Merkel züchtete, die SPD lieferte den Humus

Autor: Kurt O. Wörl 2010 gab es eine denkwürdige Talkrunde bei “Maybrit Illner”. Thema war u.a. die anfangs der 2000er Jahre unter Kanzler Gerhard Schröder von der SPD und den Grünen eingeführte “HARTZ-IV-Reform” des deutschen Sozialhilfesystems. Gast in der Sendung waren neben Ursula von der Leyen, damals noch Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Jürgen Trittin, zu dem Zeitpunkt noch einer der beiden Vorsitzenden von B90/GRÜNE, Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband, der etwas schnöselige, arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP, Johannes Vogel und Hans-Jürgen Czentarra, ein beeindruckender Langzeitarbeitsloser aus Erfurt, der wütend und trotzdem noch erstaunlich sachlich, der Talkrunde sehr markante Worte ins Stammbuch schrieb. Ich…

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Du, Papa…

Anonymes aus den Tiefen des Internets Ich weiß nicht, ob der fiktive Dialog jetzt unter der Rubrik “Humor” richtig aufgehoben ist, aber er zeigt zumindest die schizophrene Hybris der Amerikaner ganz gut auf. Also: Ein US-amerikanischer Vater bringt seinen Sohn zu Bett. Wie allabendlich üblich, wenn der Filius unter die Decke gekrochen ist, steht der Vater seinem Sohn noch für Fragen, die ihn bewegen, Rede und Antwort. S=Sohn, V=Vater S: Du, Papa, warum haben wir den Irak angegriffen? V: Weil die Iraker Massenvernichtungswaffen hatten. S:  Aber die Inspektoren haben keine Massenvernichtungswaffen gefunden. V:  Weil die Iraker sie versteckt haben. S: …

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Wirtschaftsfaschismus

Autor: Kurt O. Wörl Jedesmal könnte ich mich aufregen, wenn die globalisierte, weltwirtschafliche Entwicklung mit “Neoliberalismus” umschrieben wird. Kein Begriff könnte in der veröffentlichten Meinung falscher Anwendung finden. Warum? Neoliberalismus meinte ursprünglich etwas ganz anderes, genauer: sogar das exakte Gegenteil dessen, wofür der Begriff seit Jahren genutzt wird.  Aus den Gründen Erstmals wurde der Begriff anfangs der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts von dem französischen Politiker Pierre Étienne Flandin als “néo-liberalisme” genutzt und bald darauf auf Vorschlag des deutschen Wirtschaftswissens-chaftlers Alexander Rüstow in Deutscher Sprache, auf dem Colloque Walter Lippman, in Paris definiert. Diese Neuschöpfung sollte einen neuen Liberalismus entwerfen, der nicht…

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Kurzer Abriss der Nationalökonomie

von Kurt Tucholsky Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben. Das hat mehrere Gründe, die feinsten sind die wissenschaftlichen Gründe, doch können solche durch eine Notverordnung aufgehoben werden. Über die ältere Nationalökonomie kann man ja nur lachen und dürfen wir selber daher mit Stillschweigen übergehn. Sie regierte von 715 vor Christo bis zum Jahre nach Marx. Seitdem ist die Frage völlig gelöst: die Leute haben zwar immer noch kein Geld, wissen aber wenigstens, warum. Die Grundlage aller Nationalökonomie ist das sog. “Geld”. Geld ist weder ein Zahlungsmittel noch ein Tauschmittel, auch ist es keine Fiktion,…

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Alte Umweltschweine

Autor des Urtextes unbekannt, nachfolgende Version habe ich überarbeitet Neulich an der Supermarktkasse machte mir die junge Kassiererin den Vorschlag, der Umwelt zu liebe doch bitte eigene Taschen mitzubringen statt neue Plastiktüten zu kaufen. Ich entschuldigte mich und erwiderte “Wissen Sie, für unsere Generation ist ‘Umweltschutz’ ein schwer verständliches Wort, weil …” sie unterbrach mich: “Sehen Sie, das ist heute genau das Problem mit den Alten: Ihre Generation führte das Wort Umweltschutz nie im Munde, hat auch zum Schutze der Umwelt und künftiger Generationen nichts getan!” Das fand ich schon frech, aber zu Hause dachte ich über die Worte der…

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Sie manchmol dou traamt’s oan an Bläädsinn zamm…

Autor: Kurt O. Wörl “Sie manchmol dou traamt’s oan an Bläädsinn zamm…”, lautet der Titel eines alten Wiener Schrammerls und will aussagen, dass man manchmal eigenartige Träume hat. So ging es auch mir neulich: In meinem Traum stand ein mir lieb gewonnener Mensch, Betriebsrat seines Zeichens, auf einer Barrikade und blies zum Sturm auf einen Traum von Villa, in der gerade ein Sack voll Bänk(st)er und Habgieriger anderer Konzerne – ich erkannte Ackermann, Esser und Zumwinkel – sich zum Dinner zusammen fanden und ausheckten, auf welch schmutzige Weise sie als nächstes ein deutsches Traditionsunternehmen kampflos feindlich übernehmen lassen und wie…

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Das programmierte Sterben Europas

Autor: Kurt O. Wörl Vorweg: Zum Brexit und anderen feuchten Exit-Träumen der Rechten Europas wird zur Zeit viel geschrieben. Da muss ich nicht noch Wasser ins Meer schütten oder Eulen nach Athen tragen, um im europäischem Bilde zu bleiben. Interessant ist allerdings, dass die Briten jetzt erst, nach dem Plebiszit, massenweise nach den “Folgen des Brexit” googlen. Zu spät! Ich möchte mich damit befassen, warum die Stimmung in Europa so rasant gekippt ist, vorhersehbar, weil nämlich programmiert. Und ich bitte um Gnade, der Beitrag wird sehr lang werden. Und bei aller Kritik: Ich bin, war immer und werde wohl auch…

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Homo homini lupus

Autor: Kurt O. Wörl Der Mensch ist des Menschen Wolf. Der Mensch kennt nur einen einzigen natürlichen Feind: Sich selbst. Sieben Milliarden Menschen führen einen Überlebenskampf und der kann allem Anschein nach für den Einzelnen nur gewonnen werden, wenn dafür viele andere auf der Strecke bleiben. Und dafür scheinen in heutiger Zeit alle Mittel recht. Wir erlebten in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Ausplünderung der Gesellschaften durch Einzelne, die meinen einen Anspruch zu haben, sich so viel anzueignen, dass für viele andere nur noch ein Darben übrigbleibt. Dieses Verhalten, dem die Staaten offensichtlich nichts mehr entgegenzusetzen haben, hat die Welt…

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