Ein 23jähriger Mathematik-Student klärt auf:

Der Inzidenz-Murks des RKI

Autor: Kurt O. Wörl

Schön öfter habe ich die Inzidenz-Berechnung des Robert-Koch-Instituts (RKI) kritisiert und darauf hingewiesen, dass die derzeit massiv zunehmenden Schnelltests auf breiter Ebene zwangsläufig die Inzidenzwerte steigen lässt, ohne dass sich am tatsächlichen Infektionsgeschehen etwas ändern muss. Dabei geht es vor allem um die symptomlos verlaufenden Infektionen.

Meine Überlegungen waren simpel, hier in einfachem Deutsch:

  • Viele Coronatests decken viele Infektionen auf
    = die Dunkelziffer sinkt aber die Inzidenz steigt.
  • Wenige Coronatests decken wenige Infektionen auf
    = die Dunkelziffer ist unbekannt und hoch, der Inzidenzwert niedrig.
  • Keine Coronatests decken keine Infektionen auf
    = Dunkelziffer 100%, Inzidenz = 0

Nun hat der Mathematikstudent Patrick Schönherr, aus Bayerisch Gmain, noch zwei zusätzliche Probleme bei der kritisierenswerten Inzidenz-Berechnung des RKI aufgedeckt, nämlich, dass in Deutschland nicht flächendeckend in gleicher Dichte getestet wird, die Inzidenzen nicht vergleichbar sind und die Negativtests bei der Berechnung nicht berücksichtigt werden. Die Inzidenzwerte des RKI seien deshalb schlicht unbrauchbar, weil sie keinerlei Rückschlüsse auf das tatsächliche Pandemiegeschehen zulassen. – Übrigens: Um die Darstellung des Studenten nachvollziehen zu können, genügen Mathekenntnisse der Mittelstufe, naja, eigentlich sogar die Grundrechenarten.

Als Beispiel zur Erläuterung des Problems nimmt Schönherr zwei identisch belastete Landkreise an, das aufzeigt, wo der Rechenfehler des RKI bei seiner Berechnungsart liegt:

Annahme:

Landkreis A und B mit je 50.000 Einwohner und 1% = 500 Infizierten.

  • Landkreis A testet binnen 7 Tagen 5.000 Einwohner
    und stellt dabei 50 Infektionen fest = Inzidenz 100
  • Landkreis B testet in derselben Zeit nur 2.000 Einwohner
    und stellt dabei 20 Infektionen fest = Inzidenz 40

Obwohl beide Landkreise die absolut gleiche pandemische Lage hätten, lägen nach den RKI-Berechnungen die Inzidenzwerte so weit auseinander, mit gravierenden, aber nicht zu verantwortenden Auswirkungen auf die Freiheit der Menschen im testfleißigen Landkreis.

Nach der Berechnungsweise des RKI müsste Landkreis A harte Eindämmungsmaßnahmen ergreifen, während im Landkreis B die Menschen das Leben in Cafés, bei Kultur und sozialen Beziehungen genießen könnten obwohl beide Landkreise völlig identisch belastet sind. Die Unbekannte in der Berechnung des RKI ist die Anzahl der negativ ausgegangenen Tests und die fehlende Normierung entsprechend des Bundesdurchschnitts.

Der Student kritisiert aber nicht nur die Inzidenzberechnung, er zeigt auch auf, wie sie besser zu berechnen wäre, aber sehen Sie selbst:

Nachtrag:

Es war zu erwarten, dass die Problemdarstellung des Studenten auch von Verschwörungstheoretikern, Corona-Leugnern, Aluhut-Trägern etc. aufgegriffen werden wird. Er nimmt in seiner Facebook-Chronik dazu Stellung und stellt auch einige Missverständnisse seitens der Journaille klar. Deshalb hier explizit der Link zu dem Beitrag von Patrick Schönherr:

Statement von Patrick Schönherr

Titelbild von Julia_S auf Pixabay


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