Sexismusdebatte:

Pimmelwitz komm raus

Autor: Kurt O. Wörl

Einen erfrischenden Kommentar hat der SPIEGEL-Kolumnist Hajo Schumacher zur derzeitigen Hochkonjunktur sexistischer Witze zum Nachteil des Mannesvolkes seitens weiblicher Komödianten verfasst. Ein paar Zitate aus dem Beitrag als Magentratzerl::

… “Nennt mich “Pussi”, “Weichei” oder “Spaßbremse”, aber mir geht die flächendeckende Abwertung des Mannes gehörig gegen den Strich. Gleichstellung heißt doch nicht, das Kanonenrohr einfach umzudrehen. Frauen beharren zu Recht darauf, abwertende Sprache zu identifizieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Gilt aber auch umgekehrt….”

oder:

…”Die Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling schlug einem Internet-Troll auf Twitter eine Penisvergrößerung vor. Der beliebteste Kommentar unter einem Beitrag über die weltweit erste Penis-Transplantation drehte sich um Porsche-Fahrer. Nur mal so gefragt: Wäre irgendwer auf die Idee gekommen, Konflikte beim Brexit mit einem Körbchenvergleich von Angela Merkel und Theresa May zu illustrieren?”…

 

Hier geht’s zum lesenwert-amüsanten Beitrag: 

SPIEGELonline 30.08.2018: Pimmelwitz komm raus

 

Schumacher bezieht sich dabei auf folgenden Comedian-Auftritt von Monika Gruber (Auschnitt).

Meine 2 Cent dazu:

Also ich echauffiere mich als Mann nicht über sexistische Witze aus Frauenmund, würde es aber sehr begrüßen, wenn man die Deutungshoheit darüber was an Anzüglichkeiten noch erlaubt und was unschicklich ist weder Feministen noch Chauvinisten überließe. Vielmehr appelliere ich zur Toleranz und zur Tugend, dass jeder, der gerne austeilt auch lernen sollte, ebenso gut einstecken zu können. Hauptsache witzig!

In einem hat der Autor aber recht: Sich als Emanze über sexistische Witze aus Männermund aufzuregen aber das Kanonenrohr dann doch nur umzudrehen und mit gleicher Münze sexistisch zurückzufeuern, ist jetzt nicht gerade originell und schon gar nicht wirksam. Damit schafft man für Chauvies allenfalls noch Rechtfertigungsgründe.

Ich liebe jedenfalls im Comedy-Bereich das Spielen mit Stereotypen, egal ob Männer oder Frauen das Ziel sind. Herzhaftes Lachen darüber dient der Gesundheit weitaus mehr als Stirnrunzeln.

Übrigens: 

Auch Gerburg Jahnke führt eigentlich durchgehend und recht leidenschaftlich sexistisch durch ihre Show “Ladies Night”. Ich habe bislang noch keine Klagen von Männern darüber gehört. Jene im Publikum lachen immer kräftig mit und bei mir konnte ich auch noch keinen erhöhten Blutdruck deswegen feststellen.

Allerdings: man stelle sich die nachfolgende Nummer nur einfach mal mit umgekehrten Vorzeichen vor: Stellen Sie sich vor, dieselbe Nummer würde von einer attraktiven, schlanken Frau als Pianistin und einem fetten Mann als “Sänger” dargeboten. Ich bin mir ziemlich sicher, die #MeToo-Front würde wohl ziemlich hysterisch Sturm laufen:

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