Medien gehen der AntiFa auf den Leim:

Wie deutsche Medien Hetzjagden verifizieren

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Autor: Kurt O. Wörl

Bislang senden die Medien als “Nachweis” für die viral verbreitete Legende von “Hetzjagden” in Chemnitz immer nur einen einzigen, kurzen Videoclip; und der stammt ausgerechnet von der linksextremen AniFa – mit ihrer ganz eigenen, staatsfeindlichen und die bürgerliche Gesellschaft ablehnenden, politischen Agenda – welche diesen unter @azeckenbiss getwittert hat. “Seriösen Journalismus” kann man die Verbreitung des nicht verifizierten Clips, jedenfalls nicht nennen.

Man sieht in dem Video, dass ein kräftiger Mann tatsächlich einem anderen jungen Mann, tatsächlich mit dunklerem Teint, über eine Straße nachstellt. Aber das Video zeigt absolut nichts, was auch nur ansatzweise Aufschluss über die Gruppen-Zugehörigkeit der abgelichteten Personen gäbe. Es zeigt auch nicht den Kontext, in welchem das Video entstand, nämlich warum der eine dem anderen nachläuft. Man hört eine Frau, die sogar sächselnd einen anderen Mann zurückruft. Die Fragen, “was war vorher?” und “warum lief einer dem anderen nach?” beantwortet das Video nicht. Es zeigt auch keine eindeutigen zeitlichen Bezüge. Das Video hätte zu jeder Zeit in irgendeiner Stadt aufgenommen werden können. Hier die Verlinkung zu dem Twitter-Beitrag der AntiFa:

Nun kann man hier spekulieren: man kann glauben ja, das sieht so aus, als jage da ein “rechter” Spinner einen Migranten. Man kann aber ebenso berechtigt spekulieren, dass es sich bei dem Gejagten um gar keinen Migranten handelt, man kann auch spekulieren, dass das Nachlaufen seine Berechtigung hatte. Aber es sind und bleiben eben schnöde Spekulationen und keine verifizierten Fakten. Wer im Medienbereich so reißerisch handelt, dem darf man getrost unterstellen, er möchte Öl ins Feuer gießen. Sie würden sich damit selbst der Hetze verdächtig machen.

Es gäbe durchaus auch denkbare, rechtfertigende Gründe für das Verfolgen eines anderen, etwa, wenn der “Flüchtende” vorher jemanden bestohlen, bedroht oder verletzt oder sonst eine Straftat begangen hätte usw. Dann nämlich wäre jedermann nach § 127 Absatz 1 StPO berechtigt, einen Tatverdächtigen vorläufig festzunehmen und bis zum Eintreffen der Polizei zur Identitätsfeststellung festzuhalten.

Ich sage damit nicht, dass da nicht ein Nazi einen Migranten gejagt hätte – weil ich das nicht weiß, es die Bilder schlicht nicht hergeben und ich auch nicht dabei war. Und die Bilder belegen auch nicht das Gegenteil. 

In gewisser Weise habe ich Verständnis dafür, wenn auf Bilder aus den Sozialen Netzen zurückgegriffen wird. Medien müssen das notgedrungen in der Berichterstattung immer wieder tun, z.B. wenn sie aus Kriegsgebieten berichten, in welchen sie aus Sicherheitsgründen keine eigenen Berichterstatter haben. Allerdings wurden solche Clips bisher stets korrekt kommentiert, was diese ANGEBLICH zeigen und die Authentizität der Bilder wurde offen gelassen. In diesem Fall hat man darauf verzichtet. Warum? Weil das so gut in das von den Medien verbreitete Konzept vom sächsischen “Dunkeldeutschland” passt?

Wissen die Medien, was sie mit ihrer Verallgemeinerung der überwältigenden Mehrheit anständiger Menschen in Sachsen antun? Sie verstoßen gegen ihre eigene Gebetsmühle, die da lautet, man solle nicht Verallgemeinern, wenn einzelne kriminelle oder gar mordende Menschen – und käme es auch noch so oft vor – auffällig werden.

Skeptisch macht aber auch die Singularität des gezeigten Videos. Wenn es wirklich solche “Jagden” im erwähnenswerter Anzahl gegeben hätte (die Medien sprachen bisher immer im Plural), dann stünden in Zeiten der Allpräsenz von Smartphones längst jede Menge solcher Videos von den Ereignissen vor Ort im Netz zur Verfügung. Stehen sie aber nicht. Selbst die zahlreich eingesetzten Fernsehteams vor Ort konnten keine solchen Szenen einfangen, dafür aber Bilder von Einsatzkräften, die ihre Schutzhelme abgenommen haben, ein sicheres Zeichen, dass das Demonstrationsgeschehen ohne Probleme verlief. Und das o.e. Video zeigt eben nur EINE Verfolgung, von der wir nicht wissen, warum sie erfolgte.

Da vertraue vorerst schon den Berichten der offiziellen Stellen, wie der Polizei und dem sächsischen Ministerpräsidenten, die solche Hetzjagden kategorisch als nicht , als der bloßen Behauptung von Angehörigen der faschistoiden AntiFa, welche es bekanntlich mit Gewaltverzicht und Wahrheitsliebe nicht selbst so hat.

Nicht verständlich war, dass auch die Bundesregierung auf dieses einzelne Video hereinfiel und spekulativ reagierte. Ob die Medien, welche darauf setzten diese Folgen, gewollt haben? Dirk Maxeiner, befasste sich soeben auf Achgut.com damit:

Achgut, 06.09.2018: Damit es bei Frau Merkel zweimal klingelt

 

Nachtwort vom 07.09.2018:

Für Journalisten, welche evtl. im Studium die eine oder andere Vorlesung geschwänzt haben: Die Deutsche Presse Agentur (dpa) gibt Tipps, was man als Journalist tun kann, um Videos oder Fotos unbekannter Herkunft auf Authentizität zu prüfen: 

dpa 03.06.2018: Digitaler Journalismus: Die fünf wichtigsten Grundregeln der Verifikation


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