Studie zur SARS CoV-2-Pandemie veröffentlicht:

Heinsberg-Studie:
Sterblichkeitsrate bei 0,36 Prozent

Autor: Kurt O. Wörl

Das Forscherteam um Prof. Hendrik Streeck, vom Institut für Virologie der Universität Bonn und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung in Köln haben die lange erwartete “Heinsberg-Studie”, in deren Mittelpunkt die Erhebung der Sterblichkeitsrate im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie stand, veröffentlicht. 

Zu Erinnerung: Im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg, genauer in der Ortschaft Gangelt, war es zu Beginn der Pandemie zu einem Infektions-Hotspot (Super-Sreading-Event) infolge des Karnevaltreibens gekommen. 

Erstmals wurde bei der Untersuchung vor Ort auch die sog. Infektionssterblichkeit (Infection Fatality Rate, IFR) ermittelt, welche ggü. der bisher genutzten Fallsterblichkeit besser geeignet für Hochrechnungen und die Berechnung des Seuchenverlaufs sein soll.

Die wichtigsten Feststellungen der Studie:

  • 15,5% der Bevölkerung in Gangelt waren zum Zeitpunkt der Untersuchung infiziert (das war das Fünffache der offiziell gemeldeten Fälle für diese Gemeinde).
  • die Infektion war mit Merkmalen, wie Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns verbunden,
  • 22,22% der Infizierten hatten keinerlei Symptome,
  • die Infektionssterblichkeit lag bei 0,36%,
  • ein Zusammenhang zwischen Alter und Geschlecht mit der Infektionsrate konnte nicht festgestellt werden,
  • das sekundäre Infektionsrisiko für Haushalte mit zwei, drei und vier Personen stieg von 15,5% auf 43,6%, 35,5% und 18,3%.
  • dieses unerwartet niedrige sekundäre Infektionsrisiko für Personen, die im selben Haushalt leben, hat Auswirkungen auf die Maßnahmen, um die Pandemie einzudämmen,
  • als signifikanten Symptome der Erkrankung wurden festgestellt:
    Geruchsverlust, Geschmacksverlust, Fieber, Schwitzen und Schüttelfrost, Müdigkeit, Husten, Muskel- und Gelenkschmerzen, Engegefühl in der Brust, Kopfschmerzen, Halsschmerzen, verstopfte Nase,
  • es konnte keine signifikante Auswirkung auf infizierte Studienteilnehmer festgestellt werden, die Ibuprofen, ACE-Hemmer als Medikamente nutzten,
  • ausgehend von den am 02.05.2020 registrierten Todesfällen (6.575) in Verbindung mit SARS CoV-2 ließ sich für diesen Tag eine wahrscheinliche Durchseuchung der deutschen Bevölkerung von ca. 1,8 Mio. Infizierten errechnen (das entsprach 2,2% der Bevölkerung).

Konkrete Handlungsempfehlungen auf Basis der Studienergebnisse geben die Wissenschaftler nicht vor.

Wer es genauer wissen möchte – hier gehts zur Studie (PDF):

Infection fatality rate of SARS-CoV-2 infection in a German
community with a super-spreading event

Bild von Myriam Zilles auf Pixabay


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