Unangenehme Fragen und versäumtes Nachhaken:

Slomka grillt Merkel – zu sanft

 

Autor: Kurt O. Wörl

Gestern, am Freitag, 12.02.2021, interviewte die ZDF-heute-Moderatorin, Marietta Slomka, die Bundeskanzlerin. Dafür, dass Slomka bisher – wie praktisch alle Moderatoren der öffentlich-rechtlichen Nachrichten-Redaktionen, nur als williger Teil der medialen Applauskulisse für den Merkelismus in Erscheinung trat, stellte sie unserer “Mutti” diesmal doch einige erstaunlich unangenehme Fragen. Das war Merkels Mimik auch zu entnehmen.

Offenbar scheinen sich auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zunehmend Zweifel an der Art und Weise, wie die deutsche Regierung durch die Pandemie stolpert, zu manifestieren. Kein Wunder! Bis zum Oktober starben in Deutschland “nur” etwas über 8.000 Menschen an dem Corona-Virus. Deutschland wurde dafür weltweit bewundert.

Das große Sterben begann in Deutschland just mit den Lockdown-Maßnahmen. Langsam beginnend mit dem Lockdown-Light im November letzten Jahres und eskalierend in dem nun fast drei Monate währenden harten Lockdown. Bis heute starben binnen weniger Wochen zusätzliche weitere 56.000 Menschen. Stand heute verzeichnet unser Land 64.742 an oder mit Corona Verstorbene. Deutschland hat mit einer Todesrate von 2,78% inzwischen eine höhere Sterblichkeit zu verzeichnen als die USA (1,75%), Österreich (1,89%) und das, wegen seines liberalen Weges stets vielgescholtene Schweden, mit nur 2,04% Sterblichkeit (ich habe mich dazu in meinem Beitrag “Schwedens Weg war der richtige!” bereits positioniert). 

Dabei hätte die Merkel-Regierung gewarnt sein müssen: Durchwegs ALLE europäischen Staaten, die mit harten und härtesten Lockdowns reagiert haben, sind gescheitert und verzeichnen die höchsten Sterberaten: allen voran Frankreich, Irland, Großbritannien, Portugal, Spanien und Italien. Soviel zur Ausgangslage für das Interview, das für Merkel sichtlich unangenehm war.

Leider hat es Slomka sträflich unterlassen, bei der Kanzlerin noch etwas peinlicher nachzuhaken, etwa warum Merkel, trotz der Erfahrungen in anderen Ländern, an ihrer überzogenen Lockdown-Politik festhält. Genauso als Merkel herumeierte beim Versagen der Impfstoff-Bestellung. Hier hätte sie hinterfragen können, dass Merkel und ihre Regierung, wegen “des anderen”, von ihr auch noch verteidigten Weges, damit zugleich in Kauf genommen haben, dass bei uns mehr Menschen sterben als bei ausreichender, konsequenter Impfstoff-Beschaffung nötig gewesen wäre, wie das England, die USA und Israel in anpackender Weise vorgemacht haben.

Oder bei der Frage nach den Schnelltests für jedermann: ein Thema, bei dem Deutschland ebenfalls sträflich hinterherhinkt. Etwa. wenn Slomka auf die Beispiele wie Südkorea, wo die Schnelltests bereits sein März letzten Jahres mit großem Erfolg im Einsatz sind oder jetzt auch ich Österreich hinweist und die Kanzlerin nur ausweichend antwortet “Wir haben im Corona-Kabinett darüber gesprochen”. Hier wäre die konsequente Nachfrage gerechtfertigt gewesen “Glauben Sie nicht, dass die Menschen in Deutschland von Ihrer Regierung etwas mehr erwarten können als ein ‘Darüber-sprechen-im-Kabinett?'”. – Schade!

Das Interview:


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