Wenn man vergisst, dem Volk aufs Maul zu schauen.

Europa hat gewählt

Autor: Kurt O. Wörl

Europa hat gewählt und erwartungsgemäß mit deutlicher Stärkung des Rechtsspektrums. Das Linksspektrum hat indessen keinen Grund zu Klagen oder zu Rätseln, warum das so kommen musste, denn das Linksspektrum ist der Hauptgrund für diese Entwicklung.

Fangen wir mit den Basics an: Abgeordnete, egal ob auf Europa, Bundes- oder Landebene, sollten sich besser wieder daran erinnern, dass sie nichts anderes als Volksvertreter sind. Im Idealfall sind sie die Lobbyisten der Bevölkerung. Sie sollen als Parlamentarier – und damit Gesetzgeber – regeln, was über die direkte Demokratie per Plebiszit in großen Staaten nur schwer zu regeln wäre. Der einzige legitime Grund für eine parlamentarische Demokratie ist tatsächlich nur die Tatsache, dass es ab einer bestimmten Einwohnerzahl sehr müßig wäre, jedes Gesetz und jede Gesetzesänderung per Volksabstimmung durchzuführen. Selbst das Vorbildland für Plebiszite, die Schweiz, hat für das Tages- und Alltagsgeschäft ein Parlament. Jedoch kann die Bevölkerung jederzeit per Volksbegehren eingreifen, wenn die Politik sich vom Willen der Schweizer Bevölkerung zu sehr entfernt. – In Deutschland sieht das Grundgesetz zwar neben Wahlen auch Abstimmungen vor, jedoch wollen sich die deutschen Parteien nicht gerne vom Wähler in die “Suppe spucken lassen” und haben die Aufnahme der Volksabstimmung in die Wahlgesetze bislang erfolgreich verhindert. Vor allem ideologiegetriebe Parteien, wie SPD, Grüninnen und Linke, aber auch nicht wenige machtbesessene Unionspolitiker möchten ihre Vorhaben nur zu gerne auch gegen den Willen der Mehrheits-Bevölkerung durchsetzen.

Beispiele dafür gibt es zuhauf: Einführung des EURO, der nur den Deutschen – ohne Referendum – oktroyiert wurde, Aufgabe von Grundrechten zu Gunsten einer EU-Regelungswut, zuletzt auch das Heizungsgesetz und vor allem das idiotische neue Selbstbestimmungsgesetz, das gegen die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung, zu Gunsten einer verschwindenden, aber larmoyanten Minderheit, durchgepaukt wurde.

Ein anderes Beispiel, wie respektlos Politik oft mit dem Wählerwillen umgeht, hat uns die Europäische Union (EU) beschert: Ein einziges Mal gab es auf EU-Ebene bislang die Möglichkeit einer Volksabstimmung. 2018 führte die EU ein Referendum zur nervigen Umstellung von Winterzeit auf Sommerzeit – und umgekehrt – durch. Die Bürger Europas entschieden mit überwältigenden 80% die Zeitumstellung abzuschaffen. Der Souverän, die Völker Europas, hat gesprochen. Doch noch immer müssen wir alljährlich unsere Uhren zweimal umstellen. EU-Kommission und EU-Parlament verweigern beharrlich, das Abstimmungsergebnis umzusetzen. Die Frage ist berechtigt: Warum dann überhaupt ein Referendum? Schon bei solchen Nichtigkeiten zeigt sich also die Arroganz der Macht – und es zeigt auch, wie sehr die Politik die Bevölkerung im Grunde offenbar verachtet. 

Einige Bundesländer hingegen, z.B. Bayern – sogar sehr vorbildlich – haben Volkbegehren und Volksentscheide schon von je her umgesetzt. Und die Bayern können damit schon immer sehr gut umgehen, haben auf diese Weise sogar ein überflüssiges Verfassungsorgan abgeschafft, den Bayerischen Senat. Ich halte Plebiszite sogar für den Hauptgrund, dass in Bayern seit den 1950er Jahren stabile politische Verhältnisse vorherrschen. Insofern denke ich, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gerade dabei ist, den Ast auf dem die CSU seit Jahrzehnten sicher sitzt, anzusägen, wenn er nun Anstrengungen unternehmen will, Plebiszite einzuschränken. Das nur am Rande. Warum wirken die Plebiszite so stabilisierend? Das hat mir vor längerem ein Freund, treuer, oberbayerischer CSU-Wähler, in deftigen Worten erklärt:

“Woaßt, d’schwoarz’n Lump’n, d’kennamer – und d’kenna uns. Sie wissen’s und mir wissen’s: wenn’s net spur’n oder goar geg’n uns regier’n, dann mochma a Volksbegehr’n und spätestens dann spur’ns widda, d’schwoarz’n Lump’n. Obber denna rout’n und gräaner Lump’n konnst net trauaa, d’bringa olles durcheinander, stift’n blouß Unfried’n und bringa’s Göid durch. Also wählmer wia mer imma wähl’n, unsere schwoarz’n Lump’n, weilmers ehm kenna.”

(Für preußische Ohren übersetzt: “Weißt Du, die schwarzen Lumpen, die kennen wir – und die kennen uns. Sie wissen es und wir wissen es: wenn sie nicht spuren oder gar gegen uns regieren, dann machen wir ein Volksbegehren und spätestens dann spuren sie wieder, die schwarzen Lumpen. Aber den roten und grünen Lumpen kannst Du nicht trauen, die bringen alles durcheinander, stiften bloß Unfrieden und bringen das Geld durch. Also wählen wir wie immer unsere schwarzen Lumpen, weil wir die eben kennen.”

Außerdem, wenn die Mehrheitsgesellschaft entschieden hat, dann fügen sich Minderheiten in der Regel diesem Votum, wenn sie sich nicht als Antidemokraten outen wollen.

Da vor allem die ideologiegetriebenen Parteien des linken Spektrums glauben, ihre “Volksvertreter” hätten die Weisheit mit dem Löffel gefressen (obwohl sie die meisten Berufslosen und Studienabbrecher, nebst dem Juso-Kindergarten in ihren Reihen zählen) und meinen, sie müssten das Volk in ihrem Sinne “erziehen”, ihren oft autokratisch daherkommenden, eben ideologiegetriebenen Willen auch gegen den Willen der Mehrheitsbevölkerung durchsetzen, dann muss das heftige Gegenreaktionen auslösen. Sie sollten sich nicht wundern, wenn die Menschen sich dann Parteien an den politischen Rändern zuwenden. Die SPD hat so ihre Stammwählerschaft, die Arbeiter, weitgehend an die AfD verloren. Letztere ist – zumindest vom Wählerspektrum her – heute Deutschlands Arbeiterpartei, auch wenn die AfD garantiert das Los der Arbeiter nicht zu verbessern gedenkt, eher das Gegenteil dürfte der Fall sein. Diese Protestwähler tun dies nämlich oft gar nicht aus Überzeugung, sondern weil sie wissen, dass sie so den meisten Druck auf Politiker ausüben können, die den Grundsatz, dass sich in einer Demokratie (Volksherrschaft!) Politik immer und zu jeder Zeit an der Mehrheit und nicht an oft dekadenten, meist verschwindenden Minderheiten zu orientieren habe, vergessen. Und schon gar nicht lassen sich mündige Bürger gerne in ideologische Geiselhaft nehmen.

Sehr recht zu wünschen wäre es deshalb, wenn Politiker bewährte Grundsätze für staatliches Handeln wieder etwas mehr berücksichtigen würden, z.B. Kants “Kategorischen Imperativ”:

“Handle nur nach derjenigen Maxime, von der du wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde! “

Politikern, die als aufrechte und glaubhafte Demokraten gelten wollen, sei noch ein weitergehender Rat, eines weisen Elter statesman ans Herz gelegt:

“Politikern kann man nur raten, stets den Willen der Bevölkerung im Blick zu haben. Ein Gesetz ist nur dann ein gutes Gesetz, wenn es von der Mehrheit im Volk getragen und gewollt ist und auch in einer Volksabstimmung zustande käme. Dazu müssten sie aber bereit sein, den Mehrheitswillen der Bevölkerung vorrangig vor ihren Parteibeschlüssen zu werten. Sie sollen als Volksvertreter das Volk vertreten und sich nicht als Lobbyisten ihrer Parteien verstehen.” 

Wie wahr! Wird das nicht beherzigt – und das wird es zumindest auf Bundesebene schon lange nicht mehr – dann wird die Bevölkerung das nicht lange hinnehmen. Heizungsgesetz und Selbstbestimmungsgesetz und die verfehlte Migrationspolitik sind dafür die besten Beispiele. Wirtschaftsminister Robert Habeck räumte kürzlich reumütig ein, dass er mit dem Heizungsgesetz auch testen wollte, wie weit er gehen kann, wieviel sich die Bevölkerung für den Klimaschutz gefallen lässt, um seine Ideologie durchzusetzen und bekannte: “Ich bin zu weit gegangen!” – Immerhin eine gute Erkenntnis. Möge ihr ein generelles Umdenken Habecks folgen.

Die Mittel, ihren Willen gegen Ideologien durchzusetzen sind für die Bevölkerung leider sehr begrenzt: Es kann seinen Unmut z.B. in Demonstrationen kundtun, was aber eher selten ein Umdenken in der Politik bewirkt, es sei denn, der Protest nimmt einen so massiven Umfang an, dass er nicht mehr ignoriert werden kann, wie kürzlich der Aufstand der Bauern zeigte.

Man kann seinen Frust auch durch Wahlenthaltung bekunden, doch auch das interessiert in der Politik kaum jemanden mehr. Im Gegenteil, die Nichtteilnahme an Wahlen stärkt nur diejenigen, die man eigentlich nicht mehr mit Macht ausgestattet wissen möchte. Wahlverweigerung ist keine gute Idee!

Sehen die Menschen aber, dass ihr Leben, von der Politik verursacht, immer schwieriger wird, dann regieren sie in ihrer Wut oft vulgär und stimmen mit den Füßen ab, wählen Parteien, die versprechen der Bevölkerung wieder mehr Gehör zu verschaffen, die Politik gegen sie zu beenden und dann wählen sie eben extreme Parteien an den Rändern. Der Erfolg der, als populistisch verschrienen, rechtsextremen AfD und auch der Senkrechtstart der Sahra Wagenknecht-Partei, BSW, in Deutschland, aber auch der Aufstieg der Rechtsaußenparteien in vielen europäischen Ländern zeigen überdeutlich, wohin es führt, wenn am Willen und Wollen der Mehrheit vorbeiregiert wird. Auch die bizarr hohe Zustimmung, die Ex-US-Präsident Donald Trump bei seinen Anhängern verzeichnen darf, ist nichts anderes als eine vulgäre Reaktion darauf, dass die Demokraten in der Vergangenheit mehr Wert auf die Durchsetzung ihrer Ideologie als auf die Bedürfnisse der Bevölkerung legten.

Warum die Bevölkerung in Wut vulgär reagiert? – Weil sich dies als das wirkungsvollste Mittel erwiesen hat, um die Politik zum Umdenken zu zwingen. In meinem eigenen Bekanntenkreis kenne ich Menschen, von denen ich weiß, dass sie aufrechte, liberale, bürgerliche und demokratisch gefestigte Leute sind, die aber bereits auch bekennend AfD gewählt haben und nach eigenem Bekunden wieder wählen werden. Mein Dagegenhalten, dass die AfD alles andere, aber keine demokratische Partei sei, wurde von denselben Leuten sogar bestätigt. “Stimmt, ich wähle sie trotzdem und zwar so lange, bis SPD, Grüne, FDP und Linke und auch Teile der Union wieder begreifen, wem sie in Parlament und Regierung zu dienen haben. Die Angst der Parteien vor Machtverlust, der Rückgang der Wahlkampfkostenerstattung und die Angst der Parlamentarier ums eigene Mandat, vor allem der vielen berufslosen Nichtskönner in der Politik, bewirkt weitaus mehr als jede andere Form des Protests.”

Ich konnte nicht widersprechen, weil das schlicht zutrifft und erste Wirkungen zeigt die Protest-Abstimmung ja schon. Die Nervosität unter den Politikern auf EU, Bundes- und Landesebene ist nicht mehr zu übersehen. Wenn man heute hört, was die Bundesinnenminister-Darstellerin Nancy Faeser z.B. zur Migrationsmisere heute von sich gibt, wie über Drittstaatenlösungen nachgedacht wird usw. dann hätten die Sozialdemokraten heute allen Grund, sich bei dem wackeren und nahezu prophetischen Ex-Sozialdemokraten Thilo Sarrazin zu entschuldigen. Inzwischen werden seine bereits 2010, in seinem von den Sozies verteufelten Bestseller-Buch “Deutschland schafft sich ab” vorgeschlagenen Maßnahmen zur Migrationsbegrenzung ernsthaft diskutiert.

Wahlalter auf 16 gesenkt

Grundsätzlich finde ich es gut, dass auch die Interessen der jungen Generation besser vertreten werden. Doch dafür gäbe es einen besseren Weg über ein Familienwahlrecht. Eltern sind die gesetzlichen Vertreter minderjähriger Kinder. Sie sind nicht nur sorgeberechtigt, sondern unterschreiben auch Verträge für ihre Kinder, haften auch für Schäden, die ihre Kinder anrichten. Warum also sollten Eltern nicht auch für ihre Kinder in der Wahlkabine deren Interessen wahrnehmen? Damit hätten nicht nur Personen ab dem 16. Lebensjahr ein Stimmrecht, sondern bereits jeder Säugling. Das hieße, die ohnehin in Deutschland unter Druck stehenden Familien könnten ganz massiv den Wahlausgang beeinflussen und ich bin mir sicher, dass die maroden Schulen und fehlenden Kitas zeitnah der Vergangenheit angehören würden. Auch der sich immer noch am Disziplinierungsunterricht des 19. Jahrhunderts orientierte Schulunterricht anno 2024 wäre schnell auf ein modernes Schulsystem umgestellt, Anregungen hierzu könnte man sich in Skandinavien, vor allem aus Finnland, holen.

Die Ampel hat das Wahlalter nun von 18 auf 16 Jahre abgesenkt. Die zugrunde liegende Idee dahinter dürfte gewesen sein: Junge Menschen sind in der Hirnumbauphase der Pubertät oft rebellisch, progressiv und idealistisch, also “links” eingestellt. Man dachte wohl in den Ampelparteien bei den 16- und 17Jährigen eine sichere neue Wählergruppe akquirieren zu können. Weit gefehlt! Keine andere Wählergruppe hat so massiv AfD und nicht etablierte Kleinparteien gewählt und ich glaube, ich ahne auch warum.

Diese 16jährigen sind meist noch Schüler und genießen seit Jahren, dass sie als Deutsche in vielen Klassen bereits eine vernachlässigte Minderheit sind, dass sie durch Inklusionsvorgaben und zu viele Migrantenkinder ohne hinreichende Deutschkenntnisse im Lernen behindert werden und dies meist auch noch in unwürdig maroden Schulen. Erinnern werden sie sich auch an den verantwortungslosen Umgang mit ihnen in der Corona-Zeit, mit quasi zweijährigem Hausarrest, verbunden mit Vereinsamung in der Jugendzeit, die eigentlich von der intensiven Pflege von Freundschaften geprägt sein sollte. Sie werden nicht vergessen haben, dass sie im Winter bei offenen Fenstern in Winterkleidung frierend lernen mussten. Dass es auch anders gegangen wäre, haben uns die skandinavischen Länder in der Pandemie vorbildlich gezeigt. 

Wahlen indessen, sind nun einmal ein wunderbares und wertvolles Mittel des Bürgers, auch der jungen Wähler, sich für die zurückliegende Politik “herzlich” zu bedanken. Dazu sind Wahlen auch da. Und genau das passiert eben gegenwärtig.

Öffentlich-rechtliche Sendeanstalten agieren oft verantwortungslos

Leider tragen auch die öffentlich-rechtlichen Medien ihren Beitrag zur Spaltung der Gesellschaft in verantwortungsloser Weise bei, und zwar bei allen genannten Kritikpunkten. Sie waren vorne mit dabei, Kritiker der Pandemiemaßnahmen zu verunglimpfen, sie waren dabei, die übergriffige – man kann es gar nicht anders nennen – teilweise autokratisch bis totalitär daherkommende Argumentation einiger weniger Virologen zu unterstützen – und die Politik folgte diesen bereitwillig. Sie, die Medien, reden beharrlich dem Genderunfug das Wort und sie sind wortführend dabei, die vom Linksspektrum gewollte Dekonstruktion der bürgerlichen Gesellschaft voranzutreiben. Aus jeder Pore, der von allen finanzierten Sendeanstalten quellen fast nur noch links-grüne Narrative, von der ARD-Tagesschau bis zu Harald Lesch, der uns einst als Astrophysiker den Kosmos so kompetent erklärt und nun vorwiegend noch als Prediger in Sachen Klima und Umwelt unterwegs ist. Mit besonders linker Schlagseite zeigen sich dabei immer wieder der WDR und der NDR.

Spaltthemen sind fast ausschließlich links-grüne Themen

Oft wird den extremen Parteien an den Rändern vorgeworfen, sie würden die Gesellschaft spalten. Das wage ich zu bezweifeln. Buchstäblich alle Spaltthemen der vergangenen Jahre wurden von Linke, SPD und vor allem von den Grüninnen in die Gesellschaft getragen. Beginnend beim Genderunfug. Hier möchte eine verschwindende Minderheit, im Wesentlichen dem urbanen, gentrifizierten und akademischen Umfeld entstammend, unsere Sprache nach ihren Vorstellungen autokratisch umgestalten und vorschreiben, wie man sich gefälligst “politisch korrekt” und “woke” auszudrücken habe. Dazu wird an Universitäten gehörig Druck auf Studenten ausgeübt, bis hin zu Punktabzügen, wenn nicht oder nicht konsequent gegenderte Arbeiten abgeliefert werden. Aus Sorge vor Punktabzug beugen sich heute viele Studenten den Vorgaben, obwohl viele dies gar nicht wollen. Einige Studentenvertretungen nehmen keine Anträge ihre Kommilitonen mehr an, wenn diese nicht gegendert sind usw. Dabei gibt es kein einziges Argument für diese Sprachverhunzung, das nicht längst und vollständig widerlegt wäre. Es geht letztlich nur um die ideologische Lufthoheit einer Minderheit im Diskurs, die unnötige Spaltpilze in die Gesellschaft gesät hat: 80% der Bevölkerung (Frauen und Männer gleichermaßen) lehnen den Unfug ab, 15% ist es egal und nur nicht einmal 5% wollen diese Nonsensidee (auch per Machtmissbrauch z.B. an den Unis) unbedingt durchsetzen. Die überwiegend links-grün tickenden öffentlich-rechtlichen Medien unterstützen diese Ideologie nach Kräften.

Nicht anders beim sog. “Selbstbestimmungsgesetz”. Es ist an Absurdität kaum mehr zu übertreffen. Selbstverständlich steht es jedem frei, ob er gegen sein biologisches Geschlecht als Mann oder Frau durchs Leben gehen will, das bringt jeder Demokrat ohne Probleme in Toleranz und Akzeptanz in sein Weltbild. Etwas anderes ist es, ob Nichtbetroffene dazu gezwungen werden, die bloße Willensentscheidung Einzelner – die auch noch jährlich wieder geändert werden kann – im eigenen Sprachgebrauch gefälligst zu berücksichtigen. Ein Mensch mit Penis ist ein Mann, auch wenn er Frauenkleider trägt oder im Folgejahr wieder als Mann durch die Gegend schwirrt. Es gibt nämlich auch noch einen Willen derjenigen, die mit ihrem biologischen Geschlecht nicht hadern. Frauen wollen in öffentlichen Badeanstalten beim Duschen oder in Frauen-Saunas in aller Regel keine Penisse sehen, auch wenn dieses von selbstdefinierten “Frauen” durch die Gegend getragen werden. Niemand muss ertragen, sich gesetzlich verordnet schizophren zu verhalten, weil Einzelnen ein Recht darauf eingeräumt wird, einen blauen Himmel rot zu nennen. Die beiden Beispiele sollen genügen, es gibt noch viele weitere, etwa, dass die Grüninnen in ihren ersten Parteiprogrammen ernsthaft Sex mit Kindern (also Kindesmissbrauch) legalisieren, also Kinderschänder entkriminalisieren wollten.

Meines Erachtens steckt dahinter der uralte Hass des linken Spektrums auf das erfolgreiche, bürgerlich-liberale Bürgertum, dass für die große Mehrheit aus Familien, gegründet von Müttern, Vätern und ihren Kindern, besteht, und auf diese Normfamilien als Keimzellen der Gesellschaft. Der Wille, diese erfolgreiche bürgerliche Gesellschaft zu dekonstruieren, schwitzt aus jeder Pore solcher Bestrebungen, die darin münden, von den Normalen zu verlangen, dass sie das Anormale nicht nur tolerant hinnehmen, sondern gefälligst als gleichwertig und “normal” würdigen. Die Adjektive “normal” und “anormal” wurde so zu Schimpfwörtern. Danach kommen schon weitere Forderungen, Sprache zu regulieren auf, etwa Mütter und Väter nicht mehr Mütter und Väter sondern Elter 1 und Elter 2 zu nennen. Mütter sind dann keine Mütter mehr, sondern “gebärende Personen” (sie könnte sich ja selbst als “gebärfähiger Mann” definiert haben). Es soll nun auch menstruierende und nicht menstruierende Männer, menstruierende und nicht menstruierende Frauen, zeugungsfähige, mit Penis ausgestattete Männer und Frauen geben usw. Und all das, damit sich eine verschwindende Minderheit von dekadenten Sonderlingen in der Regelbevölkerung wohlfühlen darf, wobei es danach völlig egal ist, dass sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung bei solchen Hirnrissigkeiten zunehmend unwohl und missachtet fühlt. Nirgends wird deutlicher, wie sehr das Linksspektrum die bürgerliche Normgesellschaft verachtet und vor allem Minderheitenpolitik betreibt.

Es kann zu absurden Ereignissen bei dieser Dekonstruktion und Wahlfreiheit des Geschlechts kommen: Männer und nur Männer können als Gliedvorzeiger nach § 183 StGB wegen Exhibitionismus mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden. Hat sich dieselbe Person durch bloße Willensentscheidung als Frau definiert, kann sie ihren Penis straffrei öffentlich durch die Gegend tragen, es gibt kein Gesetz, das dies als strafbar definiert. Allenfalls eine bußgeldbewährte Ordnungswidrigkeit, wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses, könnte vorliegen. So viel zum linken Ideal der “Gleichbehandlung”.

Oder: Nur Männer können nach dem Grundgesetz zur Wehrpflicht eingezogen werden (ja, die gibt es noch, sie ist zurzeit nur ausgesetzt und soll wieder eingeführt werden). Gewissensprüfung, Ersatzdienst ade, einfach zum Einwohnermeldeamt und das Geschlecht wechseln, schon ist man nicht mehr wehrpflichtig. 

Oder kürzlich in Erlangen: Eine selbstdefinierte “Frau”, biologisch und ohne Geschlechtsangleichung immer noch Mann, auch im äußeren Erscheinungsbild, möchte sich in einem Frauen-Fitnesscenter anmelden und wird abgelehnt, da das Fitness-Center nur Duschen und Umkleidekabinen für Frauen vorhält und überdies über 20% der Kundinnen Muslimas sind. Die “Frau mit Penis” fühlte sich darob diskriminiert und wandte sich an die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, die darin bereits – vorverurteilend, anmaßend und übergriffig  – eine gerichtlich zu sanktionierende Diskriminierung sah. 

Wie auch immer, das sog. Selbstbestimmungsgesetz ist ein wahrlich dystopisch-orwell’sches Gesetz. Bleibt zu hoffen, dass eine künftige bürgerliche Regierung diesen Gesetzesunfug schnellstens wieder kassiert. Aber immerhin half der Unfug, die Umfragewerte für die Ampelregierung noch mehr in den Keller zu treiben und den Parteien bei den EU-Wahlen einen saftigen Denkzettel zu verpassen. Gut so, weiter so!

Ergo?

Bis sich das erforderliche Umdenken in der Politik durchsetzt, werden immer mehr Wähler auf diese vulgäre Politik mit zunehmend vulgärem Wahlverhalten reagieren, auf EU, Bundes- und Landesebene. – Und irgendwann werden dann extreme Parteien die erforderlichen Entscheidungen treffen – und ganz sicher nicht im Sinne des demokratischen Spektrums. Bedenkt: Die Demokratie ist die einzige Staatsform, die auf demokratische Weise abgeschafft werden kann. Das hatten wir in Deutschland schon einmal, als die demokratischen Parteien auch der Weimarer Republik komplett unfähig waren, die massiven, vor allem wirtschaftlichen Probleme der Bevölkerung zum Besseren zu wenden. 

Franz Josef Strauß empfahl seiner Partei, der CSU, vor vielen Jahren: “Schaut dem Volk aufs Maul!” Er meinte damit: macht Politik für und nicht gegen die Bevölkerung. Politiker seien Vertreter und Dienstleister, keine Erziehungsberechtigten für mündige Bürger. Recht hatte er! Man kann gute Ratschläge natürlich einfach ignorieren und wie sich unser politisches Personal aktuell gibt, werden sie oft im Übermaß ignoriert. Ich bin mir aber ziemlich sicher, unser Land wird erst wieder stabile politische Verhältnisse erlangen, wenn Volksvertreter sich besinnen, vor allem die Mehrheit der Bevölkerung im Blick zu halten und das Normale von der Normabweichung wieder zu unterscheiden wissen. Ich empfehle den politisch Verantwortlichen, sich dabei besser nicht von Pseudowissenschaftlern, wie “Soziologen” oder gar “Politologen” beraten zu lassen. Begebt euch stattdessen öfter unter die Menschen, besucht Stammtische, Vereine, Altenheime, besonders oft bitte Schulen, sprecht mehr mit Angestellten und Arbeitern statt mit Managern und Funktionären und ihr wisst stets, wo der Schuh drückt und welche Weichen politisch aktuell gestellt werden müssen. In euren Wolkenkuckucksheimen in den Parlamenten, in den Regierungsvierteln, in euren Parteiblasen werdet ihr die richtigen Antworten auf eure Frage, warum die meisten Menschen euch nicht mehr wählen wollen, garantiert nicht finden. Lernt, dass Ideologien grundsätzlich an der Lebenswirklichkeit der allermeisten Menschen vorbeizielen, wenn sie mit dem Mehrheitswillen nicht kompatibel sind. 


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