Corona-Infoboard

Autor: Kurt O. Wörl Stand: Samstag, 19.06.2021
Nächste Aktualisierung: 20.06.2021, ab 10 Uhr

Headline-Infos:

An Wochenenden können die Corona-Zahlen unvollständig sein, da nicht alle Gesundheitsämter an freien Tagen die Daten aktualisieren. So haben Österreich und der Landkreis Roth heute ihre Zahlen nicht aktualisiert. Schweden liefert wegen anhaltender IT-Probleme derzeit keine aktualisierten Daten.
Bayern fällt beim Impffortschritt hinter den Bundesdurchschnitt zurück.
In Schwabach hat nun deutlich über die Hälfte der Bevölkerung, nämlich 59%, die Erstimpfung und 37,7% (über ein Drittel der Bevölkerung) die Zweitimpfung erhalten. Pro 100 Einwohner wurden in der Stadt mithin 96,7 Impfdosen an die Bürger verabreicht. Damit hat Schwabach, Stand heute, den Durchschnitt der EU, den Impfortschritt in den USA (wo die Impfkampagne sehr viel früher begann), den Deutschlands und aller Bundesländer, inkl. Bayern, weit überholt. Das ist für unsere Stadt eine enorme Leistung! – Ein Dank an das Impfzentrum und die impfenden Arztpraxen ist mehr als angemessen.
Nach der gestrigen Null-Inzidenz wurde in Schwabach eine Neuinfektion registriert, weshalb die Inzidenz heute wieder auf 2,4 anstieg (da Schwabach nur rund 40.000 Einwohner hat, stellt die auf 100.000 Einwohner errechnete Inzidenz hier stets eine Hochrechnung dar (1 Infizierter = 2,4 Inzidenzpunkte). Deshalb fallen die Sprünge in Schwabach immer deutlich heftiger aus als in Kommunen mit über 100.000 Einwohnern.
Der Nachbar-Landkreis Roth, mit Inzidenz 0,8, bleibt stabil unter dem Grenzwert 10.
Deutschland, mit Inzidenz 9,3 und Bayern mit Inzidenz 11,3 liegen stabil unter dem Grenzwert von 35. 
Tschechien, mit Inzidenz 9,0 liegt unter dem Grenzwert von 10. Österreich, mit Inzidenz 13,4, liegt unter der Marke 35.

Corona-Zahlen, die uns wirklich interessieren

Nachfolgend finden Sie die Zahlen, die uns wirklich interessieren, weil sie das tatsächliche, aktuelle Ansteckungsrisiko für den Einzelnen und den Erfolg/Misserfolg der jeweiligen Pandemie-Bekämpfungsmaßnahmen darstellen, worüber RKI, die Journaille und Politik kaum berichten. Das wahre aktuelle Ausmaß der Pandemie wird von der Zahl der jeweils aktuell tatsächlich Infizierten bestimmt, eine Zahl, die zumindest die Journaille verschweigt. Diese Zahl erhält man, wenn man von der Gesamtzahl der Infizierten – seit Pandemieausbruch – jene der Genesenen und Verstorbenen abzieht.

Hinweis: Die angegebenen Veränderungen können an Wochenenden und Feiertagen nicht vollständig sein und sich danach auch auf mehrere Tage beziehen (nicht alle Gesundheitsämter liefern am Wochenende oder an Feiertagen ihre Daten an). Die Zahlen sind aber jeweils die aktuell greifbaren.

Tabelle 1: Daten zum Infektionsverlauf

 

Tabelle 2: Daten zu Letalität und Sterbefällen 

Hinweis: Die Berechnung der Sterberate bezieht sich auf die registrierten Infektionsfälle, von welchen ein bestimmter Prozentsatz leider tödlich verläuft. Die Sterberate, unter Berücksichtigung der Dunkelziffer, wäre deutlich niedriger. Da aber die Dunkelziffer nicht bekannt ist, sondern vom RKI nur auf etwa das 4,5Fache der registrierten Fälle geschätzt wurde, halte ich mich an die registrierten Fälle, denn die tödlichen Verläufe sind immer auch Teil der registrierten Fälle. Das heißt, dass z.B. in Schwabach fast fünf Prozent der festgestellten Infektionen zum Tode führten, das ist aktuell jeder 20. registrierte Infizierte. In gleicher Weise ist die Sterberate für die anderen Regionen errechnet. Somit ist ein Vergleich möglich. – Das lässt u.U. auch Rückschlüsse auf die Qualität der medizinischen Versorgung in den Regionen zu. Meine Heimatstadt Schwabach macht mir deshalb ziemliche Sorgen.

Tabellen 3-5: Impf-Fortschritt 

Letzte Meldung: Samstag, 19.06.2021

Der Impffortschritt in Deutschland stellt sich heute so dar:

Impffortschritt in Schwabach

Letzte Meldung: Freitag, 18.06.2021 (Schwabach liefert die Impfdaten nur einmal wöchentlich).

Länder im Vergleich (Sortiert nach Impfquote)

In der folgenden Tabelle sind eine Auswahl europäischer Länder sowie Israel, Großbritannien, die USA und neu aufgenommen die Gesamt-EU und Serbien, mit enormem Impffortschritt, zum Vergleich des Impffortschritts erfasst. Erst- und Zweitimpfungen sind summiert dargestellt (verabreichte Impfdosen pro 100 Einwohner). 

Letzte Meldung: Samstag, 19.06.2021

Tabelle 6: Für die Berechnungen genutzte Einwohnerzahlen der aufgezeigten Regionen

Tschechien
Österreich
Schweden
Deutschland

Sachsen
NRW
Bayern
Nürnberg
LK Roth
Schwabach

ca. 10.710.000
ca. 8.901.064
ca. 10.230.000
ca. 83.170.000
ca. 4.078.000
ca. 17.947.000
ca. 13.125.000
532.331
126.800
41.136

Erläuterungen:

Bei den o.g. Zahlen zum Infektionsgeschehen ist stets auch eine hohe Dunkelziffer zu berücksichtigen, also Infektionen, die ohne Symptome verlaufen und nicht durch Tests erfasst wurden. Auch davon ist in den Medien kaum die Rede. In den Nachrichten erfährt man lediglich den aktuellen Inzidenzwert, die täglichen Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche und die Zahl der an/mit COVID-19 Verstorbenen. Dadurch wird der Eindruck erweckt, die Pandemie schreitet ohne jede Verbesserung stetig fort. So ist das aber nicht. Von Bedeutung sind lediglich die aktuell tatsächlich Infizierten (die sich aber in Quarantäne oder in klinischer Obhut befinden) und vor allem die nicht bekannte Dunkelziffer. Letztere heißt so, weil sie “im Dunkeln liegt”. Sie kann nicht empirisch erhoben werden.

Zur Auswahl der Regionen:

Alle Bundesländer täglich zu aktualisieren, würde den Rahmen sprengen. Deshalb habe ich Regionen gewählt, deren Pandemie-Verlauf eine gewisse Bedeutung haben.

Tschechien, als Nachbar Deutschlands, mit noch vor Wochen sehr hohem Infektionsstand, war für die hohen Einträge in den Grenz-Landkreisen auf der deutschen Seite der Landesgrenze ursächlich.

Österreich galt mit dem Ereignis in Ischgl als erstes Spreaderland, auch wieder mit dem Massenausbruch einer Virus-Variante in Tirol. Da Österreich strukturell mit Bayern vergleichbar ist, ist auch der Pandemieverlauf in beiden Regionen interessant.

Schweden stand wegen seines liberaleren Weges bis Ende 2020 in heftiger Kritik, vor allem aus Deutschland. Diese Kritik ist inzwischen weitgehend verstummt, da der schwedische Weg zu einer weitaus geringeren Sterblichkeit führte.

Sachsen wurde aus Tschechien kommend massiv betroffen.

NRW und Bayern stellen den Vergleich zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesländern her.

Nürnberg, Landkreis Roth und Schwabach dienen der Darstellung des Infektionsgeschehens in meiner näheren Heimat.

Bayerns harte Linie zeigte kaum Wirkung

Interessant ist, dass Bayern, dessen Landesregierung immer etwas härtere Maßnahmen als andere Bundesländer verfügt hat, trotzdem fast so viele Tote, bei deutlich weniger Einwohnern und Infizierten, gegenüber NRW aufweist. Entweder ist die medizinische Versorgung in NRW besser als in Bayern oder die härteren Maßnahmen in Bayern haben sogar kontraproduktive Effekte. 

Quellen:

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