Autor: Kurt O. Wörl
Wir nutzen oft Redewendungen, deren Herkunft wir eigentlich gar nicht kennen. Nicht wenige stammen aus der Bibel, andere aus der Literatur, wie etwa „man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“, aus Friedrich Schillers „Wallenstein“.
Aber woher kommt die Redewendung „auf Holz klopfen“?
Wenn heute jemand sagt: „Auf Holz klopfen“, meint er meist eine kleine Vorsichtsmaßnahme gegen das Unglück. Man sagt es, wenn etwas gut gegangen ist oder wenn man hofft, dass das Glück anhält.
Der Ursprung dieser Redewendung liegt wahrscheinlich im alten Bergbau. Unter Tage wurden die Stollen mit starken Holzbalken abgestützt. Diese Balken entschieden über Sicherheit oder Einsturz. Die Bergleute prüften sie regelmäßig, indem sie dagegen klopften. Ein klarer, fester Klang bedeutete: Das Holz ist stabil. Ein dumpfer Ton verriet morsches Material und damit Gefahr.
Das Klopfen war also kein Aberglaube, sondern eine ganz praktische Prüfung. Am Klang ließ sich erkennen, ob alles noch hielt.
Vielleicht steckt genau darin der Grund, weshalb sich die Redewendung bis heute erhalten hat. Wenn etwas gelungen ist oder eine heikle Situation glimpflich ausgegangen ist, klopft man auf Holz – gewissermaßen als Erinnerung daran, dass alles noch trägt. Und dass man hofft, es möge auch weiterhin so bleiben.







