Die Schande von Gent

Warum die Kunstfreiheit mehr Schutz braucht denn je

Die Ausladung des Dirigenten Lahav Shanis und der Münchner Philharmoniker vom Flanders Festival Ghent ist ein kulturpolitischer Skandal von europäischer Tragweite. Nicht die Musik, sondern die vermeintlich „nicht klar genug“ empfundene Haltung des Dirigenten gegenüber Israels Regierung wurde zum Maßstab erhoben. Shani, längst in Berlin zuhause und öffentlich um Differenzierung bemüht, wurde zum Objekt eines Kollektivurteils gemacht – und mit ihm ein ganzes Orchester.

Das Festival, der Stadtrat und die flämische Kulturministerin fielen damit in die alte Logik kollektiver Schuldzuweisung zurück. Es ist ein Lehrstück darüber, wie Antisemitismus heute im Gewand moralischer Empörung auftreten kann – und warum die Freiheit der Kunst entschieden verteidigt werden muss. […]

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Wissen kann jeder, Klugheit nur wenige

Balance statt Furor – Die unterschätzte Kraft des Pragmatismus

Klugheit ist mehr als Intelligenz: Sie ist das Maß, das zwischen Extremen vermittelt, das Unterschiede trägt und Gesellschaften widerstandsfähig macht. Intelligenz kennt die Richtung, Klugheit kennt das Maß. Doch was passiert, wenn Bildung zur Statusfrage verkommt, Eltern ihre Kinder unter Glasglocken setzen und Politik nur noch Streit vor Publikum inszeniert? Der Blick nach Skandinavien zeigt: Konsens ist möglich wenn man Demut, Pragmatismus und Humor zulässt. Gedanken über Gefahren und ihre Meisterung, über Pendelbewegungen und die Frage, wie wir das Gleichgewicht einer modernen Gesellschaft bewahren können. […]

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Protest ist noch kein Handeln

Deutliche Worte an die selbsternannte „Letzte Generation“

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ – Erich Kästners Satz ist heute aktueller denn je. Doch während frühere Generationen durch Arbeit, Entbehrung und Verantwortung Zukunft überhaupt erst möglich machten, erschöpfen sich Teile der Jugend von heute allzu oft im Lärm des Protests. Straßenblockaden, große Worte und moralische Anklagen ersetzen keine Tat. Dieser Beitrag erinnert an die Tatkraft der Nachkriegsgeneration, zeigt die Widersprüche der heutigen Aktivisten – von Greta bis „Langstrecken-Luisa“ – und stellt die Frage: Wollt ihr in der Geschichte als Schreihälse eingehen oder als Gestalter einer besseren Welt? […]

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Kommunikation mit Verantwortung

Zwischen Brücke und Barriere: die doppelte Macht der Sprache

Kommunikation mit Verantwortung ist mehr als der Austausch von Informationen – sie ist eine ethische Aufgabe. Ob im persönlichen Gespräch, in der Politik, in digitalen Medien oder im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz: Worte können Brücken bauen oder Mauern errichten. Der Essay zeigt anhand historischer Beispiele, aktueller Herausforderungen und philosophischer Reflexionen, warum verantwortliche Kommunikation zur entscheidenden Kulturtechnik unserer Zeit geworden ist. […]

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Die Kränkungen der Menschheit

Selbstentzauberung als Leitmotiv der Menschheitsgeschichte

Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der Kränkungen. Immer wieder stürzt die Wissenschaft die Illusion von Sonderstellung und Überlegenheit. Dieser Essay geht der Frage nach, ob es nicht Zeit wäre, die Kränkungen der Menschheit nicht mehr als Aneinanderreihung von Niederlagen, sondern als Einladung zum Reifen zu begreifen.  […]

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Liberalitas Bavariae – das unterschätzte Staatsprinzip

Bayerische Eigenverantwortung als Staatskunst

Bayern funktioniert. Anders. Besser. Und vor allem: eigensinniger. Während Berlin noch diskutiert, hat Bayern längst abgestimmt – und trinkt schon das erste Bier auf das Ergebnis. Volksbegehren und Volksentscheide sind hier keine Ausnahme, sondern Teil des politischen Alltags. Dieser Essay ist eine Reise durch die bayerische Landesseele – und erklärt, warum der Freistaat seit Jahrzehnten stabil regiert bleibt, was ihn womöglich mit Wien verbindet, und warum er mit Berlin traditionell fremdelt. Eine politische Heimatkunde mit Alpenpanorama. […]

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Wenn Heteros die Straße erobern

Eine satirische Groteske über Sichtbarkeitskult und Identitätsperformanz

Was passiert, wenn sich die heterosexuelle Mehrheit nicht länger mit der Rolle der stummen Normalität zufriedengibt – sondern die Bühne betritt, sich in Szene setzt und lautstark fordert: „Auch unsere langweilige Normalität ist Identität!“? In diesem satirischen Essay wird das queere Sichtbarkeitsdogma durch die groteske Nachahmung seiner Mechanismen ad absurdum geführt. Und spätestens beim bundesweiten CIS-Aktionstag, an dem 90 % der Normalo-Bevölkerung gleichzeitig auf die Straße gehen, um ihre Heterosexualität öffentlich zu bekennen und sichtbar zu machen, bekommen die Sicherheitsbehörden ein Überlastungsproblem.[…]

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Politologie

Satire: Die "Wissenschaft" vom Reden ohne Folgen.

Die Politologie ist ein merkwürdiges Ding.
Sie behauptet, die Demokratie zu begleiten.
Aber sie sitzt immer hinterher im Auto und ruft: […]

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Soziologie

Satire: Die Wissenschaft vom Wurm, der sich selbst seziert

Die Soziologie ist eine Wissenschaft -. Sagt sie. Sagt sie sehr oft. Sagt sie so oft, dass man sich fragt: Wenn sie wirklich eine wäre – warum sagt sie es dann so oft? […]

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„Laut Studien …“

Wenn Argumente durch Autoritätsgehabe ersetzt werden.

Warum wir angeblich täglich „mindestens zwei Liter Wasser“ trinken, niemals das Frühstück auslassen und Angst vor Zucker haben sollten – und was davon reines Marketing oder interessengeleitete Legendenbildung ist. Viele Studienbehauptungen haben weniger mit Wissenschaft als mit ökonomischen Interessen zu tun. Dieser Text will mit Humor und Schärfe aufzeigen, wie Studien im Diskurs missbraucht werden – und wie man dem souverän entgegentritt. Für alle, die lieber denken als glauben. […]

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