Literatur:

Buchrezension: Der Astronaut

rezensiert von Kurt O. Wörl

Ein Weltbestseller des US-Autoren Andy Weir:

Der Astronaut

Autor: Andy Weir

Dem 1972 geborenen US-Autoren Andy Weir, bekannt durch seinen Debütroman “Der Marsianer”, gelang mit “Der Astronaut” ein weiterer Bestseller.

ISBN-10: ‎ 3453321340
ISBN-13: ‎ 978-3453321342

560 Seiten, erschienen am 10. Mai 2021 im Heyne Verlag

Hörbuch:

ASIN: B0957VWPH3

18 Stunden, 16 Minuten, Random House Audio, Deutschland


Der Klappentext auf der Rückseite

Als Ryland Grace erwacht, muss er feststellen, dass er ganz allein ist. Er ist anscheinend der einzige Überlebende einer Raumfahrtmission, Millionen Kilometer von zu Hause entfernt, auf einem Flug ins Tau-Ceti-Sternsystem. Aber was erwartet ihn dort? Und warum sind alle anderen Besatzungsmitglieder tot? Nach und nach dämmert es Grace, dass von seinem Überleben nicht nur die Mission, sondern die Zukunft der gesamten Erdbevölkerung abhängt.

Rezension

Was für ein Buch! Dabei zählt es zum Genre Science-Fiction, das ich eigentlich nicht so mag. Aber Andy Weir ist mit “Der Astronaut” ein sehr lehrreiches Werk gelungen. Wer sich für Naturwissenschaften, insbesondere für Physik, Biologie und für Klimaschutz usw. aber auch für ein bisschen Philosophie und Lebensweisheiten interessiert, wird bei dem Buch auf seine Kosten kommen.

Die Story:

Ein Mann, Lehrer und Molekularbiologe, erwacht aus einem Koma und hat keinerlei Erinnerungen daran, wo er ist oder wo er herkommt und wie er heißt. Im gleichen Raum befinden sich ein weiterer Mann und eine Frau, die offensichtlich schon längere Zeit tot sind. Ihre Leichname sind mumifiziert. Mithilfe seiner naturwissenschaftlichen Kenntnisse findet er heraus, dass er sich auf einem Raumschiff befindet, das in einem anderen Sonnensystem unterwegs ist. Nach und nach kommen während seiner Mission Erinnerungen an die Ereignisse zurück, die zu seiner Lage geführt haben. Und auch sein Name – Ryland Grace – fällt ihm wieder ein. Unterwegs trifft er auf ein fremdes Alien-Raumschiff, das in gleicher Mission unterwegs ist.

Hintergrund: Die Erde steht vor einer bedrohlichen Situation, genauer, vor einer neuen Eiszeit. Etwas, was Wissenschaftler als “Panspermie-Theorie” bezeichnen, ist mit unserer Sonne passiert. Eine mikroskopisch kleine Spezies – ähnlich Algen – im Buch “Astrophagen” genannt, hat die Sonne befallen. Diese Astrophagen bedienen sich rasend schnell an der Sonnenenergie und wandern dann weiter zur Venus, deren Atmosphäre vorwiegend aus Kohlendioxyd besteht. Dieses Gas benötigen die Astrophagen zu ihrer Vermehrung. Die nächsten Generationen wandern wieder zur Sonne, um Energie zu tanken, um sich dann wiederum in der Venus-Atmosphäre fortzupflanzen. Das Problem für die Erde: Die Sonne wird bei diesem parasitären Vorgang immer schwächer und auf der Erde wird es immer kälter. Weltweit arbeiten Länder in einer Task-Force der Vereinten Nationen und ihre Wissenschaftler zusammen, um Wege zur Rettung der Erde zu finden. Astrophysiker haben festgestellt, dass praktisch alle Sterne der “lokalen Gruppe”, der auch unsere Sonne angehört, von Astrophagen befallen sind, mit einer Ausnahme: Das Tau-Ceti-System scheint als einziges immun gegen Astrophagen zu sein. Eine Raumfahrtmission soll herausfinden, warum Tau-Ceti immun ist und wie man mit diesem Wissen die Erde retten könnte. Unterwegs trifft der einzige Überlebende, Ryland Grace, auf ein Alien-Raumschiff, das in gleicher Mission unterwegs ist. Auch die Mannschaft der Aliens ist – bis auf einen Raumreisenden – an Bord verstorben. Die beiden Überlebenden lernen sich kennen und zu verständigen und beschließen, gemeinsam ihre Heimatplaneten zu retten. Mehr soll nicht gespoilert werden.

Resümee

Die Story selbst fand ich durchaus spannend – trotz Science-Fiction-Genre. Was mich aber wirklich gefesselt hat, das war zum einen der Part, wie sich der käferähnliche Alien-Astronaut, der eine Ammoniak-Atmosphäre mit 29fachem Erdluftdruck benötigt und der irdische, Sauerstoff atmende Raumfahrer einander annähern, wie sie auf didaktisch interessante Weise miteinander zu kommunizieren lernen und zum anderen die interessanten, breit und allgemeinverständlich eingeflochtenen, naturwissenschaftlichen Fakten. Der Wissenschaftsblogger Florian Freistetter drückte es so aus: Dem Autor Andy Weir sei es ein weiteres Mal gelungen, „seine Liebe zur Wissenschaft in eine großartige Mischung von Nerdtum, MacGyverismus, Science Fiction und Krimi zu gießen“; wobei er besonders die „Mischung von Astronomie und Biologie“ für bemerkenswert hält. Dem ist meinerseits nichts hinzuzufügen.

Kurzum: Auch wenn Science-Fiction nicht zu meinen bevorzugten Genres gehört und ich deshalb das Buch nur als Hörbuch beim Autofahren und vor dem Einschlafen im Bett genossen habe, die über 18 Stunden waren spannend, kurzweilig, vor allem lehrreich und ich habe mich bestens unterhalten gefühlt.

Prädikat: Gelungener Lese – und Hörbuchstoff

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