Zum ungeliebten Impfstoff von AstraZeneca:

Missbrauchen Politik und Journaille die Wissenschaft?

Autor: Kurt O. Wörl

Es ist zum Wiehern: Jetzt beginnt die große Impfstoff-Propaganda, damit die Leute das billige, weniger wirksame AstraZeneca-Vakzin akzeptieren.

Tun sie aber nicht! Warum sollten die Leute auch den weniger wirksamen Billigstoff aus Großbritannien und Schweden akzeptieren, wenn in Deutschland der bislang beste entwickelt wurde? Letzterer wird weltweit massenweise verimpft, weil offenbar selbst Briten und Schweden ihrem eigenen Stoff nicht so recht trauen. Und das kann ich gut verstehen, nachdem im Vorfeld eine Reihe von “korrekturbedürftigen” Testergebnissen, auch mit Zahlendrehern, bekannt wurden. Außerdem hat AstraZeneca keinen Impfstoff entwickelt, der immun gegen das SARS-CoV2 macht, sondern nach eigener Darstellung nur einen “sehr hohen Schutz vor schweren Covid-Verläufen bietet”. Das ist etwas anderes als Immunität und wer will denn sowas? Schwere Verläufe sind inzwischen auch mit Antikörper-Medikamenten vermeidbar.

Mich erinnert das an die Impfkampagne zur Schweinegrippe, 2009/2010. Damals gab es auch zwei Impfstoffe: Einen guten, teuren (Celvapan), der in Deutschland für Politiker, Polizei, Feuerwehr, medizinisches Personal gedacht war und billige Varianten (z.B. Pandemrix, Focetria u.a.) fürs Volk, die Adjuvanzien, das sind sog. Wirkbeschleuniger (Nanopartikel), enthielten. Letztere verursachten weltweit, vor allem in Schweden, wo sie hauptsächlich verimpft wurden, massenweise nicht heilbare Narkolepsie-Erkrankungen (über 1.300 Fälle allein in Schweden). Massenhafte Nebenwirkungen auch sonst: anaphylaktische Schocks, Gesichtslähmungen, Zuckungen, Gefäß- und Gehirnentzündungen. Auch damals folgte man unkritisch der “Wissenschaft”, die das Zeugs zum einwandfreien Impfstoff deklarierte. Erst vor kurzem wurden in Schweden 311 impfgeschädigte Antragsteller mit bis zu 1 Mio. EURO vom Staat “entschädigt”. 

Diese “der-Impfstoff-ist-gut-Kampagne” wird jetzt auch wieder gefahren werden, wetten? Ein williger Virologe nach dem anderen wird vor die Kameras gezerrt werden, um mit aller Macht Akzeptanz für das AstraZeneca-Vakzin herbeizureden. Und Karl Lauterbach wird – wie das Amen in der Kirche – begleitend wieder sein “Wir-werden-sonst-alle-sterben”-Mantra in gleicher Sache von Talkshow zu Talkshow tragen.

Dieser Versuch, politische Entscheidungen von der Autorität der Wissenschaft absegnen zu lassen, erinnert etwas an das Milgram-Experiment von 1962, benannt nach dem Erfinder, dem Psychologen Stanley Milgram. Mit dem Experiment sollte die motivierende Autorität und Wirksamkeit des wissenschaftlichen Anscheins getestet werden, um Menschen dazu zu bringen Dinge zu tun, die die meisten aus guten Gründen sonst nie tun würden, es aber im Glanze der Wissenschaftlichkeit dann doch tun. Ich füge dem Beitrag weiter unten die Beschreibung des Milgram-Experimentes und die in YouTube zur Verfügung stehende Dokumentation hinzu. 

Jedenfalls ist es offenbar wieder das Mittel der Zeit, mit weißen Kitteln zu argumentieren (ob für Zahnpasta oder für Impfstoff geworben wird, weiße Kittel wirken immer!). Von klimabewegten Kindern bis in die hohe Politik, den Menschen wird zunehmend “Glauben und Demut” vor weißen Kitteln abverlangt, wobei es offenbar niemanden interessiert, dass es “die einheitliche Erkenntnis und Meinung” in der Wissenschaft gar nicht geben kann, ganz im Gegenteil! Wissenschaft besteht vorwiegend aus Versuch, Irrtum und Falsifikation. – Deshalb ist es völlig normal, wenn Wissenschaftler unterschiedliche Expertisen abgeben.

Es ist aber sehr bequem für die Politik, wenn sie sich nur an einzelne, die eigenen Thesen stützende Forscher krallen, diesen dann an den Lippen kleben, um dann von “evidenzbasierenden Entscheidungen” zu sprechen. Angela Merkel hielt da auch gar nicht hinterm Berg: Öffentlich bekundete sie, dass sie nur “die Schule” um die Virologen Drosten und Brinkmann, die auf Lockdowns setzt, berücksichtigt. Es gibt aber in jeder Wissenschaftsparte immer auch andere Stimmen, die mit derselben Berechtigung Anspruch hätten, beachtet zu werden. Aber klar, aus polyphonem Expertengesang ist es viel schwieriger, politisch den angemessenen und notwendigen Handlungsbedarf zu destillieren.

Ich finde das überaus bedenklich und vor allem ziemlich unfair, vor allem ggü. den so instrumentalisierten Wissenschaftlern. Was Merkel macht, ist nichts anderes als der Versuch, die Verantwortung für politische Entscheidungen auf die Schultern der Forscher abzuladen. Und das klappt nur, wenn Politik und Journaille Wissenschaftler als nahezu gottgleiche, letzte Instanz der breiten Bevölkerung glaubhaft machen können, denen die Masse gefälligst zu folgen hat. Mich gruselt vor so einer Expertokratie.

So auch bei der Impfstoffauswahl. Die Zulassungsbehörden haben die Studien der Vakzin-Hersteller geprüft und sind so zu der Überzeugung gekommen, dass der AstraZeneca-Impfstoff nicht dieselbe Wirkung hat wie die mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna und insbesondere keine volle Immunisierung gewährleistet, sondern nur einen weniger heftigen Verlauf einer Corona-Infektion garantiert. Und gegen die südafrikanische Variante ist er dem Vernehmen nach offenbar völlig unwirksam. Ist es von daher nicht überaus verständlich, wenn Menschen lieber mit den erfolgversprechenderen Impfstoffen versorgt werden wollen?

Ich werde jedenfalls beim Ruf “folgt der Wissenschaft!” inzwischen regelmäßig unruhig. Semantisch übersetzt mein Kopf diese Worte inzwischen so: “Denk nicht selber nach, mach gefälligst, was man dir sagt!” und vor meinem geistigen Auge taucht dann eine Fascis drohend auf. Besonders dann, wenn die Journaille diesen Ruf kampagnenartig begleitet.

Ich weiß jetzt schon, dass es Leser geben wird, die mir das Etikett “Wissenschaftsleugner” ans Revers heften möchten. Doch das bin ich wahrlich nicht, ganz im Gegenteil! Ich klebe nur nicht an den Lippen einzelner Wissenschaftler, wie das die Regierungen von Bund und Länder aktuell tun. Wenn einzelne Professoren als Virologen oder Epidemiologen, wie etwa Melanie Brinkmann, eine Zero-Covid-Strategie für sinnvoll halten, dann nehme ich das schlicht zur Kenntnis. Da ich als Laie fachlich nicht in der Lage bin, ihre Postulate zu verifizieren, brauche ich zusätzlich die Sichtweise anderer Experten – und die gibt es! Ich nehme deshalb eben auch den stets recht besonnen argumentierenden Virologen Prof. Hendrik Streeck, den Staatsepidemiologen Schwedens, Prof. Anders Tegnell zur Kenntnis, der mit seinem liberalerem Weg Schweden inzwischen besser dastehen lässt als das lockdown-verliebte Deutschland. Ich schaue mir die Vorgehensweise und die Erfolge des Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Tübinger Weg), den des Rostocker Oberbürgermeisters Claus Ruhe Madsen und das Böblinger Modell von Landrat Roland Bernhard an. Und dann schaue ich, was Psychologen, Neurologen, Soziologen und auch Ökonomen meinen und versuche mir dann erst, aus der gesamten Kakophonie der Experten, meine Meinung zu bilden, die ich übrigens jederzeit bereit bin wieder über Bord zu werfen, wenn neue, bestechende Argumente dies verlangen. Und das heißt abwägen, Argumente bewerten und daraus einen guten Kompromiss für die eigene Haltung zu finden. – So und nicht anders! – Wer von mir verlangt, ich solle gefälligst folgen und ansonsten das Maul halten, outet sich selbst als Faschist.

Mein Vorgehen hat einen guten Grund: Es gibt “den” universal gebildeten Menschen, der einen Gesamtüberblick über alle Wissenschaftsgebiete haben kann., heute nicht mehr. Die fachliche Spezialisierung der Wissenschaftsgebiete hat sich bewährt und zu großer Effizienz geführt. Aber auch jeder noch so geniale Spezialist in seiner Sparte hat nicht den Überblick über das gesamte Spektrum der Natur- und Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Woher sollte ein Epidemiologe auch wissen, welche gesellschaftlichen und ökonomischen Auswirkungen ein harter Lockdown oder die Nutzung eines nicht optimal kreierten Impfstoffes in der Zukunft haben wird? Deswegen ist es fatal, wenn die Politik sich nicht selbst um eine breite, vielstimmige, interdisziplinär gestaltete Beratung bemüht.

Jedenfalls bin ich heilfroh, dass in Deutschland AstraZeneca in meiner Altersgruppe nicht verimpft werden soll.  Ich sorge mich aber um meine Frau und meine Kinder, die offenbar den Murks-Impfstoff erhalten sollen. Ansonsten würde ich mir übrigens jeden Stoff reinziehen, wenn’s sein muss, sogar den russischen Sputnik V.


Wissenschaft soll Wissen schaffen und nicht Glauben fordern
– das Milgram-Experiment

Zusammenfassend hatte das an der Pennsylvania State University durchgeführte Milgram-Experiment untersucht, inwieweit Menschen sich, ausschließlich motiviert durch die Autorität eines wissenschaftlichen Anscheins, dazu bewegen lassen, andere Menschen zu quälen. Um es vorwegzunehmen: Der Nachweis wurde erbracht, die weißen Kittel der Wissenschaft sind in der Lage, Menschen zu irrationalen, unglaublichen, ja scheußlichen Handlungen zu bewegen.

Es wurden Probanden gesucht, welchen in nüchterner Laborumgebung eine “Lehrer-Schüler-Situation” vorgegaukelt wurde. Die Probanden selbst nahmen jeweils die Rolle des “Lehrers” ein. In einem Nebenraum, für den “Lehrer” nicht sichtbar, saß ein Schauspieler, der den “Schüler” mimte. Vorgegeben wurde, man wolle herausfinden, inwieweit Strafe für Fehlleistungen den Lernerfolg bei Schülern steigern könne. Als Strafe für Fehlleistungen waren Stromschläge vorgesehen. Damit sich der “Lehrer” das auch vorstellen konnte, wie sich das haptisch anfühlt, wurde ihm zunächst selbst ein leichter Stromschlag von 45 Volt verabreicht (was sich bereits sehr unangenehm anfühlt). Außerdem wurde dem “Lehrer” auch das an einen elektrischen Stuhl erinnernde Ambiente des Schülerraums gezeigt, auf welchem die “Lernfähigkeit” des “Schülers” getestet werden sollte.

Der “Lehrer” sollte sodann dem “Schüler” über ein Mikrofon eine Liste von Begriffspaaren vorlesen, die sich der “Schüler” merken sollte. Danach wurde dem “Schüler” jeweils einer von den Begriffspaaren vorgelesen und der “Schüler” musste den hierzu gehörenden zweiten Begriff nennen. War die Antwort richtig, dann wurde der nächste Begriff angefragt. War die Antwort falsch, wurde dem Schüler der richtige Begriff benannt und für den Fehler musste der “Lehrer” den “Schüler” dann mit einem Stromschlag bestrafen, wobei mit jedem neuen Fehler die Stromspannung um jeweils 15 Volt für die nächste “Strafe” erhöht wurde. Auch falls der “Schüler” sich weigern sollte, zu antworten (etwa um der “Strafe” zu entgehen), musste die nächste Strafstufe verabreicht werden. Der “Lehrer” hatte hierzu eine Schalterleiste vor sich, auf der jeder Schalter mit der abzugebenden Stromspannung beschriftet war. 

Sollte der “Lehrer” Skrupel bekommen und aufhören oder gehen wollen, dann waren dem “Wissenschaftler im weißen Kittel” vier standardisierte Sätze “zur Motivation vorgegeben, sie lauteten:

  • Satz 1: „Bitte, fahren Sie fort!“ Oder: „Bitte machen Sie weiter!“
  • Satz 2: „Das Experiment erfordert, dass Sie weitermachen!“
  • Satz 3: „Es ist absolut notwendig, dass Sie weitermachen“
  • Satz 4: „Sie haben keine Wahl, Sie müssen weitermachen!”

Es gab noch weitere Standardsätze für kritische Verlaufssituationen, etwa wenn die “Lehrer” fragten, ob der „Schüler“ einen permanenten physischen Schaden davontragen könne, dann antwortete der Versuchsleiter: „Auch wenn die Schocks schmerzvoll sein mögen, das Gewebe wird keinen dauerhaften Schaden davontragen, also machen Sie bitte weiter!“ Auf die Aussage des „Lehrers“, der „Schüler“ wolle nicht weitermachen, wurde standardmäßig geantwortet: „Ob es dem Schüler gefällt oder nicht, Sie müssen weitermachen, bis er alle Wörterpaare korrekt gelernt hat. Also bitte machen Sie weiter!“ 

Wurde nach der Verantwortung gefragt wurde, sagte der Weißkittelträger, er übernehme die Verantwortung für alles, was passiert.

Zu den Aktionen des “Lehrers” gehörten natürlich auch die Reaktionen des “Schülers” auf die Stromschläge. Hierzu war dem Schauspieler, der natürlich nicht wirklich Stromschläge erhielt, aufgetragen, bei vorher definierten Stromspannungen auf Band aufgezeichnete Reaktionen zu starten:

  • bei 75 Volt: Grunzen
  • ab 120 Volt: Schmerzensschreie
  • ab 150 V: Der “Schüler” sagt, er wolle nicht mehr weitermachen
  • ab 200 V: gellende Schreie
  • ab 300 V: Weigerung Antwort zu geben
  • über 300 V: Stille, der “Schüler” schweigt, antwortet nicht mehr

Interessant: In Vorversionen des Milgram-Experiments waren diese Reaktionen des “Schülers” nicht vorgesehen. Die Gehorsamsbereitschaft der Probanden war dann aber so enorm, dass Milgram diese dem Experiment hinzufügte, um einen zusätzlichen, Skrupel auslösenden Faktor zu haben.

Jedenfalls war es erstaunlich wie viele Probanden sich vom wissenschaftlichen Anschein dazu verleiten ließen, auch die höchsten Straf-Spannungen auszulösen. Darunter durchaus auch welche, die keinerlei Skrupel zeigten, andere die viele Skrupel zeigten, aber sich immer wieder vom Versuchsleiter zum Weitermachen animieren ließen und nur wenige, die sich schließlich weigerten, weiter zu machen. 

Die Doku zum Milgram-Experiment aus 1962:

Bild von Nick Magwood auf Pixabay


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