Helene Fischer:

Auf neuen Pfaden am besten

Autor: Baldiun Berger

Haken wir das Optische gleich zu Beginn ab: Die 36jährige Helene Fischer ist eine Frau von klassischer Schönheit in ihren besten Jahren und ganz sicher spielt sie im deutschsprachigen Raum in den Träumen nicht weniger Männer eine gewisse Rolle. Auch ich würde lügen, würde ich behaupten ihr Anblick wäre mir unangenehm.

Vielleicht ist die Russlanddeutsche sogar die Sängerin, welche Deutschland und seine Popmusik weltweit am authentischsten zu repräsentieren versteht. Fragt man im europäischen Ausland, welche deutschen Popsänger man kenne, wird Helene fast immer zu allererst genannt (ja, ich frage sowas im Urlaub die Leute manchmal). Damit dürfte sie weltweit in etwa den Status haben wie einst Lale Andersen, Marlene Dietrich oder Caterina Valente (obwohl letztere ja eigentlich Italienerin ist).

Richtig, Fischer singt hauptsächlich deutsche Schlager. Einiges davon gefällt mir, anderes nicht so, weil ich Schlager, die auf hartem 4/4-Marschmusik-Rhythmus basieren, generell nicht mag (deutscher Schlager wirkt leider immer irgendwie wie Marschmusik). Deshalb kann ich mir von Helene auch kein ganzes Album hintereinander anhören. Man hört sich nach drei/vier ihrer üblichen Songs einfach satt. Allerdings geht es mir – mit wenigen Ausnahmen – bei fast allen Solokünstlern so.

Wo Helene Fischer aber regelmäßig beweist, welch eine grandiose Sängerin sie ist und welch unglaubliche Bandbreite und Range sie mit ihrer Stimme erreicht, das beweist sie immer dann, wenn sie ihre üblichen Pfade verlässt (etwa bei Duetten, wenn sie Können bei der Zweistimmigkeit beweist oder wenn sie das Schlager-Genre Richtung Klassik, Operette und Musical verlässt. 

Umwerfend gelang ihr das wieder zu Weihnachten in ihrer Helene-Fischer-Show 2019, als sie mit Bülent Ceylan ihren Gassenhauer “Atemlos” in einer Heavy-Metal-Version präsentierte. Ich kann dieses Lied eigentlich nicht mehr hören, es macht mich in der Originalfassung sogar fast aggressiv.

Aber diese Version mit Bülent war der Hammer und brachte mich völlig aus dem Häuschen – Helenes Begleitung in engelsgleicher Kopfstimme zauberte mir nicht Gänsehaut, sondern Elefantenpickel auf die Haut:

Mit Bülent Ceylan: “Atemlos”

Der Auftritt veranlasste mich, auf YouTube weitere derartige “Abweichungen” vom üblichen Helene-Fischer-Repertoire zu suchen und nachfolgend hier einfach zu verlinken. – Und bei jedem einzelnen möchte ich ausrufen: Was für ein begnadete Künstlerin. Los geht’s, ohne viele weiteren Worte:

Mit Tom Jones: “Sex Bomb”

Mit Philias Martinek: “All of Me”

 

Mit Kiefer Sutherland: “Open Road”

Mit Ina Regen: “Hearst’as net” (Boarisch und Jodeln kann sie auch noch)

Mix remastered mit Elvis Presley: “Just Pretend”

Auch klassisch kann sie es: “Adeste Fideles”

 

Mit Boss Hoss: “Jolene”

Mit Peter Maffay: “Du”

Mit Peter Maffay: “Ich wollte nie erwachsen sein”

Mit Mark Keller: Ein Medley

Mit Paola Felix: Blue Bayou

Mit Leona Lewis: “Run” 

Mit Il Divo: “Tonight”

Mit Max Griesinger: “Fields of Gold”

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