Fundsache: Ein glaubhaftes Statement

Querdenken 711 – das Interview

gefunden und kommentiert von Kurt O. Wörl

Als der sog. “Risikogruppe” zugehörend bin ich skeptisch, was die Querdenken-Bewegung zur Maskenpflicht sagt und durchsetzen will. Das liegt aber vor allem daran, dass ich als Laie Nutzen oder Sinnlosigkeit nicht wirklich einordnen kann. – Ich trage aus Sicherheitsgründen die Maske und bin froh, wenn es andere in meiner Nähe auch tun, vorläufig jedenfalls. ABER:

Was die beiden Sprecher, Michael Ballweg und Ralf Ludwig, zum Tauziehen um das Demonstrationsrecht, zum Verhalten des Berliner Senats, insbesondere zu den antidemokratischen Äußerungen des Innensenators (Ex-SED-Mitglied) im u.a. Video von sich geben, das kann ich als Demokrat nur unterstützen.

Leider gibt es zu Demonstrationen eben keine Eintrittskarten und leider können die Organisatoren solcher auch kaum verhindern, dass sich auch Polit-Idioten und Gewaltbereite dazugesellen. Trotzdem haben die Organisatoren der Demonstration am 29.08.2020 einen riesigen Aufwand betrieben – und damit das ihnen Mögliche getan – um ihre Versammlung in Ordnung zu halten. Nicht umsonst wird vor Ort auch stets massiv Polizei eingesetzt, um Straftaten zu verhindern, denn das ist nämlich ihre und zugleich ihre edelste Aufgabe. Hätte die Polizei in Berlin sich nicht in der Bekämpfung von Ordnungswidrigkeiten verausgabt und dafür den Reichstag als Zentrum unserer Demokratie angemessen geschützt, wären uns ganz üble Bilder erspart geblieben, welche nun medial zur Denunzierung der Querdenken-Bewegung genutzt wird. – Sehr recht zu wünschen wäre es nämlich, wenn der Innensenator auch in der Berliner Rigaer Str. 94 so konsequent durchgreifen wollte und rechtsfreie Räume beseitigt, auch wenn dort keine depperten Reichskriegsflaggenschwenker aber dafür rotlackierte Faschisten mit massiver Gewalt agieren. – Will er aber nicht.

Erstaunlich die tendenziöse, fast inquisitorische Befragung durch die Medien – auch durch das ZDF. Ich glaube nicht, dass es eine solche peinliche Vorfeldbefragung der Organisatoren auch beim G20-Gipfel gab, bei dem Linksautonome und die linksextreme AntiFa in Hamburg einen ganzen Stadtteil – ausgerechnet die linksbevölkerte “Schanze”, welch eine Ironie! – zerlegt haben. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass es im Nachgang des Hamburger Chaos’ entsprechende Vorwürfe an die Veranstalter gab, wie sie die Querdenker nach der Demo am 1. August hinnehmen mussten.

Sehen Sie ein Musterbeispiel von Interview, das zeigt, wie sich auch Medien – durchaus parteiisch und mit Leidenschaft – der Spaltung der Gesellschaft und der Denunziation hinzugeben vermögen. Und die beiden Sprecher, die machen aus meiner Sicht trotzdem eine vergleichsweise gute Figur.

Jedenfalls: die Anliegen zum Umgang des Staates mit den Grundrechten und zum Demonstrationsrecht kann ich nur mit Herzblut unterstützen. 

42 Minuten, die sich – zumindest für Demokraten – lohnen zuzuhören.

Titelbild von Michael Arwin Urban auf Pixabay


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