Kunst & Krempel

Erkenntnis des Tages am 16.06.2018

Neulich guckte ich KUNST & KREMPEL im Fernsehsender der Bajuwaren. Das ist ein rechtes Praktikum für angehende Psychologen. Da stapfen sie oder hüpfen bewegten Gesichts zum Richtertisch, woran zwei Prüfer mit Sachverstand sitzen und deren Mitgebrachtes beurteilen und dann bewerten, in Euro. Zuerst stieren die Leute auf ihre Kostbarkeiten, dann auf die zwei Richter und sperren die Öhrchen auf, was die wohl sagen täten. Und dann verziehen die Leute ihre Schnuten, wenn es nicht wenigstens über tausend Euro wert ist, was sie da angekarrt haben. Was im Einzelnen aber das Schöne an den Richtern ist (Kalokagathia), sie belehren mich über vieles Mitgebrachte auf das Aufwendigste, sodass ich mir danach um Einiges gebildeter vorkomme als vorher. Und das will doch schon viel heißen, nicht wahr?

Und sind die Leute sauer über zu niedrige richterliche Abschätzigkeiten ihres Krempels, dann stapfen sie durchsäuert zurück an ihre Plätze. Wer von Euch Damenflünsche studiert, der findet  hier bestes anatomisches Vergnügen. Ich amüsiere mich herrlich über diese Gierweiber des mittleren Bürgertums. Denn wahre Gesellschaft bringt weder Krempel noch Wertgegenstände vor das Fernsehen, um gesehen zu werden, sondern hat eben was ihr gebührt zu Hause – und dort bleibt es. Die  Manieren aber der Bourgeoisie waren immer schon allein vom Profit und Effekt bestimmt. Daran unterscheidet sie sich von Damen und Kavalieren. À votre santé!

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