, dann ist diese Aktion weder demokratisch noch sinnvoll oder den Menschen zugewandt.

Warum ist „Die Linke“ keine wirkliche Alternative, insbesondere nicht in den neuen Bundesländern? Weil sie ganz viele von alten, unverbesserlichen roten Socken in ihren Reihen vereint, die nichts aber auch gar nichts gelernt haben. Gerade in den ländlichen und kleinen Orten kennt jeder jeden. Dort haben wir hart erlebt, wohin die alten Seilschaften geflüchtet sind und bis heute im Trockenen sitzen. Die, die immer mit dem Finger auf andere gezeigt haben, die andere in ihre Weltordnung gedrückt haben oder die selbst ihre Kinder erdrückt haben. Sie sind in der “Linken” zu finden und es sind nicht wenige. CDU? Haha, da sind viele von den Wendehälsen vereint, die als rote Socken schnell das Ufer gewechselt und die Fahne „Ich bin getauft und christlich“ geschwenkt oder die auch in DDR-Zeiten ihren Glauben dazu missbraucht haben, um gerade Kinder ohne Konfession zu diskriminieren. Also wo bitte liegt die Alternative? Bei “Grün”? Oh mein Gott! Die wissen ja selbst oft nicht wovon sie reden und sind aus den grünen Schuhen längst heraus gewachsen.

Diese Politik hat es geschafft, alle Alternativen zu zerstören, weil es nur noch das Flüchtlingsthema und die Schubladen “rechts” und “links” gibt. Gnadenlos!

Für mich stellt sich die derzeitige Situation so dar. Es gibt ein Kotzthema “Flüchlinge” und ein Kotzthema “Rechts”, was geleiert wird, bis zum Umfallen. Niemand schaut nach den Menschen und schon gar keiner hört diesen auch zu, geschweige denn, nimmt sie ernst. Erst die Politik und die Medien haben aus einem wilden Pegidahaufen, eine Gefahr gemacht und ihn größer gemacht als er war und damit den gut genährten Mutterboden für die AfD bereitet. Nein, niemand hat zugehört, niemand hat den Frust, die Wut der Menschen gesehen und verstanden. Damit haben es die rechten Gruppierungen leicht gehabt sich zu profilieren und viele dieser Menschen an sich zu binden. All diese Menschen wurden in einen Sack gesteckt und verurteilt, mehr nicht. Es wurde auf sie draufgehauen, mit dem Finger auf sie gezeigt und getönt: “Oh Gott, was wollen denn bloß, diese dummen Ossis?” Davon haben nicht nur die Menschen bei Pegida und Co. die Nase gestrichen voll.

Vielleicht sind die “dummen” Ossis etwas lauter, weil sie Angst haben genau da zu landen wo sie schon einmal waren.?Vielleicht haben genau sie den Mut auf die Straße zu gehen, weil sie schon einmal eine Regierung gestürzt haben? Vielleicht haben genau diese Menschen einfach nur Angst davor, dass es in ihren Städten solche Clan-Viertel gibt, wie es sie in den alten Bundesländern gibt und die klar zeigen, dass schon die ersten Integrationsprojekte nicht funktioniert haben? Warum können Familienangehörige – und damit ihre Nachkommen – kein Deutsch, obwohl sie nun schon 50 Jahre in Deutschland leben? Darüber hinaus sind die Übergriffe auf Grund der verfehlten Flüchtlingspolitik, täglich – ja täglich! – in den Medien zu lesen?

Nein, es ist zu einfach, alle Menschen nach “rechts” zu drücken und politisch sowie medial nichts zu verändern. Ja, Menschen gehen genau dort hin, wo sie sich verstanden fühlen und das nutzen Pegida, AfD und Co. gnadenlos aus. In den alten Bundesländern haben sie (noch!) nur Angst, vielleicht tönen sie deshalb um so lauter in den neuen Bundesländern?

Dass die Luft gehörig brennt ist jedem klar. Selbst mir reißt die Geduldsschnur. Das hässliche Resultat dieser verfehlten Politik und ihrer medialen Gewaltherrschaft ist die AfD. Mich wundert das nicht und sie wird jeden Tag stärker gemacht, von jedem einzelnen Politiker! Und dazu kommt dann noch die dumme Trotzreaktion, „Jetzt erst recht!“. Leider!

Eine wirkliche Alternative haben wir nur, wenn sich aus der Aktion „Aufstehen“ – oder unabhängig davon – ein Bürgerbündnis für soziale Gerechtigkeit entwickelt, das konfessions- und parteiübergreifend eine wählbare Alternative wird, die den Menschen zuhört, die endlich mehr soziale Gerechtigkeit im Alltag umsetzt, die aktiv in diese Politik der alten Sturköpfe und Wirtschaftslobbyisten für die Menschen eingreift, wenn Politiker den Menschen zugewandt aktiv werden, wirklich wissen wollen was der Mensch denkt und sich mit seinen Gedanken auseinandersetzen. Wenn also endlich wieder Politik für den „kleinen Mann“ gemacht wird, nicht für die Wirtschaftsbosse.

Das heißt nicht Schubladendenken, nicht Richtungsdenken und nicht parteigelenktes Denken und Handeln. Und ja liebe Politiker, es gibt sehr viele Menschen, aller Generationen, Nationaltäten und Konfessionen, die ihren Kopf gern zum Denken benutzen. Und ja, liebe Politiker, sie sind in der Lage in einer Demokratie über endlich zugelassene Volksentscheide Entscheidungen zu treffen. Sie sind es, die Deutschland lieben und dem Land sein wirkliches Gesicht geben. Ihr seit es, die ihnen das absprechen, weil ihr Angst habt. Angst vor Resultaten, die nicht eurem Denken entsprechen! Liebe Politiker alle, ihr seit es, die diesen Frust oder Gleichgültigkeit und AfD und Co. erzeugten und fördern.

Was nutzt mir also das „Aufstehen“ wenn sich nicht wirklich etwas ändert? Gar nichts! Ich ziehe mich zurück und werde gleichgültig, um nicht im Frust unterzugehen. Das Gefühl ist bekannt, aus alten DDR-Zeiten.

Liebe Sahra Wagenknecht, Sie haben „Aufstehen“ initiiert. Wenn Sie jetzt nicht den Arsch in der Hose haben und auch losgehen, dann ist diese Aktion auch nur heiße Luft. Sie haben die Wahl! Mit dem wirren und zerstrittenen Haufen der „Linken“ ist keine Politik zu machen. Ich glaube auch, dass derzeit keine neue Partei die Menschen wirklich überzeugt. Ein wählbares Bürgerbündnis für soziale Gerechtigkeit findet sicher mehr Aufmerksamkeit und Wähler.


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