Regierung setzt auf die AntiFa statt auf ihre Dienste:

Hetzjagd gegen “Ungläubige”

Autor: Kurt O. Wörl

Was für ein Furor! Seit Tagen klammern sich die Journalie und die Linksftont an ein einziges, auch noch von der AntiFA auf Twitter veröffentlichtes Video, in welchem sie meinen “Hetzjagden” (Plural!) gegen Migranten in Chemnitz erkannt zu haben. Das sei, so wird postuliert, die absolute Wahrheit, welche die nun “informierte” Öffentlichkeit gefälligst zu glauben und als Faktum zu betrachten habe.

Doch genau das gibt das Video nicht her. Wenn es überhaupt etwas derartiges war, dann könnte der Clip allenfalls ein einziges solches Ereignis dokumentieren, aber keine pluralen solchen. Wie war das, immer mit Blick auf kriminelle Migranten: Es ist unseriös von Einzelfällen auf das Gesamte zu schließen. Stimmt, und zwar immer!

Als Unerhörtheit wird es empfunden, dass Staatsanwaltschaft, Polizei und auch der sächsische Ministerpräsident – und jetzt auch noch unser oberster Verfassungsschutzbeamte, Hans-Georg Maaßen – daran Zweifel hegen. Wie können sich diese Leute auch anmaßen, eine eigene Einschätzung und Meinung zu vertreten? Ja, es wird von Maaßen sogar gefordert, er müsse seine Skepsis unverzüglich mit “Beweisen” unterlegen. Eine Beweislastumkehr wird hier gefordert. 

Doch so funktioniert das nicht! Wer behauptet, es gäbe Schildkröten mit Elefantenkopf (vgl. Beitragsfoto oben), der gilt nur dann nicht als Lügner, wenn er ein solches Tier anfassbar vorzeigen kann. Weder Fotos noch Videos sind in Zeiten der Bild- und Videobearbeitung noch wirklich Beweise, vor allem wenn der Kontext fehlt und wenn solche nicht auch aus anderen Quellen vorliegen. Niemand steht in der Pflicht nur aufgrund einer Behauptung das Gegenteil zu belegen.

Nicht wer Zweifel an einem Geschehen äußert, sondern wer ein Geschehen behauptet hat die Wahrheit seiner Worte zu belegen, vor Gericht, in der Wissenschaft, eigentlich überall im Leben. Selbst wer Wahres behauptet aber nicht beweisen kann begeht u.U. eine Straftat, nämlich Üble Nachrede.

Das bis zum Erbrechen von den Medien wieder und wieder gesendete AntiFA-Video, welches überhaupt keinen Ereignis- und Zeit-Kontext zu dem Gezeigten bietet, ist kein Beweis. Und da es bislang in einer Welt voller Smartphones und jeder Menge professioneller Kamerateams vor Ort das einzige vorzeigbare Dokument ist, dürfen auch gehörige Zweifel an “Hetzjagden” (Plural!) geäußert werden. Maaßen war übrigens auch nicht verpflichtet, seine persönliche Meinung, gegeben der BILD-Zeitung, welche ihn befragte, vorher mit der Kanzlerin abzusprechen, weil die Meinungsfreiheit, die auch für ihn gilt, gar keines Plazets der Kanzlerin bedarf.

Angela Merkel, die zunächst in einer ersten Erklärung selbst von “Hetzjagden” sprach, ist inzwischen längst wieder zurückgerudert, hat offenbar erkannt, dass auch sie einem mediengemachten Furor aufgesessen war. Doch das wird ignoriert. Ihren Rücktritt fordern die Medien nicht, den von Maaßen schon. Warum?

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Es mag diese eine Verfolgung gegeben haben, die Verfolgten mögen Migranten und die Verfolger Nazis gewesen sein, vielleicht gab es auch weitere, ähnliche Ereignisse, ich weiß es nicht, ich war nicht dabei. Doch bewiesen ist davon derzeit überhaupt nichts und dennoch wird vom Medienkonsumenten Glauben eingefordert und unnachsichtig gebasht, wer daran Zweifel äußert. Das erinnert mich überaus heftig an den Habitus einiger Religionsgemeinschaften.

Ich bin jedenfalls froh, dass nicht Mediemacher, sondern geschulte Richter Indizienprozesse führen. Wir befinden uns inmitten eines Infokrieges befeuert von einer Amok laufenden Medienlandschaft, die eine eigene politische Agenda verfolgt. Keine Besonnenheit, kein Wogenglätten, keine nüchterne Einordnung vorliegender Informationen und schon gar keine gesunde Skepsis findet mehr statt. Öl ins Feuer zu gießen heißt heute die Parole der Leitmedien. Nur unter Aufwendung aller Kraft vermied ich bisher das Wort Medienhetze – und hab’s doch soeben in die Tastatur geklopft.

Nachtrag: 

Eine andere Einschätzung der Chemnitzer Ereignisse auf YouTube. Und dieses #WirSindMehr-Konzert soll wirksam gegen Nazis sein? Unterstes Niveau, Vulgärheit, Sexismus und Gewaltverherrlichung? 


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