SPD sucht Markenkern

Autor: Kurt O. Wörl Vor drei Jahren stellte ich an anderer Stelle die These auf, die AfD sei zwar großer Mist, könne sich aber auch als Chance für die Demokratie herausstellen. Gemeint war das so, dass ein neuer Player um die Gunst der Wähler den Volksparteien Verluste bringen würde und in diesen das festgefahrene “Weiterso” aufweichen würde. Das bedeutet natürlich nicht, dass mich Politik und Inhalte der AfD etwa ansprächen, das natürlich nicht, ganz im Gegenteil. Aber die Wirkung des Weckrufs wollte ich damals schon nicht unterschätzt wissen. Und so kam es auch! Zulange haben die Volksparteien vor allem mit…

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Reiche flüchten aus Deutschland

Autor: Kurt O. Wörl Tausende Millionäre verlassen Deutschland? Das lässt aufhorchen! Ich denke, die aufnehmenden Länder werden allen ein herzliches “Refugee welcome” zurufen. Vor längerem fragte ich einmal einen Schweizer Freund, warum die Schweizer neben den Skandinaviern zu den glücklichsten Menschen der Welt zählen. Er grinste und meinte: Wir sammeln die Millionäre, Deutschland die Habenichtse aus aller Welt. Unsere Regierung arbeitet für’s Wohl des Volkes, eure für Banken und Konzerne und will die Welt retten. Deswegen seid ihr die Guten, wir aber die Glücklichen. Hier geht’s zur schon etwas älteren Fundsache: Manager Magazin: Tausende Millionäre verlassen Deutschland Lesen Sie auch: Riss…

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Prozent-Abschlüsse sind ungerecht

Autor: Kurt O. Wörl Dieser Tage hatte ich ein Gespräch mit einem ehemaligen Kollegen – wie ich bereits im Ruhestand – den ich zufällig im Wartezimmer beim Arzt traf. Er war immer sehr aktiv in der Gewerkschaft und konnte es immer noch nicht nachvollziehen, warum ich 2004 meine Mitgliedschaft in der Gewerkschaft, die sich zu dem Zeitpunkt zum 25. Male jährte, kündigte und sprach mich darauf an. “Wir leben doch von der Solidarität, also davon, dass alle lohnabhängig Beschäftigten in den Gewerkschaften zusammenstehen.” klagte er und hielt mir vor “Du bist seit Deinem Austritt ein Trittbrettfahrer! Du unterstützt uns nicht…

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Ursula von der Leyen und ihre Berater

Unsere Verteidigungsministerin ist Chefin eines großen Hauses. Tausende Mitarbeiter stehen ihr in obersten Besoldungsstufen zur Verfügung. Was genau jeder Einzelne davon zu tun hat, ist für Außenstehende kaum ermittelbar, jedoch sollte man meinen, dass unter den Spitzenbeamten und -generälen genügend hochqualifizierte Kräfte sind, die das Beratungsbedürfnis der Ministerin kompetent befriedigen könnten. Sollte man meinen! Dieser Tage spuckte der Bundesrechnungshof Ursula von der Leyen kräftig in die Suppe. “Ungereimtheiten bei millionenschweren Beraterverträgen seitens des Verteidigungsressorts” wollen die obersten Rechnungsprüfer festgestellt haben. Mehr noch, von “freihändigen Vergaben” ist die Rede, das bedeutet, dass es offenbar keine Ausschreibungen für den Beratungsbedarf gegeben hat. Ferner seien…

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Verwirrendes aus dem Hambacher Forst

Autor: Kurt O. Wörl So sehr ich mich bemühe, die Logik hinter den Vorgängen im Hambacher Forst, im Regierungshandeln in NRW und in Berlin zu durchschauen, es will mir einfach nicht gelingen. Aber Fakten kann man ja schon mal sammeln (unsortiert, wie sie der Neuronensturm vom Kopfe in die Tastatur liefert): Kohle ist nicht gut fürs Klima. Und Braunkohle ist unbestritten der mit Abstand dreckigste und klimaschädlichste Energieträger von allen, sorgt für Dreck in der Luft und für sauren Regen.  Deshalb will man sich weltweit von fossilen Kohlebrennstoffen zur Verstromung lossagen und in Berlin tagt hierzu eine Kohlekommission. Aus dieser…

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Wo Lindner recht hat, hat er recht

Ach, wie ich solche Reden im Bundestag vermisst habe. Nicht alle seine Thesen unterstütze ich, aber wo er recht hat, hat Christian Lindner recht – und er hatte zu 99,9% recht. Habe mich lange nicht mehr einer Parlamentsrede so amüsiert gelauscht. Für einen Moment fürchtete ich Anton Hofreiters Kopf platzt unter der Last seines Blutdrucks:

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Wirtschaftsfaschismus

Autor: Kurt O. Wörl Jedesmal könnte ich mich aufregen, wenn die globalisierte, weltwirtschafliche Entwicklung mit “Neoliberalismus” umschrieben wird. Kein Begriff könnte in der veröffentlichten Meinung falscher Anwendung finden. Warum? Neoliberalismus meinte ursprünglich etwas ganz anderes, genauer: sogar das exakte Gegenteil dessen, wofür der Begriff seit Jahren genutzt wird.  Aus den Gründen Erstmals wurde der Begriff anfangs der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts von dem französischen Politiker Pierre Étienne Flandin als “néo-liberalisme” genutzt und bald darauf auf Vorschlag des deutschen Wirtschaftswissens-chaftlers Alexander Rüstow in Deutscher Sprache, auf dem Colloque Walter Lippman, in Paris definiert. Diese Neuschöpfung sollte einen neuen Liberalismus entwerfen, der nicht…

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Kurzer Abriss der Nationalökonomie

von Kurt Tucholsky Nationalökonomie ist, wenn die Leute sich wundern, warum sie kein Geld haben. Das hat mehrere Gründe, die feinsten sind die wissenschaftlichen Gründe, doch können solche durch eine Notverordnung aufgehoben werden. Über die ältere Nationalökonomie kann man ja nur lachen und dürfen wir selber daher mit Stillschweigen übergehn. Sie regierte von 715 vor Christo bis zum Jahre nach Marx. Seitdem ist die Frage völlig gelöst: die Leute haben zwar immer noch kein Geld, wissen aber wenigstens, warum. Die Grundlage aller Nationalökonomie ist das sog. “Geld”. Geld ist weder ein Zahlungsmittel noch ein Tauschmittel, auch ist es keine Fiktion,…

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Alte Umweltschweine

Autor des Urtextes unbekannt, nachfolgende Version habe ich überarbeitet Neulich an der Supermarktkasse machte mir die junge Kassiererin den Vorschlag, der Umwelt zu liebe doch bitte eigene Taschen mitzubringen statt neue Plastiktüten zu kaufen. Ich entschuldigte mich und erwiderte “Wissen Sie, für unsere Generation ist ‘Umweltschutz’ ein schwer verständliches Wort, weil …” sie unterbrach mich: “Sehen Sie, das ist heute genau das Problem mit den Alten: Ihre Generation führte das Wort Umweltschutz nie im Munde, hat auch zum Schutze der Umwelt und künftiger Generationen nichts getan!” Das fand ich schon frech, aber zu Hause dachte ich über die Worte der…

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Homo homini lupus

Autor: Kurt O. Wörl Der Mensch ist des Menschen Wolf. Der Mensch kennt nur einen einzigen natürlichen Feind: Sich selbst. Sieben Milliarden Menschen führen einen Überlebenskampf und der kann allem Anschein nach für den Einzelnen nur gewonnen werden, wenn dafür viele andere auf der Strecke bleiben. Und dafür scheinen in heutiger Zeit alle Mittel recht. Wir erlebten in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Ausplünderung der Gesellschaften durch Einzelne, die meinen einen Anspruch zu haben, sich so viel anzueignen, dass für viele andere nur noch ein Darben übrigbleibt. Dieses Verhalten, dem die Staaten offensichtlich nichts mehr entgegenzusetzen haben, hat die Welt…

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