Mein FAZ-Fragebogen

Wer das F.A.Z.-Magazin kennt, kennt sicherlich auch den “Fragebogen, der früher ein beliebtes Gesellschaftsspiel war und den der Schriftsteller Marcel Proust in seinem Leben gleich zweimal ausfüllte.”

Besonders gelungen ist er eigentlich nicht, weil einige Fragen sehr ähnlich, manche zu grob formuliert sind. Aber wenn er für die Promis im FAZ-Magazin taugt, taugt er auch für mich. Deshalb habe ich ihn nun auch nach bestem Wissen und Gewissen ausgefüllt. Und anders als Proust werde ich das Formular von Zeit zu Zeit nach Lust und Laune und neuen Erkenntnissen “updaten”.

 


Wie geht’s?
So gut wie irgend möglich. Bin zufrieden.

Was ist für Sie das größte Unglück?
Privat: Der Tod eines geliebten Menschen.
Generell: Fundamentalismus in jeder Ausprägung – er macht Menschen zu Bestien.

Wo möchten Sie leben?
Im Sommer in der Bretagne, in Dänemark oder Norwegen, im Winter in Südafrika oder Namibia. Weil sich das aber nicht jeder leisten kann, lebe ich gerne in Deutschland.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
Frieden, Gesundheit und Zufriedenheit bis zum Lebensende, vor allem für meine Kinder und die beste Ehefrau von allen.

Welche Fehler können Sie nicht verzeihen?
Solche, die wider besseren Wissens begangen werden, aus Sturheit, Dummheit oder Ignoranz.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Solche die versehentlich aber in wohlwollender Absicht passieren.

Ihre liebste Comic-Figur?
Obelix.

Ihre meistgehasste Sendung im Fernsehen?
Keine einzelne Sendung, aber so ziemlich alles, was die privaten Proletensender ausstrahlen. Ich gucke sie auch nicht.

Ihre Lieblingsserie?
Habe keine, sehe auch keine Serien.

Ihre Lieblingsromanhelden?
Patrick O’Hanrahan in “Der dreizehnte Apostel” von Wilton Barnhardt

Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Sokrates wie ihn Platon überlieferte, Marc Aurel, Maria Magdalena

Ihre Lieblingsheldinnen in der Wirklichkeit?
Ayaan Hirsli Ali, Sophie Scholl,

Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung?
Die erste echte Liberale, von der ich einst erfuhr: Pipi Langstrumpf

Ihre Lieblingsmaler?
Nicolas Poussin, Anthonis van Dyck, Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer, Salvadore Dali, und meine Schwester, Karin Wörl

Ihr Lieblingskomponist?
Natürlich Wolfgang Amadeus Mozart und sein Klangkosmos, dicht gefolgt von Ludwig van Beethoven.

Wann haben Sie sich zuletzt selbst gegoogelt?
Weiß ich nicht mehr, kommt aber öfter vor. Ich betreibe mehrere Websites, da muss man manchmal prüfen, wie diese in den Suchmaschinen platziert sind.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem Mann am  meisten?
Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Zivilcourage und Humor.

Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer Frau am meisten?
Aufrichtigkeit, Zuverlässigkeit, Zivilcourage, Humor, Schönheit und Sanftmut.

Welche Kunstausstellung haben Sie zuletzt besucht?
Die BüKa in Roth (MFr), weil da meine Schwester bisweilen ausstellt.

Welche Eigenschaft schätzen Sie an sich selbst am meisten?
Wissensdrang, Neugier auf Dinge, die hinter dem Vordergründigen stecken.

Ihre Lieblingstugend?
Toleranz. Aber! Toleranz ist eine Tugend nur dann – und wirklich nur dann – wenn sie ohne äußeren Zwang freiwillig als Geschenk gewährt und nicht von Dritten eingefordert wird.

Für sich selbst darf man Toleranz im Stillen allenfalls erhoffen, aber nie einfordern. Wer es doch tut, ist ihrer mit Sicherheit nicht würdig, sondern ein Tyrann. Ferner gibt es Situationen, in welchen man sich mit falsch verstandener Toleranz sogar schuldig machen würde.

Welche der sieben Todsünden wird überschätzt?
Alle, schon deshalb, weil sie im religiösen Wahn verfasst wurden.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Freimaurerei, Segelfliegen, Bücher, Bücher, Bücher, Philosophie, klassischer Musik lauschen und … was keiner je in den FAZ-Fragebogen zu schreiben wagte … 

Mit welcher literarischen Figur können Sie sich identifizieren?
Schwierig! Sagen wir so, Dan Browns Kunstfigur Robert Langdon, als Professor für Semiologie bzw. Symbologie, hat einen interessanten Beruf, der mir auch gefallen würde.

Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Neil Armstrong, als er den Mond betrat.

Ihr Hauptcharakterzug?
Keine Ahnung, fragt die beste Ehefrauen von allen! 

Was schätzen Sie bei Ihren Freunden am meisten?
Ehrlichkeit – auch wenn es um unbequeme Wahrheiten geht. Hilfsbereitschaft in schweren Zeiten und Nachsicht gegenüber meinen Fehlern.

Ihre größte Leistung?
Meine erwachsenen Kinder, ein Sohn und eine Tochter.

Welchen Lebenstraum haben Sie aufgegeben?
Astronaut zu werden.

Ihr Lieblingswort?
“Habseligkeiten” und das aus dem Dänischen stammende Lehnwort “hyggeligt”.

Ihr größter Fehler?
Ungeduld, manchmal überzogenes Misstrauen (Berufskrankheit aller Gendarmen).

Was macht Sie nervös?
Frauen. Aber ich habe starke Nerven.

Welchen Roman hätten Sie gerne selbst geschrieben?
Von der Auflage her die Harry-Potter-Bücher.

Und was lesen Sie im Moment?
Mehrere Bücher parallel: Mark Twains “Reise durch Deutschland”, “deutsch, nicht dumpf” von Thea Dorn und ein Fachbuch über Quantenphysik.

Als eBook oder in gedruckter Form?
Mark Twain als eBook, die anderen als Druckausgaben.

Ihr Traum vom Glück?
Ein schmerz- und sorgenfreies Leben in einer Erdumlaufbahn mit Blick auf das blaue Juwel, dazu Mozarts Klangkosmos, Milch-Shakes, gute Bücher an Bord. Das alles, – zusammen mit der besten Ehefrauen von allen genossen – denke ich – ließe mich sehr glücklich sein.

Was wäre für Sie das größte Unglück?
Der Verlust eines geliebten Menschen oder ein schmerz- und sorgenvolles Leben in einem unfreien Land, ohne Mozarts grandiosem Klangkosmos… das ließe mich sehr unglücklich sein.

Was möchten Sie sein?
Manchmal der Knopf an einer Damenbluse, manchmal aber auch eine Hämorrhoide im Hintern von Leuten, die mich nerven – in jenen von Politikern zum Beispiel.

Ihre Lieblingsfarbe?
Blau, zumal Gold keine Farbe ist.

Ihre Lieblingsblume?
rote, rosa, weiße Rosen, Lilien, Vergissmeinnicht, auch die alljährliche Hortensien-Orgie in der Bretagne.

Ihr Lieblingsvogel?
Adler und Kolibri

Ihr Lieblingsschriftsteller?
Keine unbedingten Favoriten, aber gerne lese ich Ephraim Lessing, Kurt Tucholsky, Mark Twain, Umberto Eco, Christian Jacq, Wilton Barnhardt, neuerdings Dan Brown, weil er spannend schreibt und manche Leute aufregt.

Ihr Lieblingslyriker?
Goethe, wer sonst? Gibt/gab es sonst noch ernst zu nehmende Lyriker?

Ihre Helden in der Wirklichkeit?
Albert Schweitzer, Karl-Heinz Böhm… ansonsten kenne ich keine Helden in der Wirklichkeit… nur Irre und Wahnsinnige!

Ihre Heldinnen in der Geschichte?
Sophie Scholl, Maria Magdalena

Ihre Lieblingsnamen?
Mirjam, Marco, Maike, Elodie

Was verabscheuen Sie am meisten?
Rabulistik, Gewalttätigkeit, Intrigen, Neid und Missgunst.

Welche geschichtliche Gestalten verachten Sie am meisten?
Mao Zetong, Adolf Schicklgruber, alias Hitler, Stalin, Philipp IV., Päste, Josemaría Escrivá, Yassir Arafat, George W. Bush ganz gewiss Donald Trump und nicht erst seit 2015 auch Angela Merkel, sie sollte endlich Geschichte sein.

Welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten?
Militärmusikkapellen

Welche Reform bewundern Sie am meisten?
Reform heißt ja Rückformen, also etwas Verformtes wieder in die richtige Form bringen. In Deutschland gibt es keine Reformen, die zu bewundern wären, weil das Wort hierzulande bedeutet  “Bürger, wir wollen deinen Besitz und dein Einkommen schmälern und Dir Dein Leben ungemütlicher machen!”

In anderen Ländern bedeuten Reformen hingegen immer eine Verbesserung der gegenwärtigen Lebenszustände. So bewundere ich die durch Volksentscheide eingeführten Gesundheits- und Rentenreformen in der Schweiz, das geniale Wirtschafts- und Sozialsystem Dänemarks. Warum eigentlich schauen deutsche Politiker nicht hie und da über die Grenzen?

Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Komponieren zu können und in der Zeit zu reisen.

Wie möchten Sie sterben?
Am liebsten gar nicht, aber wenn schon, dann entweder in den Armen (m)einer schönen Frau oder während des Schlafes, ohne dass ich es bemerkte.

Und dann?
Keine Ahnung, ich lass mich überraschen. Alles andere wäre sinnlose Verschwendung von Lebenszeit.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Optimistisch, hellwach, neugierig, nachdenklich.

Ihr Motto?
Es sind dies die Weisheiten aus dem Apollon-Tempel zu Delphi:

Erkenne dich selbst!
Sei Herr deines Zornes!
Nicht zu sehr!
Die Mitte ist das Beste!
Bedenke das Ende!

ich füge hinzu:

Nimm dich nicht so wichtig!

Kurt O. Wörl (Stand 07.09.2018)

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