Schwarzenbruck und die Meinungsfreiheit:

Gesinnungs-Foul in Schwarzenbruck

Autor: Kurt O. Wörl

Manchmal stößt man auf befremdliche Pressemeldungen. “N-Land”, das Gemeinsachafts-Online-Portal von Herbrucker Zeitung, Der Bote und Pegnitz-Zeitung, berichtet heute, dass sich der Gemeinderat Schwarzenbruck samt 1. Bürgermeister Bernd Ernstberger einstimmig von dem Unternehmer Peter Weber distanziert habe. Es habe “strahlende Gesichter und stehenden Applaus” im Schwarzenbrucker Gemeinderat gegeben.  

Hintergrund seien Videobeiträge von Herrn Weber, welche nach Ansicht der Laienpolitiker zu Schwarzenbruck “rechte Botschaften” enthielten. Zugleich mit der Distanzierung habe der Rat dem Bericht nach auch die Unterstützung für ein von Peter Weber organisiertes Benefizkonzert mit Jürgen Drews zurückgezogen.  35.000 EUR sollten für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

Diesen Bericht, bzw, seine Machart, finde ich nicht nur außergewöhnlich, sondern auch ziemlich problematisch, denn er wirkt zunächst wie eine gezielte Rufmordkampagne, also eine Üble Nachrede gegen eine Person, ohne dass sich der Berichterstatter (Alex Blinten, Der Bote) die Mühe gemacht hätte, “Butter bei die Fische” zu geben und die Vorwürfe gegen Weber zu erklären. Als Leser fragt man sich: Ja stimmt denn das überhaupt, was da im Rathaussaal zu Schwarzenbruck in die Welt gesetzt und von Herrn Blinten berichtet wurde?

Denn wenn man dem Bericht glauben darf, dann wurde der Beschluss des Rats auf Grund bloßen Zurufes im Rahmen einer Bürgerfragestunde gefasst. Dem Bericht ist nichts zu entnehmen was darauf schließen ließe, dass die ungeheueren Unterstellungen von kompetenter Seite überhaupt geprüft worden oder, dass mit Herrn Weber vor Verhängung dieses Verdikts wenigstens das Gespräch gesucht worden wäre. Mich erinnerte das spontan an den wiederholten Ruf des Patriarchen in Lessings “Nathan der Weise”: “Tut nichts, der Jude wird verbannt!”  

Wer ist Peter Weber?

Und worüber der Bericht überhaupt nicht aufklärt: Wer ist Peter Weber überhaupt? Und was für ein Unternehmer ist er? Das interessierte mich und ich machte mich auf die Suche. Der o.e., dünne Bericht bot zwar keine Rechercheansätze, aber ich wurde doch schnell fündig und erinnerte mich sogleich, dass ich bereits auf anderem Wege schon mal auf Videobotschaften von Herrn Weber gestoßen war – und daran nichts Verwerfliches oder gar “rechtes Gedankengut” entdecken konnte.

Peter Weber – eigentlich Klaus-Peter Weber – betreibt eine Info-Seite auf Facebook, einen Twitter-  und Instagram-Account und einen eigenen Kanal auf Youtube (alle Accounts bestehen seit September 2018). Die Reichweite seiner Accounts ist für die Kürze der Zeit bereits beachtlich: 6.400 Abonnenten auf Youtube, 61.724 auf Facebook.

Er selbst sieht sich als einen “Freigeist für Demokratie”, gibt an, die politische Mitte stärken zu wollen, sei und bleibe selbst dabei aber parteilich ungebunden. Und so stellt sich Weber in seinen Kanälen vor. Sehr professionell, wie ich finde:

 

Ich weiß nicht wie es anderen Betrachtern dieses Videos geht, ich finde, hier stellt sich ein honoriger Mann mit vernünftigen und durchaus berechtigten Anliegen vor.

Und warum zumindest die Schwarzenbrucker keine Erklärung benötigen, wer Peter Weber ist, wurde mir auch schnell klar, als ich einen Bericht im Netz über ein Investitions-Vorhaben in Rummelsberg fand, einem Ortsteil von Schwarzenbruck und Sitz der sog. “Rummelsberger Anstalten“: 

N-LAND (09/2018): Millionen-Investition in Rummelsberg

Klaus-Peter Weber ist Geschäftsführer des von ihm gegründeten Unternehmens “SBR Schwarzenbruck Immobilien GmbH”, welches sich nach Eigenbericht auf seiner Homepage auch immer wieder für gemeinützige Vorhaben in der Gemeinde Schwarzenbruck engagiert, z.B. mit Spenden. 

Laut einem Beitrag in dem ePaper-Medium “Meier-Magazin” hat Weber in den letzten 37 Jahren hilfsbedürftigen Einrichtungen und Menschen über 2,5 Mio. EUR Spenden zukommen lassen.

In dem Magazin wird auch das o.e. Konzert mit Jürgen Drews, welches am 14./15. Juni am Festplatz in Schwarzenbruck hätte stattfinden sollen, erwähnt. Der Erlös der Einnahmen aus dem Ticketverkauf war vorgesehen  als Spende an die Schülertafel Nürnberger Land, die Rollstuhlgruppe, die Behindertenbeauftragte und der Nachbarschaftshilfe Schwarzenbruck. Die gesamten Kosten für das Konzert wollten Peter Weber und sein Unternehmen selbst tragen, damit der Benefizertrag möglichst hoch ausfällt. – Daraus wird nach dem Verdikt des Gemeinderates Schwarzenbruck jetzt wohl nichts. Peter Weber hat das Konzert abgesagt.

Mobbing und die Folgen: Weber im Krankenhaus

Das derbe Gesinnungsmobbing aus dem Rathaus zu Schwarzenbruck ist Weber offenbar ziemlich unter die Haut gegangen. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Verdikts erlitt Weber einen Schlaganfall und befindet sich gemäß einer Facebook-Nachricht nun in einer Spezial-Klinik.

Die Weber-Videos

Es handelt sich dabei um themenbezogene Kurzvideos (Smartphone-Videos) zwischen 1 und 15 Minuten, in welchen Peter Weber seine Sicht zu Themen der Zeit darlegt. Ich lade Sie ein, sich von Peter Webers Videobotschaften selbst ein Bild zu machen. Ich habe das getan und kam zu folgender Einschätzung:

Nur nach seinen Videos beurteilt (ich kenne den Mann nicht persönlich) schätze ich Herrn Weber als einen liberal-konservativen Menschen mit einem festen Wertegerüst ein. 

Nach dem Betrachten seiner Videos ahne ich, was den erfolgreichen Unternehmer überhaupt dazu veranlasste, sich mit seinen Statements öffentlich zu positionieren und sich damit natürlich auch der öffentlichen Kritik auszusetzen: Der Mann will schlicht seinen Beitrag leisten, um auf das von Angela Merkel gesteuerte Narrenschiff, flankiert von grün-rot lackierten Zerstörern, aufmerksam zu machen. Ein Schiff, das zunehmend alle Konstanten zu Variablen erklärt, Gewissheiten zerstört und in welchem jede Gegenwehr mit Relativismus, Shitstorms und Nazi-Keule bekämpft wird. Vor diesem Narrenschiff warnte vor Jahrzehnten bereits Franz-Josef Strauß. Aber vielleicht hat das kommunale Bürgermobbing ja auch etwas mit dem Investitions-Projekt in Rummelsberg zu tun? – Sagen wir so: Der Spirit Voltaires oder Rosa Luxemburgs hatte zu der Ratsversammlung in Schwarzenbruck diesmal keinen Zutritt.

Peter Weber plaudert in seinen Videos frei von der Leber weg. Manches kann ich nachvollziehen, anderes sieht er mir etwas zu überspitzt. Mit Parteien, in welchen man sich mit “Genosse” anspricht, hat er wohl eher nichts am Hut und mit der grünen Narrenschar wohl auch nicht.

Am meisten aber hadert Weber mit der CDU und Angela Merkel. Erkennbar nimmt er beiden übel, den Konservativen durch Sozialdemokratisierung ihre politische Heimat genommen zu haben. – Aber in keinem einzigen Video konnte ich auch nur ansatzweise Botschaften wahrnehmen, die man “rechts” in die Nähe der AfD rücken oder gar außerhalb des demokratischen Spektrums vermuten könnte. Von daher haben die Ratsherren und -damen des rot-grün dominierten Schwarzenbrucker Gemeinderats wohl so etwas wie Bullshit beschlossen. – Könnte mir vorstellen, dass ihnen das noch auf die Zehen fallen wird. Warten wir ab!

Jedenfalls: Hier geht’s zu den Weber-Videos – bitte machen Sie sich selbst ein Bild:

YouTube: Peter Weber

Foto: pixabay Creative Commons CC0


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