Fundsache: Betrachtungen eines Chefredakteurs

Wie die “Ampel” die Mehrheit vergisst

gefunden von Kurt O. Wörl

Wer im überwiegend links-grün-geprägten, deutschsprachigen Gazettenwald heute noch objektiven Journalismus sucht, kommt an der Neuen Züricher Zeitung (NZZ), dem Schweizer Leitmedium, kaum mehr vorbei. Für mich ist die NZZ schon seit Jahren eines der letzten Leuchtfeuer liberaler Vernunft. Hinzukommt, dass die NZZ den Blick auf Deutschland von außen, aus der neutralen Schweiz, anbietet und so wie aus der Vogelpersektive auf Deutschland blickt.

Sehr gerne weise ich deshalb immer wieder auf m.E. gelungene Beiträge und Kommentare aus der NZZ hin. So auch heute, auf “Der andere Blick”, verfasst vom Chefredakteuer der NZZ, Eric Gujer. Er legt schlüssig dar, wie die deutsche “Ampel”-Regierung vor lauter Regenbogen- und Identitätspolitik die breite Mehrheit der Bevölkerung aus den Augen verliert. 

Prädikat: überaus lesenswert!

NZZ: Der andere Blick

 

Dem ist kaum etwas hinzuzufügen, außer die Mahnung, dass die volle Konzentration auf laute, schrille Minderheiten und Sonderlinge die Aufmerksamkeit für das wirklich Wichtige stark behindert:

  • etwa auf die Vorsorge für Pandemien (Maskenmangel),
  • auf die Verteidigungsfähigkeit (marode Bundeswehr),
  • auf den Zivil- und Katatrophenschutz (Chaos bei Flutereignissen, defektes Sirenensystem und wo sind eigentlich die Bunker für die Bevölkerung?),
  • auf die Versorgungssicherheit (Erdgas).

Und vor allem gerät das Prinzip, dass in Demokratien Mehrheiten und nicht Minderheiten vorgeben, wo es langzugehen hat, zunehmend in Vergessenheit.

Es wird dringend Zeit, dass sich der große Bauch der gauß’schen Verteilungskurve, die Mehrheit also, ihrer Macht als Wähler wieder bewusster wird und der Dekadenz subversiver Kräfte von Links-Rot-Grün-AfD die rote Karte zeigt. Sehr recht zu wünschen wäre auch, die mehrheitlich links-grün tickende, deutsche Journaille würde sich ihrer Verantwortung für die Demokratie und ihrer Grundprinzipien wieder erkennbar bewusster werden.

Um nicht Applaus aus der falschen Ecke zu generieren: Es ist natürlich völlig legitim und für Regierung und Parlament auch Pflicht, dafür zu sorgen, dass auch Minderheiten – und seien sie auch noch so abstrus wirkende Sonderlinge – nach ihrem Gusto leben können. Anderes wäre einer humanen, liberalen Gesellschaft auch nicht würdig. Nur endet eben die Freiheit eines jeden Bürgers an den Freiheitsräumen der anderen. Die Ampelparteien aber üben eine Politik, in welcher der Mehrheitswille zunehmend hinter den Willen von Minderheiten zurückgedrängt wird. Das ist das Gegenteil dessen, was Demokratie meint. Minderheiten bestimmen nur in Autokratien und Diktaturen, wonach sich die Mehrheit zu richten hat. Ein aktueller Blick nach Russland genügt, um zu verstehen.

Beispiel: Es mag sicher in der Regenbogen-Community ein Triumphgefühl ausgelöst haben, als statt Schwarz-Rot-Gold ihre Regenbogenfahne das Reichstagsgebäude zierte. Dieser Akt zeigt aber nur, wie recht Eric Gujer mit seiner Betrachtung hat. Es gibt nur eine Fahne, unter der sich alle Deutschen guten Gewissens vereinigen können. Wie die aussieht steht in unserer Verfassung, Art. 22 Grundgesetz. Und wer die Bedeutung der Farben nicht kennt, an der Volkshochschule gibt es sicher Geschichtskurse, in welcher man die Herkunft unserer Landesflagge erfahren kann: Tipp: nachschlagen bei “Hambacher Fest” und “Revolution von 1848”.

Vielleicht fällt es der Regenbogen-Community leichter, das ungute Gefühl der Mehrheit der Bevölkerung zu verstehen, statt der Bundesflagge die Regenbogenfarbe am Parlament wehen zu sehen, wenn sie sich für einen Moment vorstellt, der Minderheit ganz rechts außen gelänge es, statt der Bundesflagge die von ihr bevorzugte Reichskriegsflagge (Schwarz-Weiß-Rot) am Reichstagsgebäude zu hissen. Sie hat dort so wenig zu suchen wie jede andere Fahne, die nicht unserer Bundes-Trikolore entspricht. – Stimmts?

Titelfoto unter Pixabay-Lizenz


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