Melanie Huml nun zuständig für "internationales Gedöns" - unter Chefaufsicht:

Söder korrigiert Fehlgriff

Autor: Kurt O. Wörl

Eigentlich mag ich sie ja. Sie erinnert mich an eine ehemalige Grundschullehrerin, weil sie immer so einen mütterlich-besorgten Eindruck erweckt. Nur ihr Kleidungsstil erschien mir manchmal etwas irritierend. In ernstester Lage tritt sie gerne im kunterbunten Papageien-Outfit auf, als wenn sie gerade einem indischen Ashram entsprungen wäre. Die Rede ist von Bayerns Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, Melanie Huml. – Oder besser Ex-Gesundheitsministerin. 

Gestern gab jedenfalls Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, im Rahmen einer Pressekonferenz, nicht nur die neuen Restriktionen zur Corona-Pandemie bekannt, sondern in vollendet diplomatischen Worten auch eine Miniumbildung seines Kabinetts. Danach wird ab kommenden Montag, 11.01.2021 Klaus Holetschek, bisher Staatsekretär unter Melanie Huml. deren Ressort übernehmen und sie selbst wechselt als “Ministerin für Gedöns” (also für “Europa und Internationales”) in die Staatskanzlei – und arbeite künftig quasi unter Chefaufsicht des Ministerpräsidenten höchstpersönlich. 

Huml auszutauschen war wahrlich eine sehr überfällige Entscheidung Söders, denn das wenig anpackende Herumgemurkse seiner Gesundheitsministerin war in der ausufernden Pandemie nicht mehr zu verantworten. Erinnert sei an die von ihr zu verantwortende Panne bei den Corona-Tests, im August letzten Jahres, als 44.000 getestete Reiserückkehrer vergebens auf ihre Testergebnisse warteten. Darunter auch über 900 mit positivem Testergebnis. Bereits damals hatte Huml – offenbar nur zum Schein – ihren Rücktritt angeboten. Söder hat aber abgelehnt, – ein großer Fehler! Das war allerdings noch im Sommer, als die Inzidenzwerte noch sehr niedrig waren.

Festzustellen ist jedenfalls, dass Bayern (ca. 13.08 Mio. Einwohner), obwohl es stets härtere Eindämmungsmaßnahmen verfügte als andere Bundesländer, heute, am 07.01.2021, mit 7.260 Corona-Toten nicht nur über der Todesrate des bevölkerungsreichsten Bundeslandes, Nordrhein-Westfalen (ca. 18 Mio. Einwohner und 7.246 Corona-Tote) liegt, sondern bundesweit an trauriger Spitze. Ob es um die Beschaffung von Schutzkleidung oder um vernünftige Softwarelösungen für die steinzeitlich herumfaxenden Gesundheitsämtern geht oder um den verzögerten Impfstart in Bayern, weil für die lumpigen 9.750 Impfdosen der Erstlieferung die Kühlkette nicht mehr nachvollziehbar war: all das steht im krassen Widerspruch zum Auftreten Markus Söders als “harter Hund” im Kampf gegen die Pandemie.

Die Kette des Versagens hat einen Namen: Melanie Huml. Zu ihrem bisherigen Ressort gehört eben auch das Pflegewesen und damit die Alten- und Pflegeheime in ganz Bayern. Bis heute hat es Huml nicht geschafft, dass die Bewohner, das Pflegepersonal und besuchende Angehörige konsequent und regelmäßig getestet werden, um das Einbringen des Virus in die Heime zu unterbinden. Stattdessen wurden und werden unsere Senioren einfach in den Heimen eingesperrt, leiden und verzweifeln schier an ihrer grausamen Situation der Isolation. Viel zu viele davon mussten einsam, ohne jede Begleitung durch Angehörige, sterben. – Vielen Dank, Frau Ministerin – für Nichts!

Aber Söder wurde mit Melanie Huml auch Opfer seiner selbst. Der Meister der flexiblen Selbstinszenierung versucht sich schon seit längerem attraktiv für mögliche Bündnisse mit den “Grüninnen” zu machen. Er umarmt neuerdings kamerawirksam Bäume, hat überraschend seine Liebe zu den Bienen entdeckt und die Verbots- und Vorschriftenverliebtheit der “Grüninnen” kommt Söders Neigung, “den harten Hund” zu geben, sowieso überaus entgegen. Und da musste natürlich auch die Zusammensetzung seines Kabinetts möglichst “grünen” Idealvorstellungen entsprechen. So wurde bei der Kabinettsbildung die biologische Ausstattung in der Unterhose, für die quotengerechte Verteilung der Kabinettsposten, besonders wichtig. Eine Vulva sein Eigen nennen zu können zählt im Mainstream heutzutage eben weitaus mehr “banale” Kompetenznachweise. Bei Melanie Huml war des “Rechthaben-Schnick-Schnack-Schnuck” (lesenswert!) also überaus wirkmächtig: Vulva sticht Penis – und aus die Maus. Das ist die einzige – weil feministische – Form des Sexismus, den die “Grüninnen” nicht nur akzeptieren, sondern überaus lieben und deshalb innig pflegen. Da mochte Söder freilich nicht ignorant bleiben, wenn er für die “Grüninnen” die Haare schön haben will. Mit Blick auf Frau Huml drängt sich mir das geflügelte Wort auf:

Wehe wem ein Amt gegeben, dem er nicht gewachsen ist!

Bleibt zu hoffen, dass neben der größten Freiheitseinschränkung für die Bevölkerung durch die Exekutive, seit Bestehen der Bundesrepublik, dem Nachfolger im Amt des Staatsministers für Gesundheit und Pflege, Klaus Holetschek, auch die wirklich wichtigen Maßnahmen zum Schutz der vielzitierten “vulnerablen Gruppen” einfallen: und das ist der konsequente Schutz derselben, durch verpflichtende, tägliche Testung aller Bewohner, der Pflegekräfte und der Besucher sowie eine zeitnahe Durchimpfung sowohl in den Heimen wie bei den zu Hause lebenden Senioren. 

Dann kann man auch den jungen Menschen, den Gastronomen, Friseuren, den Vereinen usw. zeitnah ihre Lebensgrundlage, ihre verfassten Freiheiten und die Lebensfreude wieder zurückgeben. Markus Söder wäre dann mein Held in dieser Zeit.

Dieses Prädikat habe ich bis auf weiteres allerdings an Boris Palmer, dem Oberbürgermeister von Tübingen, verliehen (obwohl er eine männliche “Grünin” ist”) für seine vorbildliche und vor allem erfolgreiche Pandemiebekämpfungs-Strategie (bekannt als “Tübinger Modell”), die jedem den Wind aus den Segeln nimmt der behauptet, der konsequente Schutz der vulnerablen Gruppen sei logistisch gar nicht möglich. Doch, ist es und das mit vergleichsweise einfachen Mitteln. – Chapeau Boris!

Ganz nebenbei ist Frau Huml übrigens studierte Ärztin, mit Approbation. Das hat man zwar bei ihrer Amtsausübung als Gesundheitsministerin gar nicht bemerkt, bringt mich aber auf eine Idee: 

Denn, warum Markus Söder sie nun zur Staatsministerin “für Gedöns” macht – um das böse Wort “gutbezahlt kaltstellt” zu vermeiden – statt ihr das Naheliegende vorzuschlagen, nämlich ihre Kompetenz als Ärztin (die ich nicht ansatzweise zu bezweifeln wage) zu reaktivieren, bleibt sein Geheimnis. Das ohnehin überlastete, medizinische Personal vor Ort aufzustocken wäre sinnvoll und für Huml sicher eine Erfahrungsbereicherung, nach fast 20 Jahren politischer Bedeutungslosigkeit in Landtag und Ministerien sich da draußen, in der Welt des Leistungsprinzips wieder bewähren zu dürfen, um Menschenleben zu retten, die sie als Ministerin leider gefährdet hat.

Aber Parteifreunde setzt man solchen Widernissen nicht gerne aus, auch dann nicht, wenn sie vielleicht Verantwortung für ein paar todbringende Pannen zu viel haben. Wie menschlich, wie verständlich! Und unter Parteifreunden verweist man sich gegenseitig auch nicht gerne ans Jobcenter. 

In dem Zusammenhang vielleicht interessant, was Staatsminister (auch die für Gedöns) in Bayern verdienen. Um nicht missverstanden zu werden: Ich mag keine Neiddebatten und will hier auch keine eröffnen! Ginge es nach mir, dürften, nein sollten Politiker in der Exekutive sogar das 10Fache verdienen, vorausgesetzt, sie machen einen guten Job und werden konsequent, ohne Wenn und Aber, gefeuert, wenn sie versagen.

Bayerische Staatsminister werden nach der Besoldungstabelle B und zwar nach der Besoldungsgruppe B 11 bezahlt. Und es gibt noch ein bisschen Zubrot dazu.

Das Pikante an den folgenden Zahlen ist lediglich: Man muss dafür gar keine Kompetenz haben oder gar für das Gemeinwohl nützliche Leistung erbringen. Denn der treusorgende Landesvater und Parteifreund sorgt bei Versagen für einen gleichwertigen Job, wenn auch nur für Gedöns. 

Einkommen (Brutto) für bayerische Staatsminister:

Stand 01.01.2021

Grundbezüge nach B 11 14.382,41 EUR
Zuschlag 3/16 von B 11 2696,70 EUR
Dienstaufwandsentschädigung 650 EUR
Familienzuschlag Stufe 1  134,36 EUR
Brutto gesamt: 17.863,47 EUR

Davon muss freilich noch Einkommenssteuer abgeführt und der private Krankenkassenbeitrag finanziert werden. Davon lässt sich gut leben, auch wenn man nichts kann, oder?


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