Zur Corona SARS CoV2-Pandemie:

Dank und Sorge über Ungereimtheiten

Autor: Kurt O. Wörl

Zunächst muss ich eine Bürgerpflicht erfüllen: Ich danke an dieser Stelle all jenen, welche derzeit für uns rund 82 Mio. Bundesbürger nahezu übermenschliche Leistungen erbringen.

Zuallererst ist dem medizinische Personal zu danken, all den Ärzten, Krankenschwestern- und -pflegern, den Laborbediensteten, dem Rettungsdienst und den Logistikern im Gesundheitswesen. Ich danke den Verkäufern/-innen- und Kassierern/-innen, welche auch bei hirnloser Klopapier-Hamsterei noch die Contenance bewahren und den Polizeibeamten, welche sicherzustellen haben, das Unvernunft und Dummheit nicht größeren Schaden als den ohnehin unvermeidlichen anrichten. Wahrscheinlich habe ich nicht alle benannt, die es verdienen, auf die es in Pandemie-Zeiten aber ankommt. Aber jedem Einzelnen davon gebührt Dank, Respekt und Anerkennung. Sie arbeiten nicht nur, während wir unseren “Hausarrest” absitzen. Sie gehen wegen der hohen Infektiosität dieses Corona-Virus’ auch ein sehr hohes, persönliches Risiko – und zwar für uns!


Dafür habt Dank!


Wer schon länger dem NEURONENSTURM folgt der weiß, ich bin kein Anhänger von Kanzlerin Angela Merkel. Dazu habe ich mich auch hinlänglich oft positioniert (z.B. hier, hier und hier). Und es ist wahr, dass ich diese zaudernde GroKo, seit den Neuwahlen 2017, für zeitweise unerträglich empfand, weil CDU, CSU und SPD die meiste Zeit vor allem mit sich selbst und ihren parteiinternen Querelen beschäftigt waren.

Dieses Bild hat sich nun, im Rahmen der Maßnahme zur Bewältigung der Corona-Pandemie, völlig gewandelt. – Nicht mit Blick auf die Kanzlerin freilich, sie hat erneut viel zu lange geschwiegen und zunächst wieder aufs Aussitzen gesetzt, obwohl die Bedrohung bereits in unser Haus eingedrungen war. Ihre Rede zur Lage der Nation wurde zwar von Vielen gut geheißen, ich hingegen hatte den Eindruck, sie hat lediglich das gemacht, wozu sie im Kabinett gedrängt wurde, und das – wie immer – frei jeder menschlichen Empathie. 

Umso angenehmer überrascht und teilweise sogar begeistert über das professionelle Krisenmanagement war/bin ich von einigen Fachministern der Bundesregierung. Zu nennen sind vor allem Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz, Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil. In einer Umfrage gibt die Bundesregierung mit ihrer besonnenen Vorgehensweise derzeit zurecht ein gutes Bild ab, 75%, also drei Viertel der Befragten, zeigten sich zufrieden bis sehr zufrieden

Zum ersten mal seit den Neuwahlen 2017 hat man man den Eindruck, diese Regierung ist im Arbeitsmodus und arbeitet wirklich mal zum Wohle der Bevölkerung. 

Für Bayern kann ich ein gleiches Loblied für die von Ministerpräsident Markus Söder geführte CSU/Freie Wähler-Regierung singen. Die Söder-Regierung hat beherzt gehandelt, als die Bundesregierung noch zauderte. Auch hier fand ich allenthalben nur Anerkennung für die professionelle Arbeit der Bayer. Staatsregierung, – Wenn man einmal die völlig unpassende Fragenattacke Anne Wills an den bayer. Ministerpräsidenten außer Acht lässt. Dafür hat die Moderatorin allerdings auch den überaus verdienten Shitstorm bereits kassiert.

Offenbar fiel der enorme Arbeitsmodus der Regierungsparteien auch den Medien auf. Waren in den Monaten vor dem Ausbruch dieser Pandemie vor allem B90/Grüne, Linke und leider auch die AfD in den Medien dauerpräsent, so erinnert man sich in der Krise offenbar auch in den Redaktionen der mehrheitlich links-grün orientierten Journaille wieder jener Kräfte, die dieses Land und seine Verfassung nach dem Kriege errichtet haben und welchen man eine Bewältigung der enormen Herausforderung auch zutraut: den Gründerparteien der Republik, nämlich CDU/CSU, SPD und FDP.

Anmerkung: Was will man auch von den “neuen” Parteien erwarten, die entweder aus einer bunten Ansammlung Unzufriedener, treudoofer Alt68er, alter K-Gruppen, RAF-Sympathisanten, unzufriedener Sozen und reichlich vielen Pädophilen (Grüne) oder aus einer stalinistische Partei mit Diktaturerfahrung (LINKE) hervorgegangen sind. Und von einer rechtspopulistisch-völkischen Ichlingspartei wie der AfD erwartet sowieso niemand irgend etwas Vernünftiges, was zur Bewältigung irgendeiner Krise taugen könnte. “Die Mitte ist das Beste” konnte man einst am Tempel zu Delphi lesen – und diese einfache Wahrheit beweist sich derzeit wie schon lange nicht mehr. 

Und trotzdem gibt es auch Kritisches anzumerken

Manche glauben, auch Jens Spahn habe bislang einen guten Job gemacht und werden diesen vielleicht beim Verteilen meines Lobes weiter oben vermisst haben. Er fehlt dort aber zurecht, denn ich finde nicht, dass Spahn bisher in der Krise wirklich Enormes geleistet hat. Vielmehr hat diese Pandemie sämtliche Versäumnisse seines Ministeriums in der Vergangenheit schonungslos aufgedeckt. 

Wir wissen nicht erst seit Ausbruch der Corona-Krise, dass unser Gesundheitswesen an chronischer Unterfinanzierung leidet. Die Privatisierung von Kliniken, die heute in erster Linie Interesse am Profit und nicht am Gesundheitswesen der Republik haben, war ein großer Fehler. Nirgendwo liegt ein Patient so schnell unter dem Messer als hierzulande, weil Operationen die Geldbringer für die Kliniken sind. Die klinische Grundversorgung der Bevölkerung gehört m.E. aber in staatliche Hände und sollte vorwiegend auch aus der Staatskasse vorfinanziert sein – so wie das vor dem Privatisierungswahn früher auch mal war. Wenn uns diese Pandemie-Krise eine Lehre erteilt, dann sicher diese: Wir müssen unser Gesundheitswesen so gestalten, dass es auch für Pandemien gerüstet ist. Das ist es aktuell nämlich in keiner Weise.

Wir zahlen jetzt den Preis dafür, dass auch das Gesundheitsressort in der Vergangenheit der Globalisierung und dem neoliberalen Wahn des “Kaputtsparens für einen schlanken Staat” verfallen war und zu oft auf den Rat der falschen Leute gesetzt hat. Noch im Juni 2019 hatte die Ausgeburt neoliberaler Vorstellungen in unserem Lande, die Bertelsmann-Stiftung, der Politik nahegelegt, dass man ohne Weiteres mehr als die Hälfte aller deutschen Kliniken schließen könne. Von den aktuell 1.400 Kliniken wären demnach 800 überflüssig. Und ausgerechnet Dr. Karl Lauterbach, der Gesundheitsexperte der SPD, nahm in einem Twitter-Tweet das von den Bertelsmännern hingeworfene Stöckchen auf und unterstütze es. Ob er sich dafür heute schämt? 

Man stelle sich nur für einen Moment – angesichts der Pandemie jetzt – vor, Länder und Kommunen hätten dieses Vorhaben nicht “blockiert”. Ich gehe da sehr weit in meinem Vorwurf ggü. neoliberaler Vorstellungen: Die hohen Corona-Todeszahlen in Italien und auch Spanien sind auch eine Folge des Kaputtsparens ihres Gesundheitssystems nach der Finanzkrise vor 13 Jahren.

Deutschland schlecht aufgestellt

Was ich überhaupt nicht verstehe, ist, warum unser Land für diese Corona-Pandemie auch logistisch so schlecht gerüstet ist. Mit einer Risikoanalyse aus dem Jahre 2012 unterrichtete die Bundesregierung (damals das Kabinett Merkel II, bestehend aus CDU/CSU+FDP) den Deutschen Bundestag über bestehende Risiken für die Bevölkerung (Bundestagsdrucksache 17/12051). Darin auch eine ausgiebige Analyse einer möglichen Pandemie durch Virus “Modi-SARS”, also genau das Ereignis, das die Welt derzeit im Griff hält. Diese Risikoanlayse wurde unter der fachlichen Führung  des “Robert-Koch-Instituts” unter Mitwirkung weiterer Bundesbehörden – darunter auch das “Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe” (BBK) – durchgeführt. 

Diese Risikoanalyse ging von folgenden Wahrscheinlichkeiten aus:

  • Eine derartige Pandemie ist “bedingt wahrscheinlich” und wird statistisch in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren erwartet.
  • es wird extrem viele Tote geben,
  • es wird extrem viele Erkrankte und Verletzte geben,
  • es wird extreme Auswirkungen auf die öffentliche Hand geben,
  • es wird extreme Auswirkungen auf die Wirtschaft geben,
  • es wird extreme Auswirkungen auf die privaten Haushalte geben,
  • es wird starke Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und Ordnung geben,
  • es sind extreme politische Auswirkungen zu erwarten,
  • es werden extreme psychologische Auswirkungen erwartet.

Quelle: Seite 56 der Risikoannalyse


Ungereimt:

Diese Pandemie ist nicht die erste in den letzten 100 Jahren. Wie kommt man zu der Wahrscheinlichkeitsannahme von 100 bis 1.000 Jahren?

  • 1918 Spanische Grippe (30 bis 50 Mio. Tote weltweit)
  • 1957 Asien-Grippe (weltweit 2 Mio. Tote, Deutschland ca. 30.000 Tote)
  • 1968 Hongkong-Grippe (weltweit 1-2 Mio. Tote, Deutschland ca. 40.000 Tote)

Bei den letzten beiden Pandemien gab es auch keinen wirtschaftlichen Shutdown, obwohl deren Letalität die der aktuellen Pandemie um ein Vielfaches überboten hat.


Die Analyse geht von einer Letalität von 10% der Erkrankten aus (das ist im Moment exakt der Prozentsatz der an Corona SARS-CoV 2-Infizierten, welche in Italien aktuell die Infektion nicht überleben). Bei über 65-Jährigen läge dieser Prozentsatz sogar bei 50%. Der Behandlungsbedarf für Erkrankte wird auf bis zu 60 Tage geschätzt.

Damit hat die Analyse bereits die enorme Herausforderung für das Gesundheitssystem allein aufgrund der Letalität und der Behandlungsdauer beschrieben.

Interessant auch die vorhergesehene Verschleppung des Virus nach Deutschland. Es wirkt als hätte sich der Virus an die Analyse wie an ein Drehbuch gehalten:  

“Zwei der ersten Fälle, die nach Deutschland eingeschleppt werden, betreffen Personen, die sich im selben südostasiatischen Land angesteckt haben. Eine der Personen fliegt noch am selben Abend nach Deutschland, um bei einer Messe in einer norddeutschen Großstadt einen Stand zu betreuen, die andere Person fliegt einen Tag später nach Deutschland zurück, um nach einem Auslandssemester in China ihr Studium in einer süddeutschen Universitätsstadt wieder aufzunehmen. Diese beiden Personen sind in Deutschland zwei der Indexpatienten, durch die die Infektion weiter verbreitet wird. Sie sind von besonderem Interesse, weil beide Personen mit außerordentlich vielen Menschen in Kontakt kommen und so stark zur initialen Verbreitung beitragen. …”

Quelle: Seite 60 der Risikoannalyse

Die erste Person war in der Realität die chinesische Mitarbeiterin eines bayerischen Automobilzulieferers, die den Stammsitz der Firma in Stockdorf bei München besuchte. Nicht von der Analyse vorhergesehen war der zweite Ursprung des Infektionsausbruches in Deutschland, nämlich eine Après-Ski-Party im Tiroler Skiort Ischgl.

Die gesamte Pandemiedauer wird nach der Analyse auf ca. drei Jahre veranschlagt, auf alle Fälle so lange, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Im Schnitt wird jeder Infizierte drei weitere Menschen anstecken. Sukzessive wird es durch eine Vielzahl von Erkrankten aber auch zu einer deutlichen Immunisierung der Bevölkerung, bereits bevor ein Impfstoff zur Verfügung steht, kommen (Herdenimmunität).

Es wird drei Infektionswellen geben: Die erste wird binnen 300 Tagen in Deutschland sechs Millionen Menschen infizieren. Die zweite Welle bis zu Tag 620 wird weitere drei Millionen Infizierte hervorbringen und die dritte Welle bis Tag 880 weitere ca, 2,3 Millionen.

Quelle: Seite 64 der Risikoannalyse

Mit einem Impfstoff wird erst 36 Monate nach dem Ausbruch der Pandemie zu rechnen sein.

Im Weiteren hat sich die Bundesregierung weitgehend an die Risikoanalyse gehalten, etwa zur Information der Bevölkerung, zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen etc. – wenn auch erst reichlich spät.

Interessant: Die Risikoanalyse bei den zu erwartenden Folgen der Pandemie:

Zur Logistik wird angeführt:

“Ausfälle an einzelnen Punkten innerhalb der Lieferketten multiplizieren sich aufgrund der komplexen Interdependenzen. Personalausfälle führen hier deshalb mitunter zu erheblichen Einschränkungen bzw. zu Unterbrechungen von Lieferketten. Dies hat entsprechende Auswirkungen auf Produktionsprozesse und andere Infrastruktursektoren. Gewisse Transportkapazitäten werden zum Transport von Gütern mit besonderer Priorität eingesetzt (z. B. Lebensmittel, Energieträger).”

Quelle: Seite 72 der Risikoannalyse

Zur medizinischen Versorgung:

“Die hohe Zahl von Konsultationen und Behandlungen stellt sowohl Krankenhäuser als auch niedergelassenen Ärzte vor immense Probleme. Die medizinische Versorgung bricht bundesweit zusammen.

Die personellen und materiellen Kapazitäten reichen nicht aus, um die gewohnte Versorgung aufrecht zu erhalten. Der aktuellen Kapazität von 500.000 Krankenhausbetten (reine Bettenanzahl, von denen ein Teil bereits von anders Erkrankten belegt ist, die Bettenzahl ließe sich durch provisorische Maßnahmen leicht erhöhen) stehen im betrachteten Zeitraum (1. Welle) mehr als 4 Millionen Erkrankte gegenüber, die unter normalen Umständen im Krankenhaus behandelt werden müssten. Der überwiegende Teil der Erkrankten kann somit nicht adäquat versorgt werden, so dass die Versorgung der meisten Betroffenen zu Hause erfolgen muss. Notlazarette werden eingerichtet.

Auch im Gesundheitsbereich kommt es zu überdurchschnittlich hohen Personalausfällen (z. B. aufgrund erhöhter Ansteckungsgefahr, psychosozialer Belastungen) bei gleichzeitig deutlich erhöhtem Personalbedarf. Arzneimittel, Medizinprodukte, persönliche Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel werden verstärkt nachgefragt. Da Krankenhäuser, Arztpraxen und Behörden in der Regel auf schnelle Nachlieferung angewiesen sind, die Industrie die Nachfrage jedoch nicht mehr vollständig bedienen kann, entstehen Engpässe.

Aufgrund der hohen Sterberate stellt auch die Beisetzung der Verstorbenen eine große Herausforderung dar (Massenanfall an Leichen, Sorge vor Infektiosität).”

Quelle: Seite 73 der Risikoannalyse

Zu Arzneimitteln und Impfstoffen:

“Ein Impfstoff existiert zunächst nicht und wird erst nach etwa drei Jahren verfügbar sein.

Die Bestände an Arzneimitteln zur Behandlung der Symptome reichen zunächst aus, Ersatzbeschaffungen werden zeitnah geordert, jedoch stößt die internationale Pharmaindustrie an die Grenzen der Produktionskapazität.”

Quelle: Seite 73 der Risikoannalyse

Zum Notfall-/Rettungswesen:

“Aufgrund der flächendeckenden und langandauernden Lage werden alle Kräfte des deutschen Notfall- und Rettungswesens einschließlich des Katastrophenschutzes stark beansprucht. Auch die Hilfeleistungspotentiale des Bundes (z. B. THW, Bundespolizei, Bundeswehr) werden in allen Bereichen unterstützend eingesetzt. Trotz maximalen Einsatzes können die Aufgaben v.a. während der Höhepunkte der Erkrankungswellen nicht bewältigt werden.

Die Mobilisierung der ehrenamtlichen Potentiale gelingt nur unzureichend, zumal es in dem hauptsächlich ehrenamtlich getragen Hilfeleistungssystem Deutschlands zu Interessenkonflikten kommt.”

Quelle: Seite 75 der Risikoannalyse


Vollständige Risikoanalyse zum Herunterladen Download


Man darf also feststellen, die Risikoanalyse aus dem Jahre 2012 war schon ziemlich präzise in ihren Annahmen. Und sie hat auch präzise vorhergesagt, dass persönliche Schutzausrüstungen und Desinfektionsmittel verstärkt nachgefragt werden. Gemeint sind also

  • Schutzanzüge,
  • Atemschutzmasken (FFP2 und FFP3),
  • Desinfektionsmittel.

Ich könnte mich tierisch aufregen, wenn mir Politiker heute aus dem Fernsehen heraus erklären, mir als zur Risikogruppe gehörenden Mitsechziger würde eine Atemschutzmaske gar keinen Schutz bieten, um gleich im nächsten Satz zu erklären, dass aber das medizinische Personal zum Selbst- und Fremdschutz dringend darauf angewiesen seien. Gleiches gilt für Desinfektionsmittel. – Häufiges und intensives Händewaschen soll für Ottonormalverbraucher völlig ausreichen?

Aber die Regierung wusste doch, dass es auf diese relevanten Güter einen Run geben wird. Warum um alles wurden diese wichtigen Produkten nicht für die Bewältigung einer Pandemie-Katastrophe in ausreichender Menge beschafft und eingelagert? 


Ungereimt:

Moderne Medien machen es möglich. Wir sehen, dass gerade in jenen Staaten, vor allem in Fernost, welche diese Pandemie besonders gut meistern (China, Taiwan, Signapur, Südkorea), deren Bevölkerung intensiv Atemschutzmasken tragen und wo der öffentliche Raum sehr großzügig (Türgriffe, Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmittel, sogar Bürgersteige) mit Desinfektionsmitteln behandelt wird, offenbar an derartigen Gütern keinen Mangel haben.

In dieses Problemfeld platzt nun auch noch die Nachricht, dass Außenminister Heiko Maas noch im Februar großzügig Schutzkleidung, Desinfektionsmittel und Sprühgeräte nach China verschenkt habe. Diese Nachricht ist leider auch kein Fake, sie wurde von den Faktencheckern von Correctiv und Mimikama geprüft:

Mimikama: Deutschland hat Schutzausrüstung nach China geschickt

Und Gesundheitsminister Jens Spahn hat diesen Irrsinn nicht verhindert! Das ist, um es mit Heiko Maas’ Lieblingsfloskel zu kommentieren, “inakzeptabel”!

Das alles provoziert berechtigte Fragen:

Warum hat das angeblich “reichste Land Europas”, also Deutschland, gerade bei diesen existenziell wichtigen Gütern massiven Mangel? 

Wusste man denn nicht, das “Just in time” in der Krise nicht funktioniert?

Warum um alles in der Welt wurden nach Herausgabe dieser Risikoanalyse nicht genau diese Güter für die Bewältigung einer Pandemie großzügig bevorratet?

Dass Lieferketten zusammenbrechen werden, hat doch die Risikoanalyse ergeben. Wir leisten uns ein “Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe” (BBK), das an dieser Analyse mitgewirkt hat und das leistet alles, nur keinen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Dafür empfiehlt es auf seiner Homepage, die Bevölkerung solle für Krisenfälle einen Hamstervorrat anlegen.  Zum leidigen Thema Klopapier empfiehlt es:

“Halten Sie genügend Seife, Waschmittel, Zahnpasta, Feuchttücher und Toilettenpapier vorrätig.”
(Deutsche sind, wie man weiß, durchaus gerne gehorsam).

Noch witziger: für Sauberkeit und Hygiene empfiehlt das BBK

“Benutzen Sie Händedesinfektionsmittel.


Kritik kommt auch vom Präsidenten der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt. Der soll sich nach einem Bericht des Journalisten Gabor Steingart mit einem Brandbrief an Jens Spahn und in Kopie an das Kanzleramt gewandt haben. Hier geht’s zur Fundsache:

GaborSteingart: Operation gelungen, Deutschland tot

Abschließend: Dass da ein logischer Widerspruch zur Wirksamkeit von Atemschutzmasken besteht, fiel auch dem FOCUS-Kolumnisten Jan Fleischhauer auf. Er hat das Nötige dazu in einem Videobeitrag zusammengefasst:

Bild von Alexandra_Koch auf Pixabay


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