Gerechtigkeit

Autor: Kurt O. Wörl Sie war sicher gut gemeint, die ARD-Themenwoche “Gerechtigkeit”. Am Ende aber blieb ein bitterer Beigeschmack und mir zwei Sachen in Erinnerung. 1. Frauen in der Politik Die eine Erinnerung ist: Die Mehrheit der Bevölkerung, Frauen, jammert noch immer über die “Ungerechtigkeit” nicht überall “gleichberechtigt” Teilhabe verzeichnen zu können. Dieser Dauer-Larmoyanz setzte sicher Bundesjustizministerin Katarina Barley mit ihrem Vorhaben die Krone auf, die Anzahl der weiblichen Abgeordneten durch eine “Reform des Wahlrechts” durchzusetzen. Wie bitte? Ich will’s erklären! Zunächst zur besseren Orientierung die nackten Zahlen: Frauenanteil in der Bevölkerung (inkl. der Kinder): In Deutschland leben rund 41 Millionen…

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Legislaturperiode auf acht Jahre anheben?

Autor: Kurt O. Wörl Der Philosoph Richard David Precht hatte für seine ZDF-Sendung “PRECHT” kürzlich den weltweit renommierten Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber zum Gespräch eingeladen. Dementsprechend war das Kernthema des Gespräches der Klimawandel und die Frage, ob unser Planet auf eine menschengemachte Heißzeit zustrebe. Eigentlich, so Precht, sollten der Klimawandel und mögliche Gegenmaßnahmen derzeit das alles überragende Thema in Politik und Gesellschaft sein. Dennoch hetzen wir weiterhin einem Wirtschaftswachstum hinterher, verbrauchen immer mehr Energie, wollen vor allem den Wohlstand erhalten und möglichst erhöhen, obwohl alle Politiker genau wissen, dass wir auf eine weltweite Katastrophe zusteuern, welche gigantische Flüchtlingsbewegungen auslösen…

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Precht erklärt den Niedergang der SPD

Nach der Bayernwahl dürfte vor allem in der SPD und bei den LINKEN das große Wundenlecken beginnen. Wer wissen möchte, warum die SPD nicht mehr gebraucht wird und warum die Linken nicht in das Vakuum, das die SPD hinterlässt, eindringen kann, Richard David Precht hat dafür recht plausible Erklärungen. Dank an Thilo Jung für das aufschlussreiche Interview. Zeit nehmen, es lohnt sich! Prädikat: unbedingt hörenswert: Lesen Sie auch: Landtagswahl mit Sprengstoff für Berlin

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Christlich-abendländische Werte gibt es nicht

Autor: Kurt O. Wörl Ich rätsle darüber, was eigentlich unter „christlich”-abendländischen Werten zu verstehen ist, die ständig von Konservativen und politisch „Rechten“ angeführt werden. Was bitte an unserer westlichen Welt könnte man als typisch „christlich”-abendländisch bezeichnen? Mir fällt da absolut nichts ein, es sei denn, man möchte dem Glockengeschepper von Kirchtürmen einen solchen Wert zuschreiben. Alles, aber wirklich alles, was wir heute als abendländische Werte betrachten, ist alles andere als christlicher Natur, als da beispielhaft wären: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Menschenwürde, Menschenrechte, Humanität Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Sozialstaatlichkeit, Religionsfreiheit, Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit usw. All diese Werte wurden im Wesentlichen –…

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Precht erklärt die Welt

Das von Tilo Jung für “jung&naiv” mit Richard David Precht geführte, 109 Minuten lange Interview lohnt sich, angehört zu werden. Precht erklärt er Weltzustand und vor allem die Zukunftsperspektiven aus seiner Sicht. Eines hat mir besonders imponiert, weil er damit punktgenau auch meine Wahrnehmung traf. Sinngemäß sagt er, Merkels Vorgänger im Kanzleramt unterschieden sich von Merkel dadurch, dass sie für ihre Amtszeit Zukunftsperspektiven hatten und auch umsetzten: Adenauer hatte die Einbindung Deutschlands in ein westliches Bündnis und die Durchdemokratisierung des Landes als Ziel, Willy Brandt startete – vor der Wahl angekündigt – die Entspannungspolitik mit dem Ostblock, Kohls großes Ziel…

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Precht und Wege in eine bessere Zukunft

Eine Empfehlung von Richard David Precht an alle politisch Verantwortlichen, welche sich ernsthaft bemühen, Spinner “links” und “rechts” des demokratischen Spektrums zurückdrängen. Für mich ist Precht in der philosophischen Wüste Deutschlands ohnehin der einzige Lichtblick. Man höre gut zu: Richard David Precht und die Wege in eine bessere Zukunft

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Moralistischer Größenwahn

Wenn man wissen möchte, was die privaten “Seenotretter” im Mittelmeer dazu antreibt, wie Schlepperbanden (ohne freilich als Schlepper denunziert werden zu wollen), zu agieren, indem sie als Vertragserfüller die “Geschäftsidee” der nordafrikanischen Schlepperbanden erfüllen und am Leben halten, der findet in dem Essay von Prof. Dr. Maria-Sybilla Lotter, von der Ruhr-Universität Bochum, eine gute philosophische Erklärung.  Konsequent weiter gedacht könnte aber dieses, im moralistischen Größenwahn begründete Schlepper-Handeln (Seenotretter bringen entsprechend des Seerechts Gerettete nicht auf andere Kontinente sondern in den nächstgelegenen Hafen) heute Ursachen für Unrecht von morgen setzten, wofür diese Leute dann nicht nur gutmenschlich gefühlte Schuld, sondern tatsächlich…

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Der Gedankenstrich

von Linda Ellis „The Dash“, ins Deutsche übersetzt von Kurt O. Wörl Ich las einmal von einem Mann, der beim Begräbnis einer Freundin die Rede hielt. Er sprach von den auf Daten auf ihrem Grabstein, vom Anfang und vom Ende. Zuerst nannte er das Datum ihrer Geburt und dann das folgende Datum unter Tränen. Und weiter meinte er, was wirklich zähle, sei nur der Gedankenstrich zwischen den Jahreszahlen.      Dieser Gedankenstrich stehe für die Zeit, die sie lebte und wandelte auf Erden –    Und nur jene, die sie liebten, wüssten, was dieser kleine Strich wirklich wert sei. Für diesen kleinen Strich…

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Die Opposition

von Kurt Tucholsky Reichsverband Deutscher Verbände zur Züchtung stubenreiner Gebrauchsdackel (Opposition) Im Anfang war der Verein; jede anderweitige Übersetzung des Wortes “Logos” durch Faust beruht auf einem philologischen Irrtum. Danach waren zwei Vereine; ein feinerer und ein minder feiner – diese beiden bekriegten sich, denn ihre Sekretäre wollten auch leben. Als aber ein dritter Sekretär nichts mehr zu tun fand, weil beim besten Willen alle diesbezüglichen Menschen schon in den beiden Vereinen waren und eigentlich kein Platz mehr war für einen dritten: da erfand er dennoch diesen dritten Verein. Er faßte nämlich die beiden vorhandenen Vereine zu einem Reichsverband zusammen,…

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Sie manchmol dou traamt’s oan an Bläädsinn zamm…

Autor: Kurt O. Wörl “Sie manchmol dou traamt’s oan an Bläädsinn zamm…”, lautet der Titel eines alten Wiener Schrammerls und will aussagen, dass man manchmal eigenartige Träume hat. So ging es auch mir neulich: In meinem Traum stand ein mir lieb gewonnener Mensch, Betriebsrat seines Zeichens, auf einer Barrikade und blies zum Sturm auf einen Traum von Villa, in der gerade ein Sack voll Bänk(st)er und Habgieriger anderer Konzerne – ich erkannte Ackermann, Esser und Zumwinkel – sich zum Dinner zusammen fanden und ausheckten, auf welch schmutzige Weise sie als nächstes ein deutsches Traditionsunternehmen kampflos feindlich übernehmen lassen und wie…

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