Glück vs. Reichtum

Erkenntnis am 27.06.2018:

Läuft man durch die Stadt und betrachtet sich die einem entgegenkommenden Gesichter erkennbar wohlhabender Leute, staunt man zunächst, welche Miesepetrigkeit diese oft ausstrahlen. Ich erkläre mir das so:  Da versuchen sie ihr Glück über das Raffen von Hab und Gut bei Juweliers und in Designer-Shops, bei teuren Hobbys zu erringen und verzweifeln dennoch an der Welt, immer in der Angst, jemand könnte ihr rein am Materiellen orientiertes “Glück” schmälern, – und wenn es “nur” das Finanzamt mit einer Steuernachzahlung ist. Steuern werden als “ungerechter”, staatlicher Dienstahl betrachtet. Aber wehe der SUV mit Mercedesstern oder Porsche-Emblem erleidet einen Schaden, weil die Stadt kein Geld zum Stopfen von Schlaglöchern hatte. Dann wird’s gerichtsmassig – was wieder nur Ärger und Verdruss oft eine Niederlage oder halbseidene Vergleiche bedeutet.

Leute aber, die sich in den Dienst der Gesellschaft stellen, oft ehrenamtlich, ohne großen Reichtum, die kommen mir praktisch immer sehr viel glücklicher vor. – Warum? Weil sie ihrem Leben Sinn spenden, während materieller Tand oft nur Verlustängste und tote Sinnlosigkeit bereit hält. Und dann erst, wenn sich der Sensenmann anmeldet, wird der Jammer besonders groß. Da hat man im Leben so viel zusammengerafft und kann es auf dem letzten Umzug ins Erdmöbel dann doch nicht mitnehmen, muss all das schöne Hab und Gut womöglich ungeliebten Erben überlassen. Welch ein Schmach! Welch eine Demütigung! Mancher wünschte sich vielleicht ein Grabmal wie Tutanchamun, in das alles zu Lebzeiten Zusammengeraffte für immer mitbestattet wird. Und selbst dann muss man noch Grabräuber fürchten.

Ich hörte, in den USA arbeiten Forscher daran, die genetisch bedingte Lebenszeitbegrenzung des Menschen aus dem Erbgut zu entfernen. Natürlich nicht für alle Menschen, das wäre für den Planeten eine Katastrophe. Selbstverständlich wird das nur für “verdiente” Leute bezahlbar sein. Davon träumen wohl viele unter den Reichen und alle Diktatoren dieser Welt. Hoffe sehnlichst, solche Genmanipulationen sind dann wenigstens mit den lebenslangen Nebenwirkungen eines dauerhaften und quälenden Juckreizes untrennbar verbunden.

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