Fundsache: Spaß mit Genderismus

Rechthaben-Schnick-Schnack-Schnuck

gefunden von Kurt O. Wörl

Es gibt herrlich amüsante Bücher. Ein solches habe ich gerade abgeschlossen. Es handelt sich um den zweiten Thriller von Karsten Dusse, “Das Kind in mir will achtsam morden” (Fortsetzungs-Story des Dusse-Buches “Achtsam morden”).

Wobei ich beim Benennen des Genres “Thriller” nicht so sicher bin, ob das treffend ist. Thriller, Ratgeber für Achtsamkeit, Krimi, Bericht aus dem Innenleben eines Rechtsanwalts, gewürzt mit geballtem makaberen und bisweilen ziemlich morbidem Humor auf fast jeder Seite, all das trifft auf die Bücher Dusses zu, der im “richtigen Leben” Rechstanwalt ist. Ich habe beim Genießen von Büchern selten so anhaltend gelacht – und manchmal blieb mir das Lachen auch im Halse stecken. Beide Werke befinden sich aktuell – zurecht – auf den Bestsellerlisten. 

Eine Lehre aus “Das innere Kind in mir will achtsam morden” (2. Band) werde ich in Erinnerung behalten. Zum Komprimieren des Textes musste ich ihn ein bisschen umschreiben):

Das “Rechthaben-Schnick-Schnack-Schnuck

Die Vorgeschichte interessiert hier nicht weiter.

Jedenfalls, Kindergartenleiter Sascha hat ein schwieriges Gespräch mit der Kindergartenpraktikantin Frauke vor sich, bei dem sein Freund, (im Buch ein mordender Rechtsanwalt), dabei sein soll. In dem Gespräch soll thematisiert werden, dass die Praktikantin den Kindergartenkindern die Schuld am Klimawandel zugewiesen hat, weil diese ökologisch bedenkliche “Fruchtquetschis” mitgebracht und getrunken haben. Im Rahmen der Vorbesprechung für das Gespräch erklärt Sascha seinem Freund auch, was er in einem Seminar für “Gendergerechtes Leiten eines Kindergartens” gelernt hatte:

Er berichtet, er habe

… “Politisch-korrektes-Rechthaben-Schnick-Schnack-Schnuck” gelernt und erklärt es seinem Freund so:

“Also nehmen wir mal Frauke dich und mich als Beispiel: eine junonische Frau, Mitte 20, ein Mann mit Migrationshintergrund, Mitte 30 und ein Biodeutscher, Mitte 40. Alle drei sitzen am Tisch und diskutieren. Wer hat recht? […] Beim Rechthaben-Schnick-Schnack-Schnuck ist es völlig egal worum es geht. Es kommt darauf an, die Identität der Teilnehmer zu würdigen. Recht hat der, der die meisten schützenswerten Minderheiten in sich vereint.”

“Wie bitte soll das gehen? fragt sein Freund

Sascha ging zum Whiteboard, das in seinem Kindergartenleiterbüro an der Wand hing und erklärte:

“Im Grunde so, wie beim Spiel Schnick-Schnack-Schnuck auch: also Stein sticht Schere, Schere sticht Papier. Papier sticht Stein.”

Sascha fing an auf das Whiteboard zu schreiben:

“Minderheit sticht Mehrheit, also weiblich sticht männlich …” begann er zu erklären.

“Die Hälfte der Weltbevölkerung ist weiblich, wo ist da die Minderheit?” unterbrach ihn sein Freund.

“In DAX-Vorständen sind Frauen die Minderheit!” parierte Sascha.

“Der Kindergarten ist aber nicht im DAX, außerdem arbeiten hier 95% Frauen!” wandte sein Freund ein.

“Jetzt werde hier aber mal nicht sachlich! Ich als Mann leite den Kindergarten, somit sind Frauen in der Minderheit. – Kann ich jetzt weitermachen?”

Sascha notierte die folgenden Begriffspaare auf der Tafel und sprach die Worte mit:

“Also, weiblich sticht männlich, Migrationshintergrund sticht Bio-Einwohner, homosexuell sticht heterosexuell, Jung sticht Alt, gesundheitlich beeinträchtigt sticht kerngesund und Links sticht Rechts. – Soweit klar?”

“Verständlich erklärt!” antwortete der Freund.

“Vielleicht kommst du dann auch selber darauf, warum wir zu zweit, zusammen mit einer junonischen Frau, beim Rechthaben-Schnick-Schnack-Schnuck argumentative Schwierigkeiten bekommen könnten?”

“Hieß junonisch früher nicht mal ‘fett’? hakte der Freund nach.

“Wenn die Frage erlaubt wäre, hätte man das Wort nicht geändert!” meinte Sascha darauf.

“Ich verstehe: jung, junonisch, Frau – dreimal im Recht!”

Sascha nickte stolz über seinen pädagogischen Erfolg.

“Was ist mit dir? fragte ihn sein Freund, “Du hast immerhin einen Migrationshintergrund.”

“Dir gegenüber bin ich mit meinem Migrationshintergrund auch im Recht!”

“Nur weil du aus Bulgarien kommst?”

“Zweifelst du das an – Du Nazi?”

Sascha baute sich provokant vor seinem Freund auf.

“Nein, nein schon okay! – Eine Verständnisfrage sei erlaubt: also wenn Frauke als Frau, du als Migrant und ich als biodeutscher Mann miteinander reden – egal worüber – sind zwei Drittel der Teilnehmer am Tisch schon mal im Recht, weil sie in der Minderheit sind, das verbleibende Drittel, also ich, ist in der Mehrheit und ist raus, warum nochmal genau?”

“Weil du ein alter – weißer – Mann bist!” klärte Sascha auf.

“Also darf ich aus Gründen meines Alters, meiner Rasse und meines Geschlechts diskriminiert werden, damit ich niemanden aufgrund seines Alters, seiner Herkunft oder seines Geschlechts diskriminiere – klingt … einleuchtend. Und wenn du und Frauke allein an einem Tisch sitzen würden?”

Sascha erklärte: “Sexismus sticht Rassismus! Mein männliches Geschlecht hebt meinen Migrationsbonus gegenüber Frauke leider auf. Es sei denn … Frauke hätte inhaltlich eine konservative Einstellung. Da gilt dann wieder ‘Links ist Trumpf’!”

“Okay, bezogen auf uns Drei bedeutet das dann, wenn wir, zwei ältere Männer, mit einer fett… äh junonischen, jungen Frau über Panikmache in Sachen Klimakatastrophe gegenüber Dreijährigen reden wollen, sind wir schon im Unrecht, selbst wenn du einen Migrationshintergrund hast?”

“Richtig!” konstatierte Sascha. […]

Resümee: Aus Belletrisik kann man doch sehr viel lernen, hier z.B. über Achtsamkeit im Alltag, aber eben auch darüber, dass Faschisten auch rot und grün lackiert daherkommen können. – Überaus lesenswerte, unterhaltsame Bücher. Besonders gut zu genießen als Hörbuch, während langer Autofahrten.

Bild von Fox Moody auf Pixabay


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