WDR mutiert zum Propagandasender der Klimahysteriker:

“Meine Oma ist ‘ne alte Umweltsau”

Autor Kurt O. Wörl

Der WDR Kinderchor durfte zum Jahreswechsel ein besonderes Lied einstudieren. Das Lied befand sich für eine Weile auch in der Mediathek des WDR, wurde aber nach – überaus berechtigten – Protesten wieder entfernt.

Der Videobeitrag ist zwar im Netz noch auffindbar, wir verlinken jedoch zum Schutze der Kinder nicht dorthin, weil diese darin in Großaufnahmen erkennbar sind. Wir wissen nicht, ob die Eltern der Kinder überhaupt mit der Aktion des WDR und mit der öffentlichen Verbreitung einverstanden waren. – Sei’s drum!

Die Kinder – offenbar durchwegs Mädchen um die zehn Jahre alt – sangen mit freudigen Gesichtern den folgenden Text zu einer wohlbekannten Melodie:

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

 

Meine Oma sagt: „Motorradfahren ist voll cool.“ Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

 

Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

 

Meine Oma brät sich jeden Tag ’n Kotelett, weil Discounterfleisch so gut wie gar nichts kostet. Meine Oma ist ’ne alte Umweltsau!

 

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehn Mal im Jahr ’ne Kreuzfahrt. Meine Oma ist doch keine Umweltsau!”

 

 

Und am Ende riefen die Kinder mit ernstem Gesicht noch drohend den Satz in die Kamera:

“We will not let you get away with this!”
übersetzt: “Wir werden Euch damit nicht davon kommen lassen.”

Einordnung

Natürlich nimmt niemand an, dass es der Wunsch der Kinder war, doch mal öffentlich mit einem Ständchen pauschal ihre Omas beschimpfen zu dürfen – auch wenn das betonte Lächeln der Kinder beim Singen angesichts des Textes schon ziemlich gruselig wirkt. Nein, dieser Videoclip wurde von einem erwachsenen Filmteam gedreht, die Idee entstammt ganz sicher einem erwachsenen Kopf, das Lied selbst wurde von einem erwachsenen Chorleiter mit den Kindern “einstudiert” und von erwachsenen Redakteuren dann für die Öffentlichkeit freigegeben. 

Es waren also Erwachsene, die ihre krude Weltsicht aus Kindermündern verbreiten wollten. Man kennt das ja bereits von der schwedischen Nervensäge Greta Thunberg: Angreifen ohne ernsthaft angegriffen werden zu können, “weil man Kinder nun mal nicht angreift” – und wer es dennoch tut ist ein Unmensch. Will heißen: Erwachsene haben für ihren politischen Kampf erneut auf eine Art “Kindersoldaten” gesetzt und damit Kinder gewissenlos instrumentalisiert – “missbraucht” wäre wohl der zutreffende Begriff. Die Kinder jedenfalls, haben sich sicher keine Gedanken darüber gemacht, ob sie zu Hause ihren Omas vielleicht erklären müssen, warum sie selbige auf so unflätige Art öffentlich beschimpft haben. – Und den Fernsehmachern muss es wohl auch ziemlich wurscht gewesen sein. 

Neu ist diese Taktik der Spalterei der Gesellschaft und der Generationen übrigens nicht. Es reiht sich ein in die vielfältigen Strategien des Generierens von Sündenböcken in der Geschichte. “Die Juden, Sozialisten, Kommunisten sind schuld!” hieß es damals anno 1933, “die Alten sind schuld!” heißt es heute. Dabei sollte uns doch noch im Bewusstsein sein: HJ, BdM 1933 und die FDJ in der DDR dienten vor allem dazu, Kinder und Jugendliche zu Spaltpilzen in den Familien heranzuziehen, als Quelle des Misstrauens und der Angst zu platzieren und zudem der Denunziation der Alten durch die Jungen Türen und Tore zu öffnen. Die Instrumentalisierung von Kindern ist schon immer deutliches Merkmal autokratisch-faschistoider Kräfte, ganz gleich ob sie sich unter braunem, rotem oder grünem Lack präsentieren. – Ob man nun Kindersoldaten im Krieg einsetzt oder – wie die Klima-Apokalyptiker – sie für den eigenen politischen Kampf instrumentalisiert, ist von exakt der gleichen Güte: Es ist und bleibt ein Missbrauch. 

Will heißen: Das Oma-Lied war kein Versehen, es war kein “dummer” Fehler. Selbst der dümmste Journalist in der WDR2-Redaktion wird noch wissen wie befremdlich es wirken muss, wenn man Kinder öffentlich singen lässt, ihre eigene Oma wäre eine Sau. Nein, das war eine gezielte und gewollte Provokation, gerichtet an das bürgerliche Lager, um dort den tatsächlich erzielten Rumor auszulösen. Nicht umsonst hält sich der WDR populistische Aufwiegler wie den Monitor-Moderator Georg Restle, der von Neutralität und Unparteilichkeit des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunksystems nach eigenem Bekunden überhaupt nichts hält. Restle ist vielmehr das Paradebeispiel des Tendenz-Journalisten, der unfaire, spaltende Berichterstattung zur eigenen Kunst erhoben hat und nicht selten sind seine Beiträge unterirdisch demagogischer Art. – Läge dem WDR wirklich an einer Gesellschaft, die zusammenhält, hätte er diesen Spalter – um das treffendere Wort “Hetzer” zu vermeiden – längst feuern müssen. 

Wer sich im Netz ein bisschen umsehen möchte: Gruppen wie die AntiFa halten öffentlich auch gar nicht mehr hinter dem Berg, dass sie über die Spaltung der Gesellschaft und über das Aufspringen als Trittbrettfahrer auf die Angstkampagne der Klimaapokalyptiker aktuell ihre große Chance sehen, das verhasste bürgerlich-kapitalistische Gesellschaftssystem endlich zu Fall zu bringen. 

Reaktionen

Der Videoclip führte erwartungsgemäß zu einem Shitstorm der Extraklasse und der WDR hat den Videoclip deshalb auch wieder aus der Mediathek genommen. In gleich zwei Stellungnahmen (warum auch immer) nahm der WDR auf seiner Facebook-Seite wie folgt Stellung:

Heute kurz nach Mitternacht:

Heute gg. 13:00:

Der WDR beruft sich damit zweimal auf die “Satire-Freiheit”, wie sie bereits Kurt Tucholsky einst formulierte: “Was darf Satire? Alles!” – und daran will und werde auch ich ganz gewiss nicht rütteln. – Der WDR wirft aber mit der vorgegebenen “Satire-Absicht” nur den üblichen Rettungsring, wenn der Vorwurf der Volksverhetzung im Raum steht.

Denn damit “Satire alles darf” muss es sich zu allererst auch um Satire und nicht um Hetze, politische Agitation oder gar Volksverhetzung handeln. Auch wenn die Grenzziehung nicht jedem leicht fällt, die Grenze ist aber findbar und zwar – wenn sie noch nicht im Bereich des Anstandes und des guten Geschmacks gefunden wird – dann spätestens in § 130 StGB (Volksverhetzung). – Ich bin kein Jurist, aber Staatsanwälte wären m.E. schon gut beraten, sich diese sog. “WDR-Satire” mal genauer anzusehen. Das Aufstacheln zum Hass und die Beschimpfung von Bevölkerungsteilen ist in der Gesetzesnorm jedenfalls explizit aufgeführt. 

Abgesehen davon richtet sich Satire immer als Kritik gegen die Mächtigen und nicht an ohnmächtige und wehrlose Teile der Bevölkerung. Das nennt man nämlich nicht Satire, sondern Zynismus. – Von wegen Satire! Im Übrigen gilt, dass ernsthafte Satiriker ihre Werke eigenverantwortlich selbst an den Mann/die Frau bringen, dafür auch gerade stehen und sich nicht hinter Kinder als dolose Werkzeuge verstecken. – Oder kennen wir etwa den “Texter” des misslungenen Oma-Liedes schon?  

Das eigentlich Verwerfliche

Das eigentlich Verwerfliche an dem Videoclip ist ja nicht das Lied und die Beschimpfung der Großelterngeneration, denn diese Kritik trifft ja nicht wirklich. Gerade die Großelterngeneration in Deutschland, welche dieses Land wieder aufgebaut haben und für die folgenden Generation nun schon über 70 Jahre Frieden und Freiheit garantiert (nur deshalb können die #FFF-Kids freitags auf der Straße frei krakelen), hat ja unterm Strich einen verschwindend kleinen, ökologischen Schuhabdruck zu verantworten.

Ganz anders gerade eben die Eltern-Generation der Grüninnen und ihrer Leibesfrüchte. Verschiedene Studien und Umfragen belegen, dass ausgerechnet die Wähler der Grüninnen die meisten Flugmeilen, die fettesten SUVs vorzuweisen haben und die schlimmsten Helikoptereltern, die für ihre verwöhnten Kiddies einen rund-um-die-Uhr-Fahrservice bieten, stellen. Und selbst die Abgeordneten der Grüninnen fliegen weitaus häufiger durch die Weltgegend als die Abgeordneten aller anderen Parteien.

Berühmtestes Beispiel: Luise Neubauer, die junge Grüninnenpolitikerin und das deutsche Gesicht der #FridaysForFuture-Bewegung. Sie musste sich – zurecht – ebenfalls einen gewaltigen Shitstorm gefallen lassen, weil sie in ihrer Jugend kreuz und quer in die entlegendsten Gegenden unseres Planeten gejettet ist und das auch noch auf Instagram für jeden sichtbar dokumentiert hatte. Ich hab das vor Längerem mal ausgerechnet: Nur anhand der von Neubauer geteilten Reiseziele, hat die 23Jährige heute den etwa 17.000fachen CO2-Fußabdruck im Vergleich zu mir (65 Jahre) zu verantworten. – Im Netz hat man ihr deshalb auch den Spitznamen “Langstrecken-Luisa” gegeben. – Trotzdem würde ich sie nicht mit “Umweltsau” beschimpfen.

Nein, das eigentlich Verwerfliche ist, dass Erwachsene ihre politischen Ziele durch die Instrumentalisierung von Kindern versuchen durchzusetzen. Das Kalkül: Wenn Kinder die vermeintlich “berechtigten” Forderungen der Erwachsenen verkünden, sind politische Gegner dagegen weitgehend wehrlos.  Das Kindchen-Schema stimmt Erwachsene ja generell milde und wer dennoch heftig gegen den “Kindermund” argumentiert, macht sich in den Augen der meisten Menschen selbst zum Unmenschen. Diese Karte wird mit Greta Thunberg seit Mitte 2018 bis zum Erbrechen ausgespielt.

Genau das hatte offenbar auch der WDR mit seinem Oma-Bashing durch Kindermünder vor. Die Kinder werden, wie in Kriegen von Despoten, als eine Art “menschlicher Schutzschild” gegen Rückangriffe eingesetzt. Das aber ist dann nicht Satire, sondern in mildester Einordnung ist das einfach nur unfair und schäbig, weil Unangreifbarkeit jeglichen Vorstellungen von Demokratie widerspricht. In objektiver Betrachtung bleibt es schlicht politischer Missbrauch von Kindern. Und bei erfülltem Straftatbestand der Volksverhetzung wären die Kinder ganz nebenbei noch strafunmündig und die “Hetz-Botschaften” konnten über sie trotzdem an den Mann/die Frau gebracht werden.

Das Verwerfliche, der Skandal an dem Video ist vor allem aber auch die erkennbar tiefe Menschenverachtung, welche alle Beteiligten – außer den als dolose Werkzeuge instrumentalisierten Kindern – vom Textschreiber, über den Chorleiter und die Redaktion, haben durchblicken lassen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet twitterte zurecht:

„Der WDR hat mit dem Lied ‘Meine Oma ist ne alte Umweltsau’, das die Redaktion den Dortmunder Kinderchor singen ließ, Grenzen des Stils und des Respekts gegen über Älteren überschritten. Jung gegen Alt zu instrumentalisieren ist nicht akzeptabel.“

Bleibt zu hoffen, dass die Regierung NRWs entsprechend auch in den Gremien des Rundfunkrats interveniert. Gerade der WDR, der ständig in heuchlerischen Lippenbekenntnissen die “Spaltung der Gesellschaft” bedauert, produziert Beiträge, die geeignet sind, Generationen gegeneinander aufzubringen. – Gebührenfinanziert! Das ist mit dem Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems und seiner Neutralitätspflicht kaum vereinbar. – Mir fallen dazu nur die von Greta Thunberg mit Ekel im Gesicht den Regierungschefs dieser Welt entgegen gerufenen Worte

“How dare you!”

ein.

Tacheles-Redner Gerald Grosz drückt es etwas drastischer aus –
aber natürlich rein satirisch:

Nachtrag 1 – 17:00 Uhr:

Gerade wird bekannt: der WDR will am heutigen Abend, um 18:15 Uhr, auf WDR2 eine Sondersendung ausstrahlen, in welcher sich WDR2-Chef Jochen Rausch stellvertretend für die Redaktion einer “sachlichen Kritik und Fragen” stellen will. – Da die Journaille ja immer sehr fix ist mit Rücktrittsforderungen sollten eigentlich nun auch die verantwortlichen Redakteure zum Personalgespräch gerufen werden. Man darf gespannt sein.

Nachtrag 2 – 18:20 Uhr:

Während der Programmchef Jochen Rausch in der Sondersendung nur erkennbar halbherzig einräumt, dass man mit “Umweltsau” sich verbal vergriffen habe, darauf abhebt, dass viele das Anliegen “missverstanden” hätten und die Moderatorin immer noch von einem “Satire-Beitrag” spricht, meldet sich dann zum Glück aber WDR Intendant Tom Buhrow telefonisch in der Sendung. Und zwar aus dem Krankenhaus, wo er gerade seinen hochbetagten Vater besuchte. Er meinte wörtlich:

“Ja, ich bin als Intendant hier der Letztverantwortliche für das ganze Programm. Für alles vom Westdeutschen Rundfunk. Ich bin sehr froh über das, was Jochen Rausch heute Abend sagt, denn zu dieser Verantwortung gehört ja auch, Fehler einzugestehen. Und das will ich heute Abend tun. Das Video mit dem verunglückten Oma-Lied war ein Fehler und ich entschuldige mich ohne Wenn und Aber jetzt dafür.

 

Und Frau ???? Sie sollen auch wissen und alle Hörerinnen und Hörer sollen auch wissen, von wo aus ich jetzt in die Sendung anrufe, nämlich vom Krankenhaus aus. Mein 92jähriger Vater ist seit Heiligabend hier im Krankenhaus, in meiner Heimatsstadt Siegburg, ich bin wie jeden Tag bei ihm, er sitzt auch neben mir. Ich kann sagen er ist keine “Umweltsau”, er hat sein Leben lang hart gearbeitet und versucht anständig zu leben.

 

Ich habe mein ganzes Berufsleben dafür gekämpft, dass wir die Menschen nicht spalten und gegeneinander in Stellung bringen, sondern das Miteinander stärken. Und ich verspreche allen Hörerinnen und Hörern, das wir das auch im neuen Jahr noch mehr als Verpflichtung ansehen. Und wenn wir dem mal nicht gerecht werden, dann müssen wir auch dazu stehen und uns entschuldigen und das tue ich jetzt. Denn wir wollen beitragen zu einem besseren Klima in unserem Land.”

Soweit Intendant Tom Buhrow. Ich glaube ihm, er räumt ja nicht zu ersten Mal im WDR auf. Und weil ich ihm glaube, dürfte er in Kürze auch seinen jungen Mitarbeiter Danny Hollek zum Personalgespräch bitten, denn der junge Mann meinte, auf den Oma-Song noch einen draufsetzen zu müssen, indem er twitterte:

Einfach mal sacken lassen, welche Leute mit welchem Wortschatz es doch schaffen, beim WDR beschäftigt zu werden. Damit man sich das Früchtchen besser vorstellen kann, hier gehts zu Holleks WDR-Profil.

Nachtrag 3 – 20:00 Uhr:

WDR 2 hat die Sondersendung als Podcast online gestellt:

WDR 2 Programmchef stellt sich Kritik

Bild von Aline Dassel auf Pixabay


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