Fundsache:

Kommunismus Ursache für Fremdenfeindlichkeit?

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Leider muss man heute auf Medien im Ausland zurückgreifen, wenn man noch einigermaßen objektive und quer gedachte Kommentare sucht.

Eric Gujer hat einen solchen gestern in der Onlineausgabe der Neuen Züricher Zeitung (NZZ) geliefert und damit einen Erklärungsversuch unternommen, warum gerade unter Teilen der in der DDR sozialisierten Bürgern der neuen Bundesländer, aber auch in allen Ländern des ehemaligen Ostblocks das “rechte” Gedankengut aktuell so gedeihen kann.

Dieser Erklärungsversuch trifft exakt auf die Pendeltheorie zu, nach der eine erzwungene Festhaltung des Pendels auf einer Seite nach dem Freilassen einen beinahe ebenso heftigen Ausschlag zur anderen Seite zur Folge hat. Hinzu kommt, dass die Bürger der DDR – anders als wir Westdeutschen – nach 1945 aus der einen Diktatur in die nächste gezwungen wurden. Sie lebten also nicht nur 12 Jahre in einem Terrorregime wie wir, sondern bis zum Ende der DDR 1990 zusammen fast 60 Jahre. Bevormundung Erziehung in Unfreiheit, erst zum nationalsozialistischen “Herrenmenschen” und danach zum sozialistischen “Idealmenschen” prägte dort also gleich mehrere Generationen.

Das ist nur Theorie, welche erst noch einer wissenschaftlichen Verifikation bedarf, aber mit Blick auf den Abmarsch in nationalistisch-völkische Gefilde in praktisch allen Ländern des ehemaligen Ostblocks scheint sie so verwegen nicht zu sein. In den neuen Bundesländern kommt hinzu, dass es Politik und Wirtschaft in den fast 30 Jahren nach der Wiedervereinigung bis heute nicht gelungen ist, die Lebensverhältnisse anzugleichen. Im Gegenteil: Der Solidaritätszuschlag, den wir seither bezahlen, hat zwar die Kommunen und die Infrastruktur in Neufünfland in Topzustand verbracht (während sie in der alten Bundesländern, vor allem in NRW) zusehends verrottete), aber eben nicht die Zukunftschancen für den Einzelnen. Auch die erfahrenen Demütigungen nach der Wende, als Brigaden westdeutscher Beamten und Wirtschaftslenker “den Laden vollständig übernommen” haben, dürfte zu den Entwicklungen beigetragen haben. Den Rest der Erklärung lieferte Angela Merkel, die Fatalismus zu ihrem Regierungsstil erhoben und 2015 – ohne dies mit unseren europäischen Nachbarn abgesprochen zu haben, unkoordiniert und unter totalem Kontrollverlust – eine Masseneinwanderung zugelassen hat

Der Kommentator empfiehlt, “die Sieger der Geschichte im Westen sollten das nicht verurteilen”. Prädikat: sehr lesenswert:

NZZ 07.09.2018:
Die Jagdszenen von Chemnitz lassen sich ohne
das Erbe der kommunistischen Diktatur nicht erklären


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