Pandemie: Welches EU-Land agiert erfolgreicher?

Die Corona-Toten der EU

Autor: Kurt O. Wörl Stand: Mittwoch, 28.07.2021
Nächste Aktualisierung, 04.08.2021

Dieser Beitrag wird als Dauerbeitrag mindestens wöchentlich aktualisiert. Hier kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, welches Land diese elendige Corona-Pandemie besser managt.

Breaking-News: Großbritannien hat mit seiner konsequenten Öffnungsstrategie seit dieser Woche Deutschland bei der Bekämpfung der Sterberate deutlich eingeholt, genauer überholt. Deutschland fällt im Ergebnis des Managementsvergleichs weiter zurück, seit dieser Woche von Platz 20 auf Platz 21, während Großbritannien von Platz 21 auf 18 vorrückte. Im Königreich starb im Gesamten “nur” jeder 45. Infizierte, in Deutschland hingegen bereits jeder 41.

 

Bis einschließlich 23.10.2020 (bevor die zweite Welle Fahrt aufnahm) verlief die Corona-Pandemie in Deutschland, im Vergleich zu heute, noch einigermaßen glimpflich. Die Letalität blieb weit unter den Todesraten der jährlichen Influenza-Grippewellen und weltweit staunte man darüber, wie Deutschland das schaffte und dafür eigentlich gar keine Erklärung liefern konnte. 

Aber stimmt das auch? Nun, bereits das Sterbefall-Ranking zum Stichtag 23.10.2020 sagt etwas anderes aus. Deutschland nahm im Ländervergleich der 28 EU-Mitgliedsstaaten am 23.10.2020 nur Rang 16 ein und lag damit bereits in der zweiten, schlechteren Hälfte der traurigen Auflistung. Von wegen, die Rettung von Leben und der “Schutz vulnerabler Gruppen” stünde im Vordergrund! Beim Verhindern des Corona-Sterbens der Senioren hatte Deutschland wahrlich keine schützende Hand.

Am wenigsten betroffen, mit geringster COVID-Sterberate, war damals die Slowakei, gefolgt von Zypern und der zwischenzeitlich hart getroffen gewesenen Tschechischen Republik. Und in der Tat, bis zu diesem Stichtag konnte man auch den liberalen Weg Schwedens, damals noch auf Rang 26, keineswegs als erfolgversprechend bezeichnen. Nur Großbritannien und Italien waren am 23.10.2020 noch härter getroffen. Aber bereits mit meinem Beitrag “Abwarten und Tee trinken“, vom 7. Mai letzten Jahres, hatte ich vorhergesagt: “Erst wenn die Seuche zu Ende ist, wird abgerechnet!” – Und Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

Sehen sie zunächst das Erfolgs-Ranking zum Stichtag 23.10.2020:

Corona-Letalitäts-Ausgangslage in der EU am 23.10.2020

 

Im November 2020 griff in Deutschland der sog. “Lockdown-light”, ohne großen Erfolg, dem im Dezember der bis Mai 2021 währende, harte Lockdown folgte. Und jetzt sehen wir uns die gleiche Tabelle von oben, befüllt mit den aktuellen Daten an (diese Tabelle werde ich mindestens wöchentlich aktualisieren):

Zur Erklärung: Die Zahlen in Spalte 3 zeigen die Veränderung der Platzzahlen der Länder im Rang ggü. der Tabelle vom 23.10.2020 an: “⇑ grün” = Platzierung verbessert, “⇓ rot” = Platzierung verschlechtert. Die Ziffern vor und zeigen an, um wie viele Plätze das jeweilige Land sich verbessert oder verschlechtert hat.

Corona-Letalitäts-Lage in der EU am 28.07.2021

Resümee:

Deutschland ist bisher in keinem Bereich besser als Schweden durch die Pandemie gekommen. Die enorme Sterberate spricht für sich. Zusätzlich gibt es allen Grund, die deutsche – und vor allem bayerische – Lockdown-Politik gehörig zu überdenken. Deutschland ist in der aktuellen Tabelle auch das erste Land, das bei der Sterberate den EU-Durchschnitt überschreitet (Summen am Ende der Tabelle).

Starben in Deutschland bis 23.10.2020 “nur” 9.878 Menschen an/mit COVID-19, so starben seit Bestehen der Lockdowns ab November, bis heute weitere über 82.000 Menschen. Und damit machte Deutschland dieselben Erfahrungen, wie alle Länder, die auf harte Lockdowns setzten. Nur haben sich viele andere Länder seit 23.10.2020 teilweise wesentlich verbessert, während in Deutschland das große Sterben weiter ging und es Stand heute auf Rang 20 zurückfiel. 

Hinzu kommt: Welche ökonomischen, gesundheitlichen – etwa psychische – und sozialen Folgen die deutschen Lockdowns noch zusätzlich haben werden, ist jetzt noch gar nicht absehbar. Schweden wird diese zusätzlichen Probleme nicht haben. Man darf sich halt nur nicht von der, zunehmend die Autokratie verherrlichenden Journaille wie eine Sau durchs Dorf treiben lassen. Und das hat der schwedische Staatsepidemiologe Anders Tegnell bewusst nicht getan. 

Das viel gescholtene Schweden (jetzt Platz 8 von 28, hat 18 Plätze gut gemacht und liegt damit beim Managen der Pandemie ganz vorne, im ersten Viertel) hat mit seiner liberalen Strategie Deutschland (jetzt Platz 21, um 5 Plätze verschlechtert) um Längen abgehängt und ganz nebenbei eine enorme Immunisierung der jungen Bevölkerung erzielt, sodass die anfängliche Impfstoffknappheit dort zusätzlich nicht so heftig wirkten konnte wie in Deutschland. In Schweden starb bislang “nur” jeder 75. Infizierte, in Deutschland bis heute leider jeder 41. Infizierte. Chapeau Schweden!

Quellen:

 

Print Friendly, PDF & Email

Ein Kommentar:

  1. Hallo Kurt, tolle Seite.
    Ich bin da voll und ganz bei dir.
    Weiter so.
    LG aus dem Allgäu.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.