Dekadenz – Leben von der Substanz

Über verlorene Maßstäbe und den verwalteten Verfall

Verfallende Brücken, eine verschleppte Digitalisierung, eine kaum einsatzfähige Bundeswehr, immer bessere Zeugnisse bei sinkenden Leistungen und Gesetze, die ihre eigenen Begriffe nicht erklären können.

Dekadenz zeigt sich heute nicht im spätrömischen Orgien-Gelage, sondern im schleichenden Verlust von Substanz, Maßstäben und Korrekturfähigkeit. Dieser Beitrag fragt, wie lange eine Gesellschaft noch von Voraussetzungen leben kann, die sie selbst nicht mehr erneuern kann. […]

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Fünf Worte des Schweigens

Wenn das Schweigen spricht

Wir reden, um uns mitzuteilen – und oft auch nur, um uns selbst nicht begegnen zu müssen.

Doch was geschieht, wenn die Worte verstummen? Dann treten Fragen hervor, die im Lärm des Alltags leicht überhört werden: Fragen nach unserer Sterblichkeit, nach wahrer Nähe, nach dem Gewissen, nach der Wirkung der Kunst und nach der rätselhaften Tiefe der Wirklichkeit.

Gedanke zu fünf Worten, die nur das Schweigen auszusprechen vermag. […]

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Kann das Gesetz uns Freiheit geben?

Die Kunst, frei und zugleich gebunden zu sein

Goethes berühmter Satz, „Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben“, klingt unanfechtbar. Doch was, wenn er seit langem missverstanden wird? Was, wenn Freiheit gerade nicht im bloßen Befolgen von Regeln entsteht, sondern erst dort beginnt, wo der Mensch zwischen Gesetz und Recht zu unterscheiden lernt?

Dieser Text folgt der Spur eines großen Zitats – von der dichterischen Selbstdisziplin bis zu den politischen Abgründen gesetzlich organisierten Unrechts – und fragt, warum Freiheit ohne Ordnung nicht bestehen kann, Ordnung ohne Gerechtigkeit aber zur Gefahr wird. […]

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Zweifel statt Gewissheit

Warum Bertrand Russells liberale Grundsätze heute aktueller sind denn je

Ein Text aus dem Jahr 1951 – und doch liest er sich, als wäre er für die Gegenwart geschrieben. In aufgeheizten Zeiten, in denen Überzeugungen und Gefühle wichtiger sind als Fakten, erinnert Bertrand Russell an etwas Unbequemes: dass Zweifel kein Mangel, sondern eine der wichtigsten Tugenden ist.

Was wie eine banale Liste von Lebensregeln daherkommt, erweist sich bei näherem Hinsehen als scharfer Gegenentwurf zu Fanatismus und ideologischer Verhärtung. Hinter den „Zehn Geboten eines Liberalen“ steht keine bloße akademische Theorie, sondern die Erfahrung eines Jahrhunderts, das erlebt hat, wie schnell Gewissheit in Intoleranz und Macht durch Unterdrückung umschlägt. […]

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Republik der weichen Kissen

Vom Verschwinden der Zumutung in einer bequemen Welt

Noch nie war eine Generation so gut geschützt – und selten so wenig geübt im Umgang mit Herausforderungen. Zwischen Achtsamkeit, Schonraum und pädagogischer Polsterung stellt sich eine alte Frage neu: Wie soll ein Mensch Stärke entwickeln, wenn ihm jede Zumutung erspart bleibt? Ein ironischer Blick auf eine Gesellschaft, die ihre Jugend am liebsten im Mutterschoß behalten würde. […]

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Zwischen Abgrund und Maß

Eine Betrachtung über Schuld, Versuchung und Verantwortung

Warum zieht uns das Böse so hartnäckig an, obwohl wir es verurteilen? Warum fesseln uns Vampire, Verbrecher und Verführer mehr als tugendhafte Helden? Folgen Sie meiner aus Neugier geborenen Suche. Sie führt von Hegel über Stokers Dracula, von Sokrates’ Schierlingsbecher bis zu Mephistos Verneinung – und weiter in unsere Gegenwart der Dauererregung. Es geht nicht um Sensation, sondern um Freiheit. Nicht um Dämonen, sondern um Entscheidungen. Ein philosophischer Spaziergang durch die Abgründe der menschlichen Seele – und über das Maß, das uns davor bewahrt, abzustürzen. […]

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Wir sehen nicht die ganze Welt

Eine ironische Reise durch die Grenzen unserer Wahrnehmung

Ein Spaziergang durch die Welt des Sehens führt von scheinbar selbstverständlichen Farben zur trügerischen Ehrlichkeit der Kamera. Er führt weiter zu Bienen, die auf Blüten Muster erkennen, die für uns gar nicht existieren. Und er endet bei einer leisen, aber unbequemen Frage: Teilen wir tatsächlich dieselbe Welt oder haben wir nur gelernt, dieselben Wörter für sehr private Eindrücke zu benutzen? Dabei zeigt sich, wie wenig von der Wirklichkeit in unseren Augen ankommt und wie viel erst im Kopf entsteht und warum unsere vertraute Welt vielleicht weniger wahr ist, als sie sich anfühlt, dafür aber genau so eingerichtet, dass wir uns in ihr orientieren, verständigen und leben können. […]

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Reiche sind selten glücklich

Angst um Hab und Gut nimmt Lebensfreude

2019 befasste sich der STERN mit dem Elend der Reichen und Erfolgreichen. Was zunächst wie ein Witz klang, hat aber durchaus einen sehr realen Hintergrund, der sich mir mehrmals im Leben erschloss. Mein Beruf brachte es zwangsläufig mit sich, dass ich Einblick in alle Gesellschaftsschichten gewann, von den Schönen und Reichen bis zu den Abgehängten, welche in armen Verhältnissen ihr Leben fristen. Denn als Gendarm lernt man schnell: Kriminalität gibt es in allen Gesellschaftsschichten. […]

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Die Hölle

Von ewiger Verdammnis und sehr irdischer Macht

Die Hölle ist kein Ort, sondern eine Idee – und eine erstaunlich langlebige. Folgen Sie mir auf meiner Reise von der kindlichen Gewissheit ewiger Verdammnis über theologische Rechenkunststücke bis zur diskreten Entsorgung des theologischen Unfugs im 20. Jahrhundert.

Mit Ironie und persönlicher Erinnerung will ich zeigen, wie aus einem verständlichen Gerechtigkeitsbedürfnis ein pädagogisches Schreckensinstrument wurde – und warum ausgerechnet die Aufklärung die eigentliche Erlösung brachte. […]

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Spießbürger damals und heute

Auch vermeintlich Progressive sind heute nicht mehr frei davon

Ende der 1950 bis Ende der 1970er Jahre waren die links-progressiven Strömungen in unserem Land jene, die das normale Bürgertum gerne als Spießbürgertum der Lächerlichkeit preisgaben.

Heute hat sich eben jenes links-grüne Spektrum selbst in der Spießigkeit wohlgenährt eingerichtet, saturiert wohnend in gentrifizierten Wohnvierteln (wo man ganz sicher keine Asylunterkünfte findet), meist staatlich alimentiert an Hochschulen und in staatlichen Institutionen, beruflich also bestens abgesichert. Und wie das so ist, wenn Saturiertheit zur Gewohnheit wird, die Spießigkeit lässt nicht lange auf sich warten.

Eine kleine Synopse zum Vergleich möge meine Beobachtung illustrieren: […]

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