Wolfgang Kubicki nimmt Stellung

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Nach dem medialen Furor zu einem Zitat, welches einem Interview entnommen war, das Wolfgang Kubicki dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) gegeben hat, hat Kubicki auf seiner Facebook-Seite nun dazu Stellung bezogen. Das war auch gut so! Denn leider rauschte zwar das aus dem Zusammenhang gerissene, kritisierte Zitat durch den Medienwald, das ganze Interview, welches erst den Kontext herstellen würde, hat die Medienwelt bislang jedoch nicht veröffentlicht, auch nicht das RND. Man fragt sich warum!

Kubickis Statement (Facebook):

“Es ist manchmal schon erstaunlich, wie weit Äußerungen interpretiert werden, um am Ende eine knackige Überschrift zu erhalten. Ich habe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland folgendes Zitat gegeben. Wer nach dem Lesen dieser Sätze noch immer meint, dass ich irgendjemandem aus dem demokratischen Spektrum die Mitschuld an rechtsradikalen Übergriffen und Gewaltexzessen gebe, dem ist nicht mehr zu helfen.” WK

Im Anschluss liefert Kubicki den fehlenden Kontext

“Die Vorgänge in Chemnitz zeigen, dass Problemlösung dringender denn je gefragt ist. Die Bürger haben das Gefühl, dass sich der Staat vorführen lässt – von rechts und von links. “Deutschland ist Scheiße” zu brüllen und Pflastersteine auf Polizisten zu werfen, ist mindestens genauso zu verurteilen wie Hetzjagden von Rechten gegen vermeintliche Migranten.

Wir müssen konsequent gegen diejenigen vorgehen, die glauben, sie könnten rechtsfreie Räume schaffen. Die Stimmung in Chemnitz ist auch deshalb so aufgeheizt, weil es der Politik seit Jahren nicht gelingt, Ausreisepflichtige in ihre Herkunftsländer zurückzuführen. Maghrebstaaten wie Tunesien, Algerien oder Marokko müssen endlich zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt werden. Vor allem die Grünen sollten ihre Blockadehaltung an dieser Stelle aufgeben. Aber auch die SPD sollte den Mut haben, Gesetze durchzusetzen.

Das zweite Mal in Folge erklärt die Polizei in Chemnitz, die Lage falsch eingeschätzt zu haben. Es verwundert nicht, wenn die Menschen ihr Vertrauen in die innere Sicherheit unseres Staates verlieren. Man muss der sächsischen Landesregierung vorwerfen, dass sie das Vernetzen rechter Strukturen viel zu lange verharmlost hat. Das Image Sachsens sollte nicht beschädigt werden. Jetzt ist der Schaden groß – und das Image noch viel stärker beschädigt, als hätte man die Probleme von Anfang an klar benannt. 

Chemnitz jetzt so zu interpretieren, als gäbe es in Deutschland eine rechtsextremistische Massenbewegung, halte ich für maßlos übertrieben. Gut 20 Prozent der Bevölkerung haben schon immer mit rechtsextremen Positionen geliebäugelt, jetzt jedoch bekommen sie mit der AfD ein politisches Ventil. Auch die große Mehrheit der Sachsen hat mit Nazis nichts am Hut. Die Ausschreitungen in Chemnitz haben auch viel mit Gruppendynamik zu tun.

Die Wurzeln für die Ausschreitungen liegen im “Wir-schaffen-das” von Kanzlerin Angela Merkel. Es ist uns seit der Wiedervereinigung nicht ausreichend gelungen, die Menschen im Osten zu integrieren, ihnen anerkennende Wertschätzung entgegenzubringen. Wie sollen sich Menschen fühlen, die glauben, alles was ihnen jahrelang vorenthalten oder gestrichen wurde, werde auf einmal Flüchtlingen gewährt?”

Was genau ist also daran zu kritisieren? Und warum enthalten uns die Medien das ganze Interview eigentlich vor?

Bezugsbeitrag:

Schlichte Wahrheiten…

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