Zweifel statt Gewissheit

Warum Bertrand Russells liberale Grundsätze heute aktueller sind denn je

Ein Text aus dem Jahr 1951 – und doch liest er sich, als wäre er für die Gegenwart geschrieben. In aufgeheizten Zeiten, in denen Überzeugungen und Gefühle wichtiger sind als Fakten, erinnert Bertrand Russell an etwas Unbequemes: dass Zweifel kein Mangel, sondern eine der wichtigsten Tugenden ist.

Was wie eine banale Liste von Lebensregeln daherkommt, erweist sich bei näherem Hinsehen als scharfer Gegenentwurf zu Fanatismus und ideologischer Verhärtung. Hinter den „Zehn Geboten eines Liberalen“ steht keine bloße akademische Theorie, sondern die Erfahrung eines Jahrhunderts, das erlebt hat, wie schnell Gewissheit in Intoleranz und Macht durch Unterdrückung umschlägt. […]

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Wenn Worte unter Aufsicht stehen

Satire - Wenn nicht mehr gesagt wird, was gemeint ist aber gemeint, was gesagt werden darf

Eine Sprache auf Rosskur – vorgeschrieben, entkernt und unter ständiger Aufsicht. Ein Wirt, der sich nicht erklären lässt, wer er ist. Und eine neue Klasse von Tugendwächtern, die jedes Wort auf Verdacht kontrolliert. Wer entscheidet eigentlich, was wir noch sagen dürfen – und warum? Und was bleibt vom Menschen, wenn nur noch seine Beschreibung übrig ist. Eine bissige Betrachtung über Eifer, Empfindlichkeit und den Versuch, unsere Sprache zu zerstören. […]

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Ein schauriger „Prozess gegen Deutschland“

Über Anspruch, Wirklichkeit und die hohe Schwelle des Parteiverbots

Ein Theater-Event versucht einen „Prozess gegen Deutschland“ – und landet bei der Anklage einer einzigen Partei. Zwischen Pathos und Paragrafen, Standing Ovations und „Pfui“-Rufen, wird die Frage nach einem Parteiverbot zur moralischen Schicksalsprobe stilisiert.

Doch was geschieht, wenn man die Form des Gerichts wählt aber die Logik einer Tribüne bedient? Was folgt auf ein Verbot – und was auf sein Scheitern?

Dieser Beitrag untersucht einen Schauprozess voller Ernst und Eifer – und legt die blinden Stellen frei, die im Eifer des Gefechts übersehen wurden. […]

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Zwischen Abgrund und Maß

Eine Betrachtung über Schuld, Versuchung und Verantwortung

Warum zieht uns das Böse so hartnäckig an, obwohl wir es verurteilen? Warum fesseln uns Vampire, Verbrecher und Verführer mehr als tugendhafte Helden? Folgen Sie meiner aus Neugier geborenen Suche. Sie führt von Hegel über Stokers Dracula, von Sokrates’ Schierlingsbecher bis zu Mephistos Verneinung – und weiter in unsere Gegenwart der Dauererregung. Es geht nicht um Sensation, sondern um Freiheit. Nicht um Dämonen, sondern um Entscheidungen. Ein philosophischer Spaziergang durch die Abgründe der menschlichen Seele – und über das Maß, das uns davor bewahrt, abzustürzen. […]

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Wir sehen nicht die ganze Welt

Eine ironische Reise durch die Grenzen unserer Wahrnehmung

Ein Spaziergang durch die Welt des Sehens führt von scheinbar selbstverständlichen Farben zur trügerischen Ehrlichkeit der Kamera. Er führt weiter zu Bienen, die auf Blüten Muster erkennen, die für uns gar nicht existieren. Und er endet bei einer leisen, aber unbequemen Frage: Teilen wir tatsächlich dieselbe Welt oder haben wir nur gelernt, dieselben Wörter für sehr private Eindrücke zu benutzen? Dabei zeigt sich, wie wenig von der Wirklichkeit in unseren Augen ankommt und wie viel erst im Kopf entsteht und warum unsere vertraute Welt vielleicht weniger wahr ist, als sie sich anfühlt, dafür aber genau so eingerichtet, dass wir uns in ihr orientieren, verständigen und leben können. […]

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Die Hölle

Von ewiger Verdammnis und sehr irdischer Macht

Die Hölle ist kein Ort, sondern eine Idee – und eine erstaunlich langlebige. Folgen Sie mir auf meiner Reise von der kindlichen Gewissheit ewiger Verdammnis über theologische Rechenkunststücke bis zur diskreten Entsorgung des theologischen Unfugs im 20. Jahrhundert.

Mit Ironie und persönlicher Erinnerung will ich zeigen, wie aus einem verständlichen Gerechtigkeitsbedürfnis ein pädagogisches Schreckensinstrument wurde – und warum ausgerechnet die Aufklärung die eigentliche Erlösung brachte. […]

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Weihnachtszeit – die „stade“ Zeit

Über Hoffnung, Licht und die uralte Kunst, den Winter zu überlisten

Wenn draußen das Tageslicht früher Feierabend macht als wir selbst, beginnt drinnen das große Gegenprogramm. Lichterketten werden aufgehängt, als ließe sich der Winter damit verdrängen, Glühwein ersetzt gesunde Skepsis, und irgendwo zwischen Kaufrausch und Kerzenschein wächst die Hoffnung, dass es mit ausreichend Beleuchtung auch innerlich heller wird. Der Mensch hat seit jeher ein Talent dafür, der finsteren Jahreszeit mit Festen, Geschichten und Ritualen zu trotzen. Warum das Licht dabei immer wieder eine Hauptrolle spielt, weshalb der 25. Dezember ein erstaunlich frequentiertes Datum ist und wieso ein kleiner Funken Hoffnung oft mehr trägt als große Versprechen, davon will ich erzählen. […]

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Die Laterne des Diogenes

Warum Menschlichkeit erst im Gegenüber sichtbar wird

Der Mensch – ein Wesen, das sich selbst „weise“ nennt und doch täglich an seiner eigenen Unvollkommenheit scheitert; ein Geschöpf, das Höhlen bemalte, bevor es Worte erfand und das noch immer nach dem richtigen Maß zwischen Vernunft und Abgrund sucht – der Mensch bleibt sich selbst ein Rätsel.

Folgen Sie mir auf seinen Spuren durch Mythos und Geschichte, durch Irrtum, Hoffnung und Selbstüberschätzung. Mit diesem Text frage ich, warum wir uns so schwertun, einander zu verstehen, und weshalb die schwierigste Aufgabe womöglich darin besteht, im Antlitz des anderen den Nächsten zu erkennen. „Die Laterne des Diogenes“ – ein Spaziergang durch Licht und Schatten des Menschseins – und eine Einladung, das eigene Menschenbild neu zu betrachten. […]

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Gerechtigkeit vs. Gleichmacherei

Die Zukunft liegt im Kinderzimmer – nicht in uniformen Lebensentwürfen

Gerechtigkeit ist mehr als ein moralischer Wunsch. Sie entscheidet darüber, ob eine Gesellschaft ihre eigene Zukunft sichert oder langsam zerfällt. Wenn Familienarbeit unsichtbar bleibt und Gleichmacherei zur politischen Leitlinie wird, geraten die tragenden Strukturen der Gesellschaft ins Rutschen. Ich möchte zeigen, warum echte Gerechtigkeit erst dort beginnt, wo Verantwortung Anerkennung findet – und weshalb eine moderne, freie Gesellschaft nur bestehen kann, wenn sie ihr eigenes Fundament wieder ernst nimmt. […]

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Homo sapiens – nur ein Mogeletikett?

Warum die „Krone der Schöpfung“ noch lange nicht weise ist

Der Mensch scheitert an keiner Aufgabe häufiger als an sich selbst. Er kennt die Wahrheit und flieht vor ihr. Er liebt die Freiheit und fürchtet die Verantwortung. Er bewundert die Vernunft und dient letztlich nur seinen Leidenschaften. Trotzdem nennt er sich Homo sapiens. Es stellt sich also die die Frage: Ist also „Homo sapiens“ – nur ein Mogeletikett? […]

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