Schweden zeigt wie’s geht

Autor Kurt O. Wörl

Nun fällt es offenbar langsam auch den Medien (wenn auch noch immer nicht den öffentlich-rechtlichen) auf, dass das viel gescholtene Schweden, mit seiner liberaleren Vorgehensweise, die Pandemie weitaus besser – und vor allem erfolgreicher – managt als deutsche Bundes- und Landesregierungen, die ihre Bürger wie Mündel behandeln.

Das schwedische Erfolgsgeheimnis:

1. managt die Pandemie in Schweden nicht die Regierung, sondern der Staatsepidemiologe Anders Tegnell mit seinem Stab. Die Regierung muss sich seinen Vorgaben beugen und kann die Pandemie nicht für Wahlkampfzwecke missbrauchen.

2. Behandelt man mündige Bürger mit Vertrauen und Anstand und verfügt Maßnahmen mit Augemaß, guter Aufklärung und kommuniziert verständlich, dann verhalten sie sich die Menschen auch vernünftig.

So haben es die Schweden geschafft, dass die “Vierte Welle” dort bislang statistisch nicht nachweisbar ist. Sie konnten Flächen-Lockdowns vermeiden, haben ihre Wirtschaft kaum belastet, deshalb eine Menge Staatsgelder gespart und vor allem haben sie ihre Bürger nicht traumatisiert – besonders nicht ihre Kinder.

Außerdem: Menschliche Gesellschaften sind komplex, sie sind kein Maschinenpark, den man bei Bedarf einfach abschalten kann. Gängelt man erwachsene Menschen paternalistisch wie unmündige Kinder, mit überzogenen Vorschriften und Verboten (etwa alleine auf einer Parkbank zu sitzen oder sich im Freien aufzuhalten), gar mit Drohungen und Sanktionen, dann suchen sie Ausweichmöglichkeiten – und ein Teil geht dann immer auch in den Protest. Und der wächst in Deutschland inzwischen zu einer gefährlicher Radikalisierung in einzelnen Bereichen heran, besonders in Sachsen.

Zwang gegen einzelne Rechtsbrecher ist in keiner Gesellschaft vermeidbar. Zwang und Druck gegen die ganze Gesellschaft, erzeugt Gegendruck und Widerstand. Diktatoren scheitern immer wieder an solchen Vorstellungen.

Jetzt, nach dem Wortbruch über Parteigrenzen hinweg, es werde keine Impfpflicht geben, um sie nun doch zu installieren, befürchte ich, dass dies hirnlose Impfgegner in ihrem Hass auch zu Straf- und Gewalttaten verleitet. Fackelaufzüge vor Wohnhäusern von Politikern versprechen jedenfalls nichts Gutes.

Es ist schon so: Das Autokratische feiert auch 76 Jahre nach 1945 in vielen deutschen Politikerhirnen wieder fröhliche Urstände – und besonders heftig zunehmend auch in den Köpfen von Journalisten. Dass der Politikertyp “Harter Hund” in einer immer smarter und weicher werdenden Gesellschaft anachronistisch aus der Zeit gefallen ist, ist noch nicht bei jedem angekommen.

Die Achse des Guten ließ Johan Anderberg, einen schwedischen Journalisten, zu Wort kommen, der das schwedische Erfolgmodell den Hardliner-Vortellungen in anderen Weltgegenden gegenüberstellt:

ACHGUT: Wie Schweden der Covid-Katastrophe entkam

 

Ausführlicher äußerte sich Anderberg im schwedischen Presseportal SYDSVENKAN (Originaltext in Schwedisch, der Google-Translater liefert aber eine ganz eine brauchbare Übersetzung):

SYDSVENKAN: Katastrofen som aldrig kom (Die Katatrophe, die nie kam)

 

Ich fand in dem Beitrag nichts, dem ich logisch, sachlich oder faktisch widersprechen könne.


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