Pandemie: Harte Maßnahmen, kaum Erfolg, irre Strategie:

Deutschland wird Schiffbruch erleiden

Autor: Kurt O. Wörl

Schweden hatte zu Beginn der Pandemie eine hohe Sterberate zu verzeichnen, vor allem wegen betroffener nicht geschützter, Alten- und Pflegeheime. Es wurde deshalb wegen seines liberaleren Umgangs mit der Pandemie, praktisch ohne Lockdown und Maskenpflicht, vor allem seitens der deutschen Politik, heftig gescholten. Das war allerdings im Sommer letzten Jahres, als Deutschland zum Erstaunen der ganzen Welt vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie glitt. Aus der ganzen Welt gingen Anfragen ein, wie die Deutschen das hinbekommen haben. Wir wurden weltweit bewundert!

Zunächst wurden die Anfragen mit dem konsequenten Lockdown im Frühjahr 2020 beantwortet, doch diese Begründung war nicht haltbar. Denn beim Blick auf die Zeitschiene des Infektionsgeschehens war ersichtlich, dass die erste Welle bereits eine Woche bevor die Lockdown-Maßnahmen überhaupt in Kraft traten, fast bis zur Bedeutungslosigkeit gebrochen war. Wirksam war ausschließlich das überaus vernünftige und besonnene Verhalten der überwältigenden Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Ich bin hier fast ein bisschen stolz auf meine Landsleute. Und dennoch war ich mir sicher: Das kann sich schnell ändern und habe in mehreren meiner Beiträge darauf hingewiesen, dass erst nach dem Ende der Pandemie abgerechnet wird.

Dann kam ein in Deutschland besonders heißer Sommer, der das SARS CoV-2 weitgehend in Schach hielt. – Jedenfalls, der erste Lockdown muss im Rückblick als überflüssige Fehlentscheidung betrachtet werden. Er hat praktisch nichts zum Rückgang des Infektionsgeschehens beigetragen, aber enormen wirtschaftlichen Schaden angerichtet und Millionen Existenzen gefährdet. Trotzdem kann man das Vorgehen der deutschen Regierung nicht wirklich kritisieren, sie musste ja irgendwie handeln.

Regierungsversagen mit Ansage

Deutschland war in unverantwortlicher Weise überaus schlecht auf eine Pandemie vorbereitet. In einer Risikoanalyse aus dem Jahre 2012, veröffentlicht am 03.01.2013, erstellt unter Führung des Robert-Koch-Instituts, in welcher das Szenario einer Modi-SARS-Pandemie durchgespielt wurde, sind exakt die Probleme aufgezeigt, die uns mit der SARS CoV-2-Pandemie dann tatsächlich ereilt haben. Die Risiko-Analyse sagte bereits damals voraus:

  • den Mangel an Schutzkleidung,
  • den Mangel an Atemschutzmasken,
  • den Mangel an Intensivplätzen mit Beatmungsmöglichkeit,
  • einen Personalmangel in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen,
  • die Überlastung des Gesundheitswesens.

Zu den Auswirkungen einer solchen Pandemie prophezeiten die Fachleute, unter den Voraussetzung von damals wohlgemerkt, folgendes:

  • eine derartige Pandemie ist “bedingt wahrscheinlich” und wird statistisch in einem Zeitraum von 100 bis 1.000 Jahren erwartet.
  • es wird extrem viele Tote geben,
  • es wird extrem viele Erkrankte und Verletzte geben,
  • es wird extreme Auswirkungen auf die öffentliche Hand geben,
  • es wird extreme Auswirkungen auf die Wirtschaft geben,
  • es wird extreme Auswirkungen auf die privaten Haushalte geben,
  • es wird starke Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit und Ordnung geben,
  • es sind extreme politische Auswirkungen zu erwarten,
  • es werden extreme psychologische Auswirkungen erwartet.

Die Regierung unter Angela Merkel war also bestens über diese Gefahren informiert – und tat nichts! Die Risiko-Analyse verschwand in der Schublade.

Deutschland ist seit Oktober 2020 inzwischen von einer zweiten und überaus heftigen und anhaltenden Welle getroffen. Deutschland zählt heute zu den am meisten betroffenen Ländern in der weltweiten Pandemie – und findet nicht die richtigen Antworten. Es gibt keinen Grund mehr, Deutschland zu bewundern. Mit immer härteren Lockdown-Maßnahmen, Ausgangssperren, Mobilitätsbeschränkungen, versuchen die Bundesregierung und die Länderregierungen die Inzidenzwerte wieder unter Hundert zu bringen. Unter den Ministerpräsidenten scheint ein Wettbewerb ausgebrochen zu sein, wer wohl den “härtesten Hund” gibt. Das Ranking führt bisher ungeschlagen Bayerns Ministerpräsident Markus Söder an – und das mit großer Zustimmung der Bevölkerung. Seine Umfragewerte schießen durch die Decke – und das gefällt ihm im Ringen um die nächste Kanzlerschaft offensichtlich sehr. Ich räume ein, dass ich als gleich mehrfach Risikobehafteter bisher Söders Weg ohne Wenn und Aber unterstützt habe. Ich verspüre aber auch, dass mir inzwischen zunehmend Zweifel an Söders Vorgehen kommen, denn seine unerbittlich harte Vorgehensweise korrespondiert in keiner Weise mit dem “Erfolg” – oder besser – mit dem Misserfolg seiner Eindämmungspolitik.

Deutschland im Vergleich

Deutschland gehört mit Platz 10 inzwischen zu den am heftigsten von der Pandemie betroffenen Ländern, hinter Italien und Spanien. Und damit komme ich zum erwähnten Weg Schwedens zu Beginn dieses Beitrags zurück:

Wie gesagt, stand Schweden zu Beginn der Pandemie, wegen der zunächst tatsächlich sehr hohen Sterberate, vor allem in Deutschland massiv in der Kritik. Noch anfangs Dezember titelte der Spiegel. “Das schwedische Corona-Desaster”. Aber stimmt das auch, was die deutsche Journaille da schreibt? Wir werden sehen.

Stand heute gelten in Schweden folgende Bedingungen:

  • keine Pflicht, Gesichts- oder Atemschutzmasken zu tragen (tatsächlich sieht man in der Öffentlichkeit kaum Menschen, welche Masken tragen und eine Maskenpflicht wird in Schweden noch nicht einmal diskutiert). 
  • die Schulen bis zur 8. Klasse sind ganzjährig geöffnet
  • Homeschooling für die Oberstufen-Klassen
  • geöffnet sind auch: Restaurants, Cafés, Hotels, Fitness-Studios usw.
  • öffentliche Veranstaltungen wurden auf acht Personen begrenzt.

Das ist alles! Es gab keinen Lockdown, privat dürfen sich auch mehr als acht Personen treffen, es gab keine groß angelegte Einschränkung der Grundrechte. Schweden bleibt bei seinem liberalen Weg, appelliert lediglich an die Vernunft seiner Bürger, statt sie mit einer Vielzahl von Verboten zu drangsalieren. Das schwedische Notfall-Pandemiegesetz, das erst im April letzten Jahres verabschiedet worden war, lief im Juni wieder aus, ohne je in Kraft gesetzt worden zu sein.

Die drastischen Maßnahmen in Deutschland setze ich als bekannt voraus. Und nun lassen wir doch einfach die Zahlen sprechen. Beginnen wir mit der wichtigsten Zahl, der Sterberate, die anfangs in Schweden sehr hoch war. Wie sieht das heute, nach knapp einem Jahr aus? Mehr noch: Ich nehme noch die USA dazu, die ja weltweit die meisten Infektionen zu verzeichnen hat

Stand:15.01.2020

Region Infektionsfälle Sterbefälle Sterberate
Bayern 369.672 8.513 2,30%
Deutschland gesamt 2.000.958 44.994 2,25%
NRW 444.159 8.838 1,99%
Schweden 523.486 10.323 1,97%
USA 23.848.410 397.994 1,67%

Erstaunlich, nicht wahr? Behalten Sie im Hinterkopf, dass das Merkel-Söder’sche Mantra immer war:

“Der Schutz des Lebens steht an erster Stelle!”

Schweden hat inzwischen weniger Totdesfälle pro Hundert Infektionen als Deutschland, mit seinen brutalen Lockdown-Maßnahmen. Und Bayern, mit den noch härteren Maßnahmen, liegt beim Sterben noch vor dem Bundesdurchschnitt. Die USA, deren Gesundheitssystem mangels vernünftiger Krankenversicherung stets in der Kritik steht, schneidet im Vergleich hier am besten ab. Man kann nur staunen!

Mit Blick auf Schweden sollten deutsche und vor allem bayerische Politiker fortan besser die Klappe halten. Sie müssen nämlich jetzt erklären, warum hier, trotz massiver Freiheitseinschränkungen, mehr Menschen an Corona gestorben sind als in Schweden und in den USA. – Taugen unsere medizinischen Einrichtungen nichts? Sterben Deutsche genetisch bedingt einfach häufiger? Werden Grippetote den Corona-Toten zugerechnet, oder gar MRSA-Tote (MRSA multiresistente Erreger)? Egal was zutrifft, die deutsche Regierung hat die Pandemie derzeit nicht im Griff (und wird sie nach meiner Einschätzung vor Sommer auch nicht in den Griff bekommen).

Doch damit nicht genug. Beim schwedischen Weg zeigt sich noch ein weiterer Vorteil. Schweden hat es zugelassen, dass die jungen Generationen, bei welchen die Corona-Infektion fast durchwegs symptomfrei verläuft, sich immunisieren können. Jede durchlaufene Infektion bringt zugleich die Immunisierung gegen den Virus mit sich, kommt also einer Impfung gleich. Wie also sieht es mit der Immunisierung in den o.g. Ländern aus:

Region Immunisierung durch Infektion Immunisierung durch Impfung Immunisierung gesamt
USA 32,70% 3,73% 36,43%
Schweden 23,03% 0,79% 23,82%
Bayern 12,67% 1,28% 13,95%
NRW 11,15% 0,97% 12,12%
Deutschland gesamt 10,84% 1,01% 11,85%

Warum ist Schweden erfolgreicher?

Warum also ist Schweden, entgegen der falschen, medialen Kakophonie in Deutschland, in Wahrheit mit seiner liberaleren Vorgehensweise doch erfolgreicher? Nun, ich bin weder Epidemiologe noch Soziologe und auch kein Psychologe, aber ich kann mir das schon erklären, und zwar anhand der Entwicklung in Deutschland bei der ersten Welle.

Wir erinnern uns: Zu Beginn wurde der Ausbruch der Pandemie in Deutschland nicht sonderlich ernst genommen. Bundesregierung und die Länderregierung gaben Empfehlungen, das Maskentragen wurde als nutzlos bezeichnet (wohl weil wir auch gar keine hatten), das Leben ging weiter. Die Menschen in Deutschland ahnten aber mehr: Sie waren von den Bildern aus China und Italien beeindruckt. In ihrer Not nähten sie sich selbst sog. “Alltagsmasken”, hielten Abstand, waren einfach vernünftig und erreichten es so, noch bevor die ersten Lockdown-Maßnahmen überhaupt anliefen, die erste Welle selbst zu brechen. Sie wurden noch als mündige, selbstverantwortliche Bürger behandelt, so wie das auch Schweden ohne Wenn und Aber von Beginn an durchhält. Der Sommer verlief dann wieder weitgehend normal, man konnte sogar in den Urlaub ins Ausland reisen (was ich bis heute nicht begreife). Große Hoffnungen setzte man auf die 65 Mio. EUR teure Corona-App, die zwar perfekt unsere Daten, uns aber nicht vor einer Corona-Infektion schützt. Murks in Bits und Bytes wurde da programmiert.

Wenn Menschen respektvoll als Souverän behandelt werden und nicht wie unmündige Untertanen, dann handeln sie in aller Regel, schon aus Eigeninteresse, vernünftig. Das alleine war der Grund für das anfängliche “Wunder von Deutschland”, das bis in den Spätsommer 2020 so gut durch die Pandemie kam.

Auch die Politik machte Ferien, ließ den Sommer ungenutzt verstreichen und hat Vieles versäumt: Weder wurden die Ferien genutzt, Schulen mit Belüftungsanlagen, besser noch mit Entkeimungsanlagen auszustatten, noch sah man sich veranlasst, endlich nach dem Tübinger Modell die Risikogruppen zu schützen, noch setzte man die inzwischen ausreichend zur Verfügung stehenden Corona-Schnelltests konsequent in Alten-und Pflegeheimen ein.  

Dann rollte, wie das Amen in der Kirche, die längst von Epidemiologen vorhergesagte zweite Welle an. Und jetzt setzte die Politik auf die, bei uns Deutschen nach zwei Weltkriegen schon immer stark ausgeprägten Zukunfts- und Existenzängste, die in der Literatur sogar einen eigenen Begriff erhielten “the German Angst“. Der Apokalyptiker und SPD-Politiker Karl Lauterbach tingelt bis heute unablässig durch die Talkshows und verbreitete sein “Wir-werden-alle-sterben”-Mantra bis zum Erbrechen. Auch auf Schuldgefühle wurde gesetzt und davor gewarnt “willst du schuld sein, wenn deine Oma wegen dir an Corona stirbt?” – Mich erinnert das an alte Erziehungsmethoden: “Wenn du nicht brav bist, kommst du nicht in dem Himmel oder holt dich der Schwarze Mann…”. Doch “Angst fressen Seele auf”, wissen wir seit einem Fassbinderfilm gleichen Titels.

In Angst handeln Menschen oft unvernünftig, nicht selten hysterisch und nicht mehr unbedingt rational. Es ist leider auch eine ziemlich deutsche Eigenart, sich in Existenzangst “starken”, “durchgreifenden” Politikern unterzuordnen und freiwillig Selbstverantwortung gegen Fremdbestimmung einzutauschen. Diese allzu deutsche Neigung führte unser Land schon einmal in eine Katastrophe, in die Nazi-Zeit.

Wie von der Politik erwartet, reagierten die Menschen entsprechend. Die Umfragewerte für die CDU/CSU und vor allem für den “harten Hund” Markus Söder gingen durch die Decke – und das kann jetzt, im Superwahljahr, für die Genannten ja nur eine gute Nachricht sein. Diese breite Zustimmung genießen Union und Söder sichtlich. Doch bedeutet eine aus Angst generierte Zustimmung nicht zugleich, dass das, was die “harten Hunde” verzapfen, auch das Richtige ist. Es ist allenfalls im Moment populär, was Populisten ja gerne mögen.

Merkel und Söder sind gescheitert

Angesichts der o.g. Zahlen sind Angela Merkel und Markus Söder, mit ihrer harten Linie, grandios gescheitert. Söders Bayern hat weniger Infizierte als Nordrhein-Westfalen, aber die höchste Sterberate in ganz Deutschland zu verzeichnen. Die Grenzlage zu Österreich kann nicht mehr als Ausrede gelten, denn diese hat NRW zu Belgien auch, das nicht minder betroffen war, wie Österreich. Zudem hat Österreich schon länger einen viel geringeren Inzidenzwert als Bayern zu aufzuweisen und liegt in der Sterberate ebenfalls unter der Bayerns.

Und der inzwischen ohne jeden Zweifel sehr viel erfolgreichere schwedische Weg ist der beste Beleg dafür, dass die deutsche und vor allem die bayerische Strategie eine falsche war. Man hätte weiterhin auf die Vernunft der Menschen und nicht auf Angst setzen sollen. Uns wäre damit vermutlich auch diese dämliche “Querdenker-Bewegung” erspart geblieben.

Deutschland wird scheitern

Die deutsche Politik wird ihren eingeschlagenen Weg nicht ändern. Man müsste Fehler zugeben und das kann weder Merkel noch Söder. Zu verlockend sind die Umfragewerte im Superwahljahr und Karriere-Motive, etwa zur neuen Kanzlerschaft, spielen ebenfalls eine große Rolle. Für Söder suggerieren die Umfragewerte die scheinbare “Richtigkeit” des harten Kurses. Aber er wird nicht erfolgreich sein. Ich wette, Deutschland wird auf ganzer Linie scheitern und die Politik wird am Ende den Bürgern die Schuld dafür zuweisen, weil sie “nicht brav genug” waren. Das wird zwar so sein, aber es ist infam, weil nachweislich falsch, denn:

Deutschland verzichtet nach wie vor auf den konsequenten Schutz der Risikogruppen. Es verzichtet auf sog. Fieberkliniken, in welchen Infizierte, auch ohne Symptome, in Quarantäne leben, bis sie nicht mehr ansteckend sind. Diese wären aber, wenn die Nation im “Hausarrest” sitzt, zwingend erforderlich.

Den Begriff Fieberkliniken muss man vielleicht erklären: Wenn ich mich recht erinnere, stammt diese überaus erfolgreiche Einrichtung einer Idee aus Japan. Man hat die im Lockdown für den Tourismus sowieso geschlossenen Hotels genutzt, um dort infizierte Menschen, die aber keiner besonderen medizinischen Betreuung bedürfen, zu isolieren. Mit großem Erfolg! – Ganz nebenbei musste ein Großteil des Hotelpersonals nicht in Kurzarbeit oder gar in die Arbeitslosigkeit geschickt werden.

Warum sind Fieberkliniken sinnvoll? Nun, in Deutschland setzt man auf häusliche Quarantäne, Ausgangssperren, Mobilitätseinschränkung. Also sitzen die meisten Menschen zu Hause. Infiziert sich auch nur ein Familienmitglied werden sich zwangsläufig weitere Familienmitglieder infizieren – je größer die Familie umso mehr. Es ist in einer normalen 3 oder 4-Zimmerwohnung schlicht nicht möglich, die Hygienemaßnahmen einzuhalten. Und inzwischen dürfte auch klar sein, dass die allermeisten Ansteckungen tatsächlich im privaten, häuslichen Umfeld geschehen. Das ist jene Infektionslage, welche die Politik dubioser Weise als “diffus” bezeichnet. Der Inzidenzwert wird sich deshalb bis April auch nicht unter 100 drücken lassen.

Je mehr die Politik die Freiheit der Menschen einschränken wird und je weniger Erfolg diese harten Maßnahmen unterm Strich bringen, umso mehr Menschen werden sich irgendwann dagegen auflehnen, auch solche, welche den Weg bislang gut und richtig fanden und der Politik vertrauten – ich zähle zu letzteren, obwohl mich die ganzen Maßnahmen selbst kaum betreffen, gewiss ein Privileg. Ich schütze mich schon seit Beginn der Pandemie eigenverantwortlich selbst und kann das auch gut organisieren.

Ich wette: Spätestens Ende April ist es vorbei mit den hohen Zustimmungswerten für die harte Lockdown und Kontaktsperre-Politik. Noch weiter wird die Zustimmung absinken, wenn Angela Merkels Impfstoff-Desaster in voller Breite wirksam wird.

Erstaunlicherweise hinterfragen inzwischen auch Moderatoren der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten, sonst nur Applauskulisse für die Merkel-Regierung, die Beschaffungsstrategie für den Impfstoff über Europa, die dazu führte, dass der beste, in Deutschland entwickelte Impfstoff von BionTech (über 90%ige Wirksamkeit) zwar weltweit, nur nicht in Deutschland in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht. Ich wette deshalb ferner, dass die Masse der Deutschen den billigeren und weitaus weniger wirksamen Impfstoff von AstraZeneca (nur 70%ige Wirksamkeit) angeboten bekommen wird und Gesundheitsminister Jens Spahn hat schon mal vorbeugend verkündet, dass den Bürgern keine Wahlmöglichkeit eingeräumt wird, welchen Impfstoff sie erhalten werden. Auch das wird noch vor den Bundestagswahlen passieren.

Warum Merkel die Beschaffung des Impfstoffes über die EU angestoßen hat, ist schon klar, sie wollte halt als vorbildliche Europäerin in die Geschichte eingehen. Sie hat die Beschaffung in die Hände ausgerechnet von Ursula von der Leyen gegeben, der bereits bei der Beschaffung von Rüstungsgütern als Verteidigungsministerin nur die Note “mangelhaft” gegeben werden konnte (Panzer, die nicht einsatzbereit sind, Hubschrauber, die Rotorblätter verlieren, Marinehubschrauber, die nicht über dem Wasser fliegen dürfen, Gewehre, die danebenschießen, wenn sie heiß werden usw.). 

Dass die EU aber schon in der Flüchtlingskrise unfähig war, große Probleme auf europäischer Ebene zu lösen (wovon Merkel immer träumt) und die betroffenen Länder, allen voran Deutschland, im Stich gelassen hat, spielte bei der Entscheidung der Kanzlerin wohl keine Rolle. Folge: In den deutschen Impfzentren dreht man derweil Däumchen, die Menschen sterben weiter in beängstigendem Ausmaß und am Ende wird ein Billigimpfstoff mit geringer Wirkung in Breite zur Anwendung kommen. Wetten?

Übrigens: unsere Oma, 98 Jahre, gesund und bei klarem Verstand, darf nach einem Corona-Ausbruch in ihrem Seniorenstift seit 14 Tagen ihr Zimmer nicht verlassen. Sie und eine weitere ältere Dame waren die einzigen, die sich nicht infiziert hatten. Beide sind bis heute nicht geimpft … vage nannte man uns den 24.01.2021 als Impftermin.

Deutschland wird scheitern, diese Gewissheit befällt mich täglich mehr. Das Schlimme daran: wir haben unsere Wirtschaft ramponiert, wir haben unzähliges Leid über die Menschen gebracht (man mag gar nicht erst an die Kinder denken) und haben dennoch das Erhoffte nicht ansatzweise bewirkt. Sollte es so kommen, wie ich es befürchte, werden die Wähler das vermutlich, bei den vielen Landtagswahlen heuer und bei der Bundestagswahl, bei ihrer Stimmabgabe mit einpreisen. Womöglich steht uns dann eine weitere Katastrophe ins Haus: Eine rot-rot-grüne Bundesregierung. Dann aber Prost-Mahlzeit!

Bild von Yuri_B auf Pixabay


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