Ketzerisches zum Weltfrauentag:

Das feministische Mimimi nervt!

Autor: Kurt O. Wörl

Gestern war also “Weltfrauentag”. Toll! Finde ich gut. Die Demonstrationen der Frauen weltweit, vor allem in Ländern, in welchen Frauenprotest schon mal mit Gummiknüppeln, Pfefferspray, Gefängnis oder noch Schlimmerem quittiert wird, war wirklich beeindruckend. Und gerade Frauen in solcher Weltgegend nötigen mir allerhöchsten Respekt ab. Sie bekommen nämlich in gefährlichem Umfeld den Hintern hoch und setzen sich für ihre Rechte mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen, ein, nehmen die persönlichen Risiken dabei in Kauf. Das nenne ich Mut, das nenne ich Engagement und ich finde diesen Protest deshalb auch besonders glaubwürdig.

Den protestierenden Damen hierzulande vermag ich eine solche Bewunderung nicht entgegen zu bringen. Mehr noch, ich halte deren Demos bei uns für überflüssig wie einen Kropf. Warum? Nun, hierzulande werden Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzen, weder mit Gummiknüppeln, noch mit Pfefferspray und Gefängnis bedroht. Hierzulande ist der Straßenprotest der Frauen deshalb aber auch nicht recht viel mehr wert als ein Festival-Event. Ein sinnloser noch dazu. Ich weiß auch gar nicht, wen die Damen hierzulande mit ihrem Protest überhaupt erreichen wollen. Mich erreichen sie jedenfalls nicht. Wieso? Das will ich gerne erklären:

Frauen stellen in Deutschland die absolute Mehrheit in der Bevölkerung. Es gibt rund 2.000.000 mehr davon als Männer. Egal wo, sie könnten in allen Vereinen, Parteien und auch in der Wirtschaft die Oberhand haben – wenn sie denn ihren Hintern hoch brächten. Sehr viel wirkungsvoller wäre es nämlich, wenn die Damen auch wirklich ernsthaft die Möglichkeiten, die eine weitgehend gut funktionierende Demokratie bietet, auch engagiert nutzen würden. Tun sie aber nicht. Stattdessen beschallen sie uns mit nervigem “Mimimi, lasst uns auch mitspielen!” und hoffen womöglich noch, dass ihnen andere, also die Männer, freiwillig die Kohlen aus dem Feuer holen! – Nichts da, selbst ist die Frau!

Womit würde ich – wäre ich Frau – beginnen, um mein Los zu verbessern? Ich würde mich z.B. einer Partei anschließen, welche am ehesten meinen Vorstellungen entspräche. Würden das die Frauen im selben Maße tun wie das Mannesvolk, hätten sie in allen Parteien die absolute Mehrheit. Es gäbe gar keine Diskussionen um Listenplätze auf Wahllisten, sie könnten die Männer stets überstimmen und sich sogar mehr Listenplätze sichern, als ihnen zahlenmäßig zustünden, weil sie bei jeder Abstimmung zur Platzvergabe schlicht die Mehrheit hätten. Das ist Demokratie, in welcher die Mehrheit bestimmt, wo es lag geht!

Es wird beklagt, dass Frauen unter den Abgeordneten der deutschen Parlamente nur zu 30% vertreten sind. Da fragte ich nur verständnislos “na und?” Frauen stellen in den Parteien aktuell halt nur durchschnittlich 27% der Mitglieder (bei den Grünen etwas mehr, bei den anderen Parteien teilweise deutlich weniger). Damit sind Frauen in den Parlamenten nahezu korrekt entsprechend ihrer Präsenz in den Parteien vertreten, ja sogar um 3% überrepräsentiert. Wahllisten werden von den Parteien, bzw. ihren Mitgliedern aufgestellt und die Listenplätze werden mit Mehrheit in Abstimmungen vergeben. Wie also kommen 27% der Parteimitglieder auf die Idee, ihnen stünden 50% der Listenplätze und politischen Mandate zu? Das Mehrheitsprinzip ist ein demokratisches Naturgesetz, in welchem über Entscheidungen mehreitlich abgestimmt und nicht von Minderheiten diktiert werden. Wenn Frauen sich als unterrepräsentiert fühlen gilt: Man soll über das selbst gewählte Los niemals klagen! Wer etwas verändern will, soll es einfach mit den gegebenen, legalen Mitteln tun, etwa in Parteien gehen oder von mir aus eigene gründen. Und wenn Frauen wollen, dass sie von Männern unterstützt, aufgestellt und gewählt werden, dann müssen sie sich die Mühe machen, diese zu überzeugen, solches zu tun.

Und noch etwas wäre m.E. zu berücksichtigen: Abgeordnete in den Parlamenten sind Vertreter des Volkes und das entsendet als Souverän dorthin, wen es mehrheitlich dort wirken sehen möchte. Da gibt es keine Ansprüche seitens derer, die dorthin nur entsandt werden möchten.

Bundesjustizinisterin Katharina Barley kommt aus dem Jammern gar nicht mehr heraus. Jede ihrer Reden beginnt sie inzwischen mit einem fast schon rituell anmutenden, sexistischen Männer-Bashing, das unterm Strich auch nur hilflos-weinerliche Larmoyanz darstellt. Gesetzlich will sie jetzt festlegen, dass Parteien ihre Listen künftig paritätisch mit Männern und Frauen zu besetzen haben. Da ist die Auseinandersetzung mit den Grünen vorprogrammiert: Die werden fragen “und was ist mit den “Diversen?”, das neue “dritte Geschlecht” ohne eindeutige, biologische Geschlechtsmerkmale? Müssten “Diverse” nicht in die Parität einfließen? – Aber – Respekt! – diese haben ihr Schicksal selbst in die Hand genommen und sich ihre Anerkennung gerichtlich erstritten. Handeln statt jammern, so geht das Kämpfen um Anerkennung und Teilhabe, meine Damen.

Abgesehen davon, dass so ein Gesetz spätestens vom Bundesverfassungsgericht wieder kassiert werden würde, weil es jedem Grundsatz von freien, gleichen, unmittelbaren und geheimen Wahlen widerspräche: eine verordnete paritätische Besetzung von Wahllisten würde zudem dem Grundsatz gleicher Stimmkraft widersprechen. Frauen bräuchten bei verordneter Parität dann nämlich weitaus weniger Stimmen (genauer derzeit nur ein Drittel), um einen Listenplatz zu ergattern, als Männer. Das widerspräche allen demokratischen Grundsätzen, das kann und wird rechtlich auch nicht durchgehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein solches, vom Bundesland Brandenburg bereits verabschiedetes Wahlgesetz, die verfassungsrechtliche Prüfung auch nicht überstehen wird. In Bayern ist ein ähnlicher Versuch bereits vor dem Verfassungsausschuss gescheitert.

Übrigens, das nur am Rande: Es wäre zwar nicht meine, aber durchaus eine zulässige Haltung, überhaupt nur Männer oder überhaupt nur Frauen in Verantwortung zu wählen. Kein Wähler ist irgendwem für sein Wahlverhalten Rechenschaft schuldig. Wenn ich also möchte, dass sich möglichst nur Männer oder nur Frauen auf der Regierungsbank und im Parlament wiederfinden, dann möchte ich auch genau so abstimmen können. Eine gesetzlich festgelegte Parität würde mir als Abstimmenden diese Freiheit der Entscheidung nehmen. Im Parlament sollten jene Abgeordneten sich wiederfinden, welche vom Souverän, dem Volke, dort erwünscht sind. Und bitte, wenn es Frauen – trotzdem sie die Mehrheit der Bevölkerung stellen – nicht einmal gelingt, für sich selbst ohne gesetzliche Regelung Macht zu erringen, was sollte mich dann auf die Idee bringen, sie könnten die Energie haben, mein Los als Bürger und Wähler verbessern?

Und wäre ich noch in einer Partei organisiert, ich ließe mir auch nicht vorschreiben, wem ich gefälligst meine Stimme zu geben hätte. Ich wähle stets nach eigenen Kriterien, ganz autonom, nach meinen ganz eigenen Vorstellungen. Mir sind Kompetenz, Sympathie, politische Zielsetzungen wichtig und ob meine Interessen vertreten werden. Mit welcher biologischen Ausstattung Kandidaten in der Unterhose ausgestattet sind, war für mich nie und wird für mich nie ein Kriterium sein. Ich wähle Menschen, denen ich vertraue und keine Geschlechter. Auf die Köpfe kommt es an, nicht auf Pimmel oder Pussy.

Das andere Geheule resultiert darin, dass ein Teil der Frauen klagt, in den Führungsetagen der Unternehmen unterrepräsentiert zu sein. Das stimmt zwar und ich finde das auch nicht gut, zumal ich selbst mit Frauen in Führungspositionen nur beste Erfahrungen machen durfte. Aber auch hier gilt Nämliches: Würden Frauen ihre grundsätzlich gegebene Mehrheitsmacht wirklich konsequent in Anspruch nehmen, sie müssten gar nicht larmoyant über “gläserne Decken”, geringere Bezahlung und zu wenig Teilhabe an Führungsmacht klagen. Es kommt noch eines dazu: Führungskräfte jammern nicht über ihr Schicksal und schwenken Protestfähnchen auf der Straße. Zur Führung geborene Führungskräfte nehmen ihr Schicksal selbstbewusst in die eigene Hand! 

Ich will aber nicht verallgemeinern und jene Frauen, die statt zu jammern und zu protestieren lieber die Ärmel hochkrempeln und sich ihren Platz in der Gesellschaft erobern, nicht in den selben Topf mit links-grün-feministischen Klageweiber werfen. Denn das Gejammere kommt vor allem aus dieser politischen Ecke. Sie scheinen sich in der Bedauern heischenden Opferrolle überaus wohl zu fühlen.

Dieses ideologisch-erbärmliche “Mimimi, ich will auch mitspielen” nervt tierisch!

Macher nennt man Macher, weil sie, unabhängig davon, wie sie unter der Gürtellinie beschaffen sind, machen und nicht jammernd um Teilhabe betteln. 

Da bin ich ganz froh, dass ich als in der Wolle gestrickter Liberaler in meinem bisherigen Leben, privat wie im Beruf, vorwiegend von sehr taffen Frauen umgeben war, die sich die Butter nicht so einfach vom Brot kratzen lassen. Es geht also, wenn man will und wenn man den Hintern hochbringt.

Bei all den Betrachtungen sind noch nicht einmal wertkonservative Frauen berücksichtigt, die ganz gerne Politik und Wirtschaftsmacht dem Mannesvolk überlassen und lieber in ihrer Familie aufgehen. Ein völlig legitimes Lebensmodell, selbst wenn man anderes bevorzugt. Man achte aber darauf, wie verächtlich diese Frauen von ihren vermeintlich progressiven Geschlechtsgenossinnen herabwürdigend behandelt werden. Ich habe dafür keine Zahlen, meine aber, dass es Frauen mit solcher Lebensvorstellung nicht wenige gibt. Von ihnen haben links-grüne Klageweiber eher auch keine Unterstützung zu erwarten. Ich sage es mit Immanuel Kant: “Sapere aude – habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!” Oder mit Erich Kästner: “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!” Also geschehe es!

Noch ein kleines Magentratzerl zum Schluss: Bei der Müllabfuhr, bei den Straßenkehrern, bei den Fernfahrern, Stahlkochern, Berg- und Bauarbeitern findet man Frauen ebenfalls extrem unterrepräsentiert, wie auch in der Bundeswehr, die händeringend nach mehr Personal ruft. Haben Sie schon mal davon gehört, dass Frauen auf die Straße gehen, um in diesen Berufen besser vertreten zu sein? Trotzdem finden es Feministinnen prima, wenn sich softig-empathische Männer zunehmend auch als Kranken- oder Altenpfleger oder Kindergärtner betätigen. Wenn es also keine “typischen” Männer- und Frauenberufe mehr geben soll: mir soll es recht sein, dann bitte aber etwas konsequenter in allen Berufsfeldern und nicht nur auf den Führungsetagen, wo die hohen Einkommen locken. Dann wäre der Ruf nach absoluter Gleichstellung auch sehr viel glaubhafter!

Foto: pixabay Creative Commons CC0


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