Pandemie: deutsche Politiker und Medien irren:

Schwedens Weg war der richtige!

Autor: Kurt O. Wörl

Die deutsche Politik und die Medien werden nicht müde, den liberalen Weg Schwedens durch die Corona-Pandemie als “gescheitert” zu bezeichnen. Ich frage mich seit Wochen, woran beide das eigentlich festmachen. An den nackten Zahlen jedenfalls nicht. Das Gegenteil ist richtig! Und wenn man einen ganzheitlichen Blick auf die Lage Schwedens wirft, dann war der schwedische Weg nicht nur sehr viel erfolgreicher, sondern vor allem weitaus weniger schadensträchtig und damit sehr viel vernünftiger als der zunehmend obrigkeitsstaatliche, deutsche Weg.

Ein Vergleich bringt es an den Tag. Zur Berechnung der u.a. Zahlen werden folgende Einwohnerzahlen verwendet:

Deutschland 83.000.000
Nordrhein-Westfalen 18.000.000
Bayern 13.000.000
Schweden 10.290.000

Schweden ist am ehesten mit Bayern vergleichbar, ähnliche Einwohnerzahl, ähnlich als Flächenland strukturiert, allerdings mehr als sechsmal so groß wie Bayern. Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste Bundesland und wird deshalb zum Vergleich mit herangezogen.

Die nackten Zahlen: 

In erster Linie maßgeblich ist, wie viele der infizierten Menschen an oder mit COVID-19 sterben, postuliert jedenfalls die Bundesregierung. Nach eigenem Bekunden stehe der Schutz “vulnerabler” Gruppen über allem. Gut, dann wenden wir diesen Maßstab auch an und schauen, ob die deutsche Politik ihrem Mantra auch gerecht wird:

(Stand: 10.02.2021)

Land bzw. Bundesland registrierte
Infektionen
= Prozent
Verstorbene 
Infizierte total und in %
Verstorben ist jeder
Schweden 600.244
5,83%
12.326
2,05%
49. Infizierte
Nordrhein-Westfalen 502.766
2,80%
502.766
2,35%
43. Infizierte
Deutschland 2.299.996
2,77%
62.969
2,74%
37. Infizierte
Bayern 415.276
3,17%
415.276
2,74%
37. Infizierte

Ich stelle fest: The winner is Sweden! – Bundesregierung und Länderregierungen wurden ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht.

Obwohl sich im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Schweden über 5% der Bevölkerung infiziert haben (also der doppelte Prozentsatz von Deutschland und Bayern) gelang es Schweden im Gesamten letztlich besser, die “vulnerablen Gruppen” zu schützen. In Deutschland stirbt bereits jeder 37. Infizierte an oder mit Corona, in Schweden aber nur jeder 49.

Nun könnte man freilich meinen, dass die vergleichsweise hohe Infektionszahl Schweden zum Verlierer machen könnte, immerhin hat Schweden aktuell eine Inzidenz von 193,8, Deutschland nur eine von aktuell 68,0. Doch das ist ein Irrtum, weil Schweden ganz bewusst den Inzidenzwert vernachlässigt. Es ist dort vielmehr sogar Teil der Strategie, dass die jüngere Bevölkerung, bei welcher die Infektion meist symptomfrei verläuft, dazu beiträgt, möglichst schnell die sog. “Herdenimmunität” zur erreichen. Und damit steht auch im folgenden Vergleich Schweden erneut sehr gut da:

Die registrierten Infektionen sind nämlich nur ein vager Anhalt über das tatsächliche Infektionsgeschehen. Sie sind, genau wie die Inzidenzwerte, immer nur eine Momentaufnahme und sind vor allem vom Umfang der Corona-Tests abhängig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass die Dunkelziffer etwa beim 4,5Fachen der registrierten Infektionen liegen könnte. – Deshalb findet diese Schätzung Anwendung auf die Berechnung der Immunisierung.

Immunisierung:
Land registrierte Infektionen
+Dunkelziffer
immun durch
Infektion
immun durch Impfung immun gesamt
Schweden 600.244
2.701.098
26,2% 3,8% 30,0%
Bayern 415.276
1.868.742
19,5% 3,1% 22,6% 
Deutschland 2.299.996
10.349.982
12,5% 4,0% 16,5%
Nordrhein-Westfalen 502.766
2.262.447
12,6% 2,7%  15,3% 

Ich stelle fest: The winner is Sweden again! 

Soviel zu den nackten Zahlen, die erhoben und berechnet werden können. Aber das ist nur ein Tunnelblick auf die Pandemie. 

Erst am Ende wird abgerechnet

Schweden ist auch wirtschaftlich und gesellschaftlich auf dem Siegerweg. Denn Schweden hat mit dem Zulassen der Durchseuchung weder der jüngeren Generationen das öffentliche Leben genommen noch seine Wirtschaft demoliert (vor allem Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe), noch seine Künstler brotlos gemacht und damit kaum Existenzen zerstört. Es musste nicht die Wirtschaft in dem Umfang wie Deutschland durch extrem hohe Schuldenaufnahme (Gelddrucken!) stützen, hat seine Kinder und Jugendlichen nicht durch Kontaktverbote KITA- und Schul- und Hochschulschließungen traumatisiert und damit auch keinen Bildungsrückstand unter Schülern und Studenten generiert.

Und das alles ohne harte Lockdown-Maßnahmen, nur geringen Kontakteinschränkungen, ohne Maskenpflicht und vor allem ohne vorsätzliches Schüren von Angst und Panik in der Bevölkerung wie hierzulande (ein schmutziges Vorhaben, wie aus einem geleakten Strategie-Papier des Bundesinnenministeriums bekannt wurde).

Gegen die harten Lockdown-Maßnahmen sprechen auch die Erfahrungen in anderen Ländern: Frankreich, Großbritannien, Irland, Portugal, Spanien, Italien, in keinem dieser Länder, die auf noch härtere Lockdowns gesetzt hatten, konnten die Sterbefälle wirklich eingedämmt werden. Dass Deutschland anfangs so gut dastand, das hat die Bevölkerung weitgehend in Vernunft selbst erreicht. Wir erinnern uns: Der erste Lockdown lief an, als die Deutschen die erste Welle bereits selbst gebrochen hatten … mit selbstgenähten Alltagsmasken und vernünftigem Verhalten. Mündige Bürger handeln eben auch mündig.

Der Sommer half, die Zahlen niedrig zu halten und er wurde deshalb von der Regierung auch verschlafen (Schulen nicht mit Lüftungsanlagen ausgestattet, Impfstoff-Reservierung versäumt usw). Die Zahlen explodierten erst wieder mit dem Lockdown-Light ab November letzten Jahres und lassen sich bis heute nur sehr zäh mit immer neuen Verschärfungen wieder drücken. Bürger werden leider auch nicht mehr als mündige solche, sondern wie unmündige Untertanen behandelt.

Ich hatte es bereits im Mai letzten Jahres prophezeit: Erst am Ende der Pandemie wird abgerechnet und dann wird sich zeigen, welche Strategie die bessere war. Schweden hat die Nase im Moment jedenfalls vor Deutschland und Bayern.

Resümee:

Nein, der schwedische Weg wird von der deutschen Journaille und Politik zu Unrecht verunglimpft. Er wird aber vor allem von der überwältigenden Mehrheit der schwedischen Bevölkerung gutgeheißen, weil man die Menschen dort stets als mündige Bürger behandelt und nicht mit nahezu stalinistischen Methoden – wie das die Merkel-Regierung samt “Corona-Kabinett” in Deutschland bevorzugen – als unmündige Untertanen. Chapeau Schweden!

Nun darf man gespannt sein, wie lange die deutsche Politik und Angela Merkels mediale Applauskulisse die Mär vom Scheitern Schwedens noch aufrecht halten wollen. Und erst in den nächsten drei bis fünf Jahren werden wir einen Überblick darüber haben, welche Kollateralschäden der deutsche Weg hinterlassen haben wird. Die Schweden können das entspannt abwarten.

Bild von Tumisu auf Pixabay


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